Julchen und das wilde Meer (EPUB)

6,30 

Lustige Hundegeschichten von der Nordsee. Eine Meerblog-Buch von Elke Weiler.

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Verblüffend, aber Julchen weiß schon als Welpe ziemlich genau, was sie will. Zäune niederreißen, mit Pferden auf der Fenne herumrennen, in der Hundeschule alles durcheinanderbringen und Zweibeiner glücklich machen, die den kleinen Hund so putzig finden. Julchen braucht diesen Zuspruch wie das Salz in der Suppe, doch vor allem braucht sie jede Menge Sand unter den Pfoten – als Buddelexpertin. Und als sie Amors Pfeil zum ersten Mal trifft, ist das natürlich nicht irgendwo, sondern auf dem Wasser. Die erste Verliebtheit auf der Fähre nach Pellworm und das Warten auf die Flaschenpost danach.
Wenn einer das Leben auskostet, dann ist das der charmante Welpe mit dem fluffigen Fell und dem starken Charakter. Als Meer musst du da schon aufpassen, dass du diesen Hund nicht zufällig nass spritzt, wenn er an der Wasserkante entlangläuft! Sonst droht dir nämlich ein Donnerwetter von einem Temperamentsausbruch…

Beardie auf Seebrücke

Alles klar?

Leseprobe

„Die Osterhose

«Bist du ein Windhund?», fragte Grandmonsieur, während ich meine Nase in die steife Brise hielt. Er war sympathisch und hatte Humor. Besonders, wenn ich am frühen Abend meine Kunststücke aufführte und mit diversen Dingen über den Rasen tanzte. Dann lachte er sich schlapp. Ich fühlte mich ganz in meinem Element, seitdem sich das Rudel vergrößert hatte. Je mehr Publikum, desto besser!
Die Eltern von Madame waren zu Besuch, und ich erhielt doppelt so viel Aufmerksamkeit wie zuvor. Grandmadame quasselte mir die Ohren lang, während Grandmonsieur verdammt gut massierte. Doch dann ließen sie mich eines Tages mit Monsieur allein und fuhren zu dritt nach Sylt. Ja, Himmelschafundmeer! Dort sollte es doch so gute Fischbrötchen geben. Stattdessen würde ich in Husum versauern. Um meiner Verstimmung entsprechend Ausdruck zu verleihen, begrüßte ich am Bahnhof eine fremde Frau stürmisch und schränkte meine Zuwendung gegenüber Madame für eine Weile ein. Als sie mir dann auch noch brühwarm erzählte, dass sie einem hübschen Typen aus der entfernten Verwandtschaft auf Sylt begegnet war, war der Ofen aber komplett aus!
Ich meinte, sie ließ sich von so einer Couch Potato abschlecken, während ich vor Langeweile die Pferde furzen hörte? «Mach‘ mal Pause!», hatte Madame mir geraten. «Über die Ostertage musst du nicht arbeiten.» Ein Witz, oder?! Ich war nun mal Kolumnistin mit Leib und Seele. Warum sollte ich meine Kreativität unterdrücken? Und ich brauchte die weite Welt, um klare Gedanken fassen zu können.
Ich wollte Sylt. Ich wollte Reisen, Buddeln, Wälzen. Ich wollte alles. Für mich sollte es Gänseblümchen regnen. Und die Wunder, die würde ich mir schon selber machen! Es wäre allerdings nicht schlecht, wenn sich Madame et Monsieur manchmal daran beteiligen würden. So wünschte ich mir einen Haubarg mit viel Auslauf und ein paar Schafen drumherum. Vielleicht noch ein paar andere Tiere, die man in Schach halten konnte und natürlich eine Hilfskraft. Unterstützung auf vier Beinen. Das war nämlich so: Kuchen-Stopps nahmen sich ja meist eher öde aus. Doch wenn wir beim Roten Haubarg waren, übermannte mich das Glück wie die Sahne den Apfelkuchen!
Hier ließ ich mich ohne zu murren nieder und genoss den Wind, der um die Strandkörbe wehte. Auch dieses Mal war ich der liebste Hund der Welt. Die beiden Möpse, die zwei Tische weiter saßen und penetrant zu mir herüber starrten, hatten keine Chance. Niemand und nichts konnte mich provozieren. Ich meditierte einfach und wünschte mir ein Ei. Ostern stand ja vor der Tür. Mit Madame et Grandmadame drehte ich nach dem Kaffeeklatsch noch eine Runde durch den verwunschenen Garten des Haubargs. Und wie der Osterhase es wollte, erfüllte sich mein Wunsch augenblicklich: Plötzlich lag ein Ei vor meinen Pfoten. Ich handelte, ohne eine Sekunde zu zögern. Zwar mühte Madame sich verzweifelt ab, mir die einzelnen Bestandteile aus dem Maul zu fischen. Zu spät. Sie musste sich selber ein Ei suchen. Oder nett beim Osterhasen anfragen. […]“

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