Gotländischer Safrankuchen

Auf der schwedischen Insel Gotland war ich noch nie. Und doch fühlt es sich so an, als sei ich schon mindestens einmal dort gewesen. Ob das an Pippi Langstrumpf liegt? Die Lindgren-Bücher rund um das Anarcho-Girl wurden auf Gotland verfilmt. Und als ich zuletzt in Malmö war, wurde ich von einem Stück Saffranspudding zu gotländischen Genüssen verführt.

Das musste ja früher oder später passieren. Was du in einem solchen Fall machst, wenn du dann wieder zu Hause ist? Ganz klar: Rezepte googeln, was das Zeug hält. Leider habe ich nur welche in schwedischer Sprache gefunden, und habe ebenso so faul wie kreativ einfach mal drauflos geköchelt, ohne viel Vokabular nachzuschlagen.

Da hat irgendwie geklappt. Ich habe ein bisschen gemischt und geändert – kreativer Umgang mit Vorgaben halt. Herausgekommen ist folgendes:

Gotländischer Safrankuchen auf der Basis von Milchreis an Beerengrütze und Sahne

Zutaten und Verarbeitung:

1 Liter Bio-Milch und
250 Gramm Milchreis
mit zwei Prisen Salz zum Kochen bringen, zirka 20 Minuten auf kleiner Flamme quellen lassen und vom Herd nehmen.

125 Gramm gemahlene Mandeln
125 Gramm Rohrohrzucker
0,5 Gramm Safranfäden im Mörser zerbröseln
das Mark einer Vanilleschote
sowie 1 Ei
zu dem fertigen Milchreis fügen und ordentlich verrühren.

In eine Auflaufform geben und zirka 30 Minuten bei 200 Grad im vorgeheizten Ofen backen.

In der Zwischenzeit Bio-Sahne schlagen und Grütze kochen. Ich habe einen Beutel gemischte Beeren auf dem Tiefkühlregal mit 125 Gramm Rohrohrzucker und zwei Löffeln Speisestärke aufgekocht und gute fünf Minuten köcheln lassen.

Einfach lecker. Om ni visste vad gott det smakar.

Das Ergebnis: köstlich! Vor allem, wenn es noch warm auf den Tisch kommt. Allerdings ist der Safrankuchen recht mächtig, und so reichen die beschriebenen Mengen als Dessert oder zum Kaffee für vier bis fünf Personen, eventuell sogar für sechs Personen.

Ich wünsche euch:

Smaklig måltid!

P.S.: Und ich muss unbedingt herausfinden, was es mit dem Safran und Gotland so auf sich hat. Am besten vor Ort. Und am besten noch in diesem Jahr.

P.P.S.: Falls jemand ein anderes Rezept für Saffranspannkaka hat, das ohne Milchreis funktioniert, würde mich das ebenfalls sehr interessieren. Also her damit! Tack så mycket!

  1. Wenn ich mich recht entsinne, haben die Wikinger die Gewürze aus dem Mittelmeerraum mitgebracht. Sie sind durch das Netz der Flüsse durch das, was heute Russland ist zunächst zum Schwarzen Meer und von dort aus auch weiter in die Ägäis gelangt und haben dort jede Menge Gewürze kennen gelernt. Auf dem Rückweg lag dann Gotland näher als das schwedische Festland, darum haben solche exotischen Gewürze besonders dort Tradition. Außerdem ist das Klima dort günstiger, um zum Beispiel Kräuter anzubauen.

    • Danke, Stella! So etwas habe ich auch mal in einer TV-Sendung über Gotland gehört, dem es scheinbar im späten Mittelalter richtig gut ging. Aber ich möchte es vor Ort herausfinden. Warst du schon mal auf Gotland?

      • Ja, einmal. Ganz wunderbar ist das dort, aber leider auch wunderbar teuer und selbst von hier aus nicht mal so eben zu erreichen. Ich habe damals für die „Welt am Sonntag“ darüber geschrieben, die Überschrift (die ich „so la-la“ finde, vor allem das „mitten in Schweden“ ist doch etwas irreführend) ist aber nicht von mir, die setzen leider immer andere Headlines drüber:

        https://www.welt.de/reise/article4110657/Gotland-mediterranes-Flair-mitten-in-Schweden.html

        • Ich glaube, auf den Artikel bin ich schon mal gestoßen. 🙂 Vielleicht mache ich meine nächste Schweden-Tour so: Bis Helsingør hoch, dann ab auf die Fähre, Kaffee trinken mit Stella in Helsingborg, mindestens ein Kaltbadehaus testen und irgendwie rüber nach Gotland… Ich schau mir das mal auf der Karte an. 🙂

  2. Jetzt habe ich Hunger. Den muss ich unbedingt ausprobieren. Danke fürs Tüfteln und Übersetzen des Rezeptes.

  3. Huhu

    ich hab eben gerade deinen Blog entdeckt und mich verliebt <3 schmilz! Diesen Kuchen muss ich mal nachbacken, er sieht wirklich köstlich aus. Ooooh und ich liebe den Norden auch so sehr, besonders Finnland, da bin ich im Februar wieder. Kann es kaum erwarten. Lass dir liebe Grüße da Tinka

    • Danke, Tinka! Und dir schon mal viel Freude in Finnland! 🙂 Werde wohl im März wieder dort sein. Und jetzt werde ich mal bei dir stöbern, denn ich bin immer auf der Suche nach guten Lesestücken! 🙂 Liebe Grüße von der Nordsee! Elke

  4. Hey Elke,

    danke für den schönen Beitrag und das Rezept, das sieht ja wirklich verboten lecker aus!!! Muss ich demnächst unbedingt mal nachmachen. Mein Mann hat von dem Safrankuchen erzählt, er war neulich auf Gotland. Den nächsten Urlaub verbringen wir auf einem Campingplatz in Deutschland, aber vielleicht muss ich mich auch mal aus meiner Komfortzone heraus bewegen und neue Sachen kennenlernen 😉

    Liebe Grüße, Laura

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.