Die Wächter der Insel

Es gibt ein paar Orte, die ziehen einen magisch an. Die Osterinsel ist einer davon. Sie liegt in der Mitte von Nichts, umschlossen vom Pazifik. Tausende Kilometer vom südamerikanischen Festland entfernt, eine kleine Insel zwischen Polynesien und Chile, kleiner als Fehmarn. Rapa Nui wird sie genannt, was „Großer Stein“ bedeutet. Oder wie die polynesisch-stämmigen Einwohner sagen: „Tepito ote henua“, Nabel der Welt.

Erst kürzlich habe ich ein Bild vom Nabel der Welt auf Instagram entdeckt: Die Weltreisenden Chizuru und Oliver vom Reiseblog „Woanderssein“ weilen gerade auf der Insel und haben einen Schnappschuss von einem Moai nebst Kuh machen können. Instagram ist meine liebste Inspirationsquelle, und wieder hat die Falle zugeschnappt!

Rapa Nui, Osterinsel © Turismo Chile
Die Wächter der Insel © Turismo Chile

Warum sagen wir eigentlich Osterinsel? Niederländische Entdecker sind schuld, sie sichteten das Eiland an einem Ostersonntag. Seit 1995 zählt der Rapa Nui Nationalpark zum Weltkulturerbe, und das liegt hauptsächlich an den riesigen Steinskulpturen, den Moai.

Seit mehr als 1000 Jahren

Nur Kopf und Torso, einige mit „Hut“ oder Haarknoten, dem Pukao. Wie elegante Wachmänner, wie Beschützer stehen sie entlang der Küste und auf Hügeln, schauen stumm. Unbeeindruckt davon, ob sich nun eine Kuh, ein Pferd oder ein Mensch daneben platziert.

Stoisch gegenüber Passatwinden, Erdstößen, dem Lauf der Geschichte. Jeden Tag, seit mehr als tausend Jahren. Rotbraun oder grau sind sie, aus vulkanischem Tuffstein gemeißelt. Daraus ist die ganze Insel gemacht, aufgeploppt aus dem Ozean durch eine Eruption. Die Einwohner sagen, die Moai seien aufrecht zu ihren Standorten gegangen, bewegt vom Geist der Vorfahren.

Tänze zum Tapati-Fest, Osterinsel © Turismo Chile
Tänze zum Tapati-Fest © Turismo Chile

Wie komme ich auf die Insel? Der Flug von Santiago de Chile dauert etwa fünfeinhalb Stunden. Die ersten Siedler kamen in Kanus und brauchten dafür viele Wochen von Polynesien aus. Da die Insel nicht groß ist, kommt man mit dem Fahrrad ganz gut herum. Die Alternativen: Taxi oder Mietwagen.

Vielleicht werde ich irgendwann am Anakena-Strand entlang spazieren und vom Meer zu den Moai schauen. Vielleicht werde ich zum Tapati-Fest auf der Insel sein, wenn die Männer gegeneinander kämpfen. Wenn sie in Lendenschurz und Körperbemalung auf Bananenstämmen surfen. Wenn sie zum hypnotischen Sound der Trommeln tanzen. Immer unter den Blicken der Moai.

Text: Elke Weiler

Fotos: Turismo Chile

4 Kommentare zu „Die Wächter der Insel“

  1. Avatar

    Ich bin richtig neidisch. In der Schule bei meiner Abschlussprüfung in Geschichte habe ich einen Vortag über die Osterinsel gehalten und will seitdem gerne dort hin. Leider hat sich es bis heute noch nicht ergeben. Aber das Land ist einfach so interessant!

  2. Avatar

    Hach ja, die Osterinsel. Freut mich wenn wir ein wenig Fernweh verbreiten konnten. :-) Könnte auch glatt wieder dort hin! Einfach ein Traum.

    Zum Thema Flug buchen hätte ich noch den Hinweis, nicht bei der deutschsprachigen Seite zu buchen sondern direkt auf der chilenischen / spanischsprachigen Version. Ein und der selbe Flug wird so um einiges günstiger (teilweise mehr als 200 Euro, womit sich schon komplett das Hotel auf der Insel bezahlen lässt…)!

    Warum? Auf Nachfrage bei Lan gab es nur die Antwort, dies seien regionale Promotions.

    Sonnige Grüsse
    Oliver

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