Tipps einer Couchsurferin

Die Hundekolumne von Meerblog: Wie findet eine Couchsurferin ihre Sofas? Wie läuft der Buchungsprozess? Kolumnistin Julchen führt ein Interview mit der IT-Beardine Missy Stiebling aus Waiblingen, die rein zufällig ihre Schwester ist.

Aus der Interviewreihe: „AUF DER MATTE BEI MADEMOISELLE JULIE“

Heute mit der wunderbaren Missy Stiebling aus Waiblingen!

Herzlich willkommen bei Meerblog, altes Haus! Die meisten wissen, dass wir Schwestern sind. Für alle, die trotzdem Vetternwirtschaft vermuten: Das ist Ackergülle. Ich frage dich als landesweit bekannte Couch-Potato mit Adelstitel: Bearded Collie Princess Missy von der Hummelwiese.

1. Wie fing alles an, Missy? Wir sind nacheinander aus Mama Ernas Bauch gepurzelt, direkt in die liebevollen Hände von Königmutti. Weißt du noch? Welche frühe Erfahrung hat dein Leben stark beeinflusst? Ich meine, so in Richtung Couch?

Missy: Ich erinnere mich! Königinmutti munterte uns ja schon in einem frühen Stadium dazu auf, die für uns persönlich ideale Relaxstellung zu finden. Dieses Foto zeigt deutlich, dass einzig ICH gleich begriff, um was es da genau ging, während der Rest meiner Geschwister noch reichlich planlos in der Benutzung gepolsterter Unterlagen agierte.

Nur Missy kennt die beste Stellung bzw. Lage!
© Roswitha Ploen / Hummelwiese

Meine Couchsurferkarriere im Schwäbischen begann zunächst verhalten, es galt durch Wachsen und verbesserte Technik die Couch zu erklimmen, die meine Vorgängerin, die schöne Angel, bereits in der Beardiewelt berühmt gemacht hatte. Ich war wild entschlossen, in ihre Fußstapfen zu treten.

2. Du hast einen Prinzessinnentitel. Wieso? Und warum hab‘ ich keinen? Und Himmelschafundmeer, was hat das mit Couchsurfen zu tun?!

Missy: Wie gesagt, ich musste Angels Thron besteigen, Königinmutti war sich der Tragweite dieser Entscheidung sehr wohl bewusst. Und als sie auf meinem frisch geschlüpften Haupt eine Art Krönchenzeichnung entdeckte, wurde ich die Auserwählte. Außerdem war für uns Geschwister das P quasi P-flicht und die Vorsilbe P-ummelschwein für jemand anderen reserviert, von dem es zu diesem Zeitpunkt nur einen groben Entwurf gab…

Missys Vorgängerin: sweet Angel.
© Julia Stiebling

Du, meine liebe Schwester, und der kleine Seitenhieb muss sein, bekamst ja das Attribut „Pretty“ als Teil deines wohlklingenden Doppelnamens. Quasi als selbsterfüllende Prophezeihung. Also bitte, ich will da nicht weiter drauf eingehen.

3. So so, meine liebe Princess. Gut, dass du das Pummelschwein erwähnst, Janni brennt darauf, den Adel zu beschnuppern. Aber zunächst berichte uns bitte von deinen bisherigen Erfahrungen. Wie findest du deine Sofas? Beschreibe uns bitte den Buchungsprozess!

Missy: Es kommt mir fast so vor, als ob die Sofas mich finden würden – egal, wo ich bin. Zunächst ließ ich mich noch von anderen Couchbelegern beeindrucken, das hat sich aber erledigt. Meine Couchsurfing-Technik ist ausgefeilt: Sitzt einer drauf, quetsche ich mich an der Lehne entlang und breite mich nach und nach aus, bis der Couchbeleger resigniert einsieht, wer die eigentlichen Rechte besitzt.

Die optimale Schlafstellung mit Katertier.
© Julia Stiebling

Besuch inklusive. Nur einer hat das Prinzip der Couchoberherrschaft noch nicht ganz verinnerlicht. (Anmerkung der Redaktion: Ein Katertier ist hier gemeint.) Eine riesengroße Ackergülle, auf die ich auch nicht weiter eingehen möchte!

4. Verstehe. Manchmal muss man Kompromisse eingehen. Vor allem mit Löffelgesichtern. Hast du eine Lieblingscouch? Warum? Mit oder ohne Typ?

Missy: Ich bevorzuge generell weiße Sofas, möglichst weich und so positioniert, dass man als aufmerksame Monarchin sein Volk und alles, was um einen abläuft, auch stets im Blick hat. Undenkbar, beim Couchsurfing was zu verpassen! Und Kissen!! Möglichst viele! Man liegt sich sonst womöglich die eine oder andere Schwiele, und das halte ich für wenig artgerecht.

Couchsurfing: nie ohne Kissen!
© Julia Stiebling

6. Wenn der Adel viel liegt, kann er natürlich keine Erbsen gebrauchen… Aber nun ein anderes Thema, werte Schwester: Unsere Cousine Candy hat mich letztens als Power-Wuffi-Frau oder so bezeichnet. Hast du auch Vorbilder? Bonny & Clyde? Den Affenkönig aus „Madagascar“?

Missy: Cousine Candy hat völlig recht, sich an uns beiden zu orientieren. An dir als Power-Wuffi-Frau und Deichpoli-und Publizistin und mir als Profi-Couchsurferin und Lady Gaga der Beardieszene. Mann, hat die ein Glück mit uns! Wenn man ein Vorbild ist, braucht man selber keins! Was meinste, Pretty Belinda???

7. Hm, also ich für meinen Teil habe schon Vorbilder. Nicht in Sachen Schönheit, mehr so geistiger Natur. Weißt du, Antoine de Saint-Exupéry, Charles M. Schulz und Truman Capote. Egal, kommen wir zum Outfit. Was trägst du am liebsten? Und was empfiehlst du für optimales Couching?

Missy: Für optimales Couching empfiehlt sich, das Wohlbefinden in den Vordergrund zu stellen. Keinesfalls sollte man sich dran stören, dass man eben gerade aus dem frisch gewässerten Blumenbeet zurückgekehrt ist oder ein Zweibeiner mit den Armen rudert. (Anmerkung der Redaktion: Sie meint einen Lutscher. Die Spezies neigt oft zu unangemessenen Reaktionen.) Zu speziellen Outfits rate ich nur, um Besucher abzuschrecken. Das gelingt aber auch nicht immer.

Auch abgefahrene Outfits können Gäste nicht abschrecken.
© Julia Stiebling

8. Nö, aber die Idee war doch originell. Ok, du liegst ja nicht nur auf dem Sofa herum. Neben dem Couchsurfen bist du begeisterte Sportlerin. Bitte erzähle uns mal ganz kurz, was am Frisbee so wahnsinnig toll ist.

Missy: Frisbee ist für mich, als Proficouchsurferin, ein wunderbare Möglichkeit, meine Figur zu halten. Allerdings teilt keiner meine Leidenschaft für diese wunderbare Sportart oder hat gar dafür Verständnis, mit welchem Nachdruck ich mein Sportgerät verteidige.

9. Ja, da hast du wohl recht. Bei uns liegen sämtliche Frisbee-Scheiben in irgendwelchen versumpften Gräben und auf den Fennen von Rindviechern. Natürlich habe ich noch nie eine Kuh Frisbee spielen sehen! Aber wir müssen immer eine Show für sie abziehen, hüpfen und tanzen… Apropos, du bist als Partyhase und IT-Beardine bekannt. Wo feierst du am liebsten, und was ziehst du dabei an?

Partyhase und IT-Beardine: Missy Stiebling.
© Julia Stiebling

Missy: Ich feier‘ gerne und oft! Ich bin nicht nur Partyhase, sondern auch Gastgeberin einer absoluten Kultparty, die jedes Jahr unweit der Schwabenmetropole stattfindet. Meine Gäste scheuen keine Kosten und Mühen, um an diesem legendären Event teilzunehmen.

Bis auf wenige Ausnahmen! Meine Outfits sind nicht minder legendär, ich erfinde mich ständig neu. Manche halten mich deshalb für einen Trendsetter statt für eine Beardine – aber das wird immer gleich klargestellt!

10. Na, wenn das eine Anspielung sein sollte: Wir werden dich auf jeden Fall mal beehren. Weiß nur noch nicht, wann! Die Lutscher sind das Problem, wie immer. Aber für den Fall der Fälle habe ich hier eine Anfrage: Welchen wichtigen Satz muss Loveblogger Janni lernen, wenn er an schwäbischen Partys teilnehmen und Mädels aufreißen will?

Wilsch mit mir a Grabenwässerle saufa?

Missy: Loveblogger Janni macht intuitiv schon alles richtig. Auf was wir Mädels stehen, hatte er bereits begriffen, bevor er das Bein heben konnte, wenn ich mich richtig erinnere. Seine altbewährte Masche ist, die aktuelle Dame des Herzens – oder wie es bei Euch an der Küste heißt: „Catch of the day“ – zur Happy Hour am Bach zu laden.

Für ein Schwabenmädel wie die schöne May muss das folgendermaßen klingen: „Mädele, wilsch mit mir a Grabewässerle saufa?“ Von Vorteil wäre dann auch noch, einen aktuellen Grundbuchauszug mit sich zu führen, wir Schwaben leben sehr ausgeprägt das Motto: Schönheit vergeht, Hektar besteht.

11. Danke dir, ich leite das weiter. Vermute aber stark, dass Janni nicht heiraten, sondern nur aufhoppeln will. Aber wer kann schon in die Zukunft blicken? Du? Was wünscht sich eine bekannte Couchsurferin wie Princess Missy von der Hummelwiese für die Zukunft?

Missy: Dass meine Schwester endlich zu meiner Party kommt, und Janni seine schwäbischen Register ziehen kann! Du darfst auch mit auf meine Couch, Pretty Julchen!

Das ist ein famoses Angebot, das deine adlige Großzügigkeit beweist! Vielleicht sollte ich Couchsurfing einmal probieren… Danke dir, liebes Schwesterherz, für diese präzisen und herzerfrischenden Antworten! Einen dicken Knutscher und lass‘ es krachen!
Dein Julchen

Missy: Danke, du auch, Puppe… Wo wird das jetzt gesendet????!!!

Standardbild
Julchen
Ein pfiffiger Hund mit leichtem Hang zum Drama. Julchen liebt weite Sandstrände und professionelle Buddelarbeiten. Nach langer Zeit hat Julchen sich nun wieder verlobt – ausgerechnet mit Jack, einem Border Collie aus dem fernen Apulien. Neben dem Job als Ressortleiterin Kolumne bei Meerblog arbeitet sie an ihrem dritten Buch. Ein Krimi!

3 Kommentare

  1. Hey Schwesterherz!
    Du hast mich korrekt zitiert, das Portrait wird mir gerecht…
    Wenn ich noch zu anderen Themen meinen Senf dazugeben soll, just let me know!
    Ich hätte spontan noch Fressi, Jungs und Lutscher-Erziehung parat…:-)

    Schönes Wochenende aus sunny Stuttgart

    Missy

  2. Na, Baby!
    War toll mit dir!!!! Komme gerne auf dein Angebot zurück, wenn ich mal was über Typen mache. Knutsch‘ mir das Löffelgesicht und vor allem Tante Ju!
    Ihr seid die Besten!

    P.S.: Wann kommt ihr mal wieder mit Schinkenbrötchen vorbei? ;-)

  3. […] Klar! Das erinnert mich an meine Schwester, eine professionelle Couchsurferin. Wie gerne seid ihr […]

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