Sommer in Nordfriesland

Das erste Mal in die Nordsee zu hüpfen, darauf habe ich gewartet. Ungeduldig. Dieses Jahr ist der Sommer in Verzug, das Wasser noch kalt. Vor ein paar Tagen dann der magische Moment, jetzt oder nie! Als könntest du den Sommer damit anknipsen.

Ich fahre mit Emilia ans Meer, zum Heimathafen am Tetenbüllspieker, fünf Minuten, dann über den Deich et voilà! Die Flut kommt früh, zu früh, doch auch zwei Stunden später reicht das Wasser noch zum schwimmen. Weit und breit bin ich die Einzige, die bei 17 Grad draußen ins 16 Grad kalte Wasser steigt.

Langsam gehe ich die Treppe hinunter, das Wasser geht jetzt bis zur Hüfte. Ich tauche die Arme ein. Soll ich wirklich? Und dann ist es doch nicht so schlimm. Vermutlich mangels hoher Außentemperaturen. Ich schwimme. Und schwimme. Schwimme weiter, bis diese Art von Nadelstechen auf der Haut einsetzt – Alarm!

Heimathafen
Heimathafen

Jetzt schnell raus, abtrocknen, anziehen und zurück ins warme Auto. Wunderbar. Als dann die Vorhersage für diese Woche noch einen drauf gibt, geht die Party richtig los. Bei aktuellen 28 Grad Luft und 17 Grad Wasser macht es sogar richtig Spaß.

Das echte Schwimmgefühl ist da, diese Leichtigkeit im Wasser. Ich bin nicht mehr Mensch, gehe nicht mehr auf zwei Beinen. Ich schwebe. Wellengleich. Der Wind bewegt die Oberfläche, der Himmel leuchtet knallblau, erste Touristen bevölkern den Beach.

Und Schafe! Allerdings gehen sie nicht schwimmen. Man tut seinen Job, kümmert sich um die Grasnarbe auf dem Deich und chillt ein wenig unter der Rutsche. Höchst sympathisch, die sogenannten Deichschweine.

Schafe am Strand
Einfach mal chillen

Und hier meine ultimativen Tipps für den Sommer in Nordfriesland – in wilder Reihenfolge:

* Jeden Tag schwimmen.
* Mit Einheimischen schnacken.
* Am Strand schaukeln.
* Mit dem Rad über die Deiche strampeln.
* Und zum Melkhus in Westerhever. Einen Milchshake trinken.
* Mal das Stand Up Paddle Surfing in Ording ausprobieren.
* Zu zweit einen XXL-Windbeutel in der Alten Schule von Warmhörn vertilgen.
* Im Husumer Speicher abtanzen oder ein Konzert besuchen.
* Im Garten der Gardinger Tapas Bar schlemmen: Pimientos de Padrón etc… Sangría!
* Mit dem Schiff ab Tönning über die Eider und zum Sperrwerk hinausfahren.
* Kuchen essen im Garten des Richardhofs in Sankt Peter-Böhl.
* Oder im Café Koog am Wesselburenerkoog. Ok, das ist schon Dithmarschen, aber wir Nordfriesen haben unsere Nachbarn lieb.
* Im August einen Abend im Tönninger Mondscheinkino verbringen. (Dieses Jahr vom 6. bis 8. August.)
* Den Himbeersahnekuchen bei „Lilo & Karl-Heinz“ in Osterhever probieren. (Gilt auch für den Winter!)
* Im Husumer Hafen die Krabben frisch vom Kutter kaufen und selbst pulen.
* In den Friedrichstädter Grachten paddeln und sich nachher mit Waffeln in der Holländischen Stube belohnen.
* Durch die Gassen von Tetenbüll wandeln, dem Museum Haus Peters einen Besuch abstatten und im Anschluss Trümmertorte im „Café im Theatrium“ vertilgen. Am besten mit Erdbeeren!
* Sämtliche Strände der Halbinsel Eiderstedt ausprobieren und einen Lieblingsstrand wählen.

Waffeln mit Ausblick
Mit marinierten Erdbeeren

* Waffeln essen in der Strandhütte in Sankt Peter-Dorf mit Blick aufs Meer.
* Zum Sonnenuntergang auf den Deich setzen.
* Eine Wattwanderung machen. Barfuß bitte!
* Ohne Ausrede („Ich wollte eigentlich eine Wattwanderung machen!“) im Schlick suhlen. Sehr gesund, diese nordfriesische Taufe.
* Eine Sandburg bauen. Möglichst am Strand.
* Kuchen essen im Schweizer Haus in Tating und nachher durch den Hochdorfer Garten lustwandeln.
* In der Schafskäserei Volquardsen in Tetenbüll um eine Audienz bei den Milchschafen bitten. Friesaki verköstigen.
* Einen Schiffsausflug zur Hallig Gröde zwischen Anfang Juli und Ende August unternehmen, wenn der Halligflieder blüht.
* Fischpfanne in der Seekiste in Sankt Peter-Böhl mit Blick aufs Meer schlemmen.
* Durch die Husumer Gassen bummeln und auf der Hafenmauer sitzen.
* Am Strand picknicken.
* Schobüll besuchen – es handelt sich hier um die einzige deichfreie Stelle in Nordfriesland!
* Pizza bei „Nino al porto“ oder bei „Fratelli“ im Husumer Hafen essen.
* Von Nordstrand aus mit der Kutsche übers Watt zur Hallig Südfall fahren.

Muscheln sammeln
Barfuß im Sand

Aufs Meer schauen. Den Wellen zuhören. Dem Wind lauschen. Muscheln sammeln.

Text und Fotos: Elke Weiler

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  1. Oh, tolle Liste. Eins davon habe ich gestern gemacht (Fischteller in der Seekiste). Und baden war ich auch. Das war einfach wunderbar. Und morgen soll´s ja noch wunderbarer werden. Und übermorgen. Und so weiter. Liebe Grüße, Stefanie

    • Ja, ein super Wetterchen!! Du bist hier? Das ist ja schön! Ich verorte dich immer irgendwie auf Sylt. 🙂 Liebe Grüße!!!

  2. „Immer irgendwie auf Sylt“ wäre schön 🙂 Aber bei Euch war´s genauso toll. Ich war allerdings nur Tagesgast. Genieß die Tage; Stefanie

    • Jetzt hab‘ ich’s! Hamburg!! Gute Lage für phänomenale Tagesausflüge und Kurztrips. Und jetzt gucke ich mal, was du für Hamburg und Umgebung so empfiehlst. 😉

  3. Das sind super Tipps. Danke. 🙂 Nächste Woche geht es los, Urlaub an der Nordsee. Ich werde bestimmt ein paar der Tipps befolgen. Schwimmen gehen und Strände erkunden sowieso. 😀

    Lg aus Pircher Südtirol

  4. Hallo Elke,
    bei diesen tollen Tipps muss ich doch direkt mal in den Norden fahren! Das hört sich richtig super an!
    Liebe Grüße,
    Sabine

  5. Hallo! Komme gerade aus dem Urlaub in Meran und es war herrlich =) Wenn das Wetter in Deutschland so gut bleibt, steht einem kurzen Abstecher ins Nordfriesland nichts im Wege, würde dann mit Sicherheit den einen oder anderen Tipp aus deiner Liste befolgen =) Vielen Dank für den schönen Bericht und liebe Grüße

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