Santa Maria, Madeira

Hier wohnt Funchal Tür an Tür mit dem Meer: Im Viertel Santa Maria, der Keimzelle von Madeiras Hauptstadt. Das Ur-Dorf, der Ort der Fischer. Liebling der Touristen, Ort der Künstler.

Die Wiederbelebung war erfolgreich, hier und da bröckelt noch der Putz von den Fassaden. Bunte Holzboote liegen zugedeckt in den Gassen, Angler stehen am Ufer, ein paar Kinder plantschen am Strand. Im nahen Kreuzfahrthafen tutet einer der schwimmenden Riesen.

Sonst nur Vogelgesang und das Klatschen des Wassers gegen das Felsgestein und Kies. In Santa Maria scheint Funchal den Rhythmus der Insel zu leben.

Am Miradouro

Unterwegs auf Madeira. Serpentinen fahren, die wuchernde Botanik bewundern, Tunnel durchqueren, die die Insel wie einen Schweizer Käse durchlöchern. Und immer wieder das Meer.

Wer eines der unzähligen Schilder mit der Aufschrift „Miradouro“ entdeckt – unbedingt folgen! Denn die Aussichtspunkte der zu Recht sogenannten Blumeninsel sind meist spektakulär.

Ganz im Osten von Funchal liegt der Miradouro do Pináculo. Ein Abstecher lohnt sich zum Beispiel auf dem Weg nach Camacha, ins Dorf der Korbflechter. Oder weiter nordöstlich in Richtung Machico, wo viele zur Levada-Wanderung starten.

Wir sind am Miradouro angekommen. Atemberaubend. Durch die Blumenpergola der Aussichtsplattform schweift der Blick auf 283 Metern Höhe über den tiefblauen Atlantik bis hin zu den Ilhas Desertas – eine unbewohnte Inselgruppe, die zu Madeira gehört.

Pool mit Aussicht

Schönheit im Atlantik: Die Insel Madeira liegt näher an Afrika, gehört aber zu Europa, zu Portugal. Steilabfallende Küsten und Gebirgszüge sowie eine reichhaltige Fauna bei subtropischem Klima sorgen dafür, dass Madeira bei Naturliebhabern und Wanderern hoch im Kurs steht.

Klassische Badeurlauber zieht es aufgrund der raren Strände weniger auf die Insel. Auch wir sind zum Wandern an den Levadas, zu einem ersten Kennenlernen der Insel und zum Genießen gekommen.

Natürlich wollen die Madeirer auch mal schwimmen – doch wie geht das an steilen Küsten? Daher legten sie an verschiedenen Stellen Meerwasserschwimmbäder an – wie hier in Porto da Cruz. Ein phänomenaler Ausblick auf diesen Teil der Nordküste ist inklusive.

Wild und schön

„Madeira ist wie ein Schweizer Käse,“ sagt Pedro Costa und lacht. Der Manager der Quinta do Furão an der Nordküste der Atlantikinsel spricht von der Tunnel-Manie der Madeirer.

Aber immerhin ist es auf diese Art möglich, sich bequem von A nach B zu bewegen, bergig und spektakulär, wie die Insel nun mal ist. Und genau diese wilde Schönheit ist Madeiras größtes Pfand.

An der Nordküste hat sie es noch einmal auf die Spitze getrieben: zerklüftet, steil abfallend, dramatisch, atemberaubend. Weiße Ortschaften, hier Faial vor dem Penha de Águia (Adlerfelsen), kleben wie Nester auf Plateaus. Und selbst unter der Herrschaft des Felsgesteins kleidet sich die Insel in ein üppig grünes Gewand.

Übrigens: der Norden Madeiras gilt als idealer Ausgangspunkt für Wanderungen entlang der alten Wasserrinnen, der Levadas.