Hoch über den Wolken! Wir überquerten die Nordsee, England und die Irische See, doch ich sah nichts davon. Der Flug war ein Traum, und wenn am Ziel auch noch ein gutes Guinness wartete… Mir war nach Jammin‘. Aber im Flieger schliefen, lasen oder aßen sie etwas. Keiner mit Gitarre.

Na, in Dublin würde uns das sicher nicht passieren, my friends. Auch wenn ich nicht erwartete, an jeder Straßenecke Reggae zu hören. Natürlich hatte ich im Vorfeld ein bisschen recherchiert – mit Erfolg. Yeah, es gab so lässige Sounds wie die von Keltic Posse.

Die Chefin hatte zunächst mal ein Date zum Teetrinken – da hielt ich mich lieber raus. Heißgetränke sind so gar nicht mein Ding. Aber dann! Der Guiness-Abend stand an, und ich war on cloud nine, im siebten Himmel: Von Pub zu Pub schlendern, slow motion. Hier und da ein Pint…

Das Leben war locker in Dublin.

Aber warum hetzten die beiden so? Die Chefin wurde von einem Dubliner namens Ciarán angeleitet. Wir zogen los, ich fühlte mich wie auf einer Besichtigungstour. Temple Bar, please stop! Der bekannteste Teil von Dublin, oder? Touristisch? Na und? Hauptsache, es war was los!

Ciarán steuerte schließlich die bevorzugten Pubs der Dubliner an, davon gab es schließlich auch noch genug. Das Sightseeing ging lustig weiter. Scheinbar konnte sich die Chefin nicht entscheiden, wo wir anfangen sollten. But take it easy! Warum blieben wir nicht überall ein Weilchen?

Endlich, das Keogh‘s in South Anne Street, es ging doch. Cool, eben so einer von diesen Traditionsschuppen. Dunkel, dichte Atmosphäre, Guiness auf den Tischen, people joking and laughing. Der gute Ton. Perfekt gezapfte Biere.

Hier könnte man ich bis tief in die Nacht bleiben. Einfach nur den Moment genießen, zur Musik chillen, Leute kennenlernen, wilde Geschichten hören. Was begehrte das Rastaschafherz mehr?

Guinness im Glas? Eine Lachnummer!

Ein bisschen pikiert war ich dann schon, als vor meiner Nase ein Glas Guiness auftauchte – ein Glas! Die anderen tranken doch Pints. Ok, ich hätte mich ein bisschen recken müssen. Aber es gab Schlimmeres.

Zum Beispiel nach einem Glas aufzuhören, weil man Hunger hat. Und dann auch noch in einen – wenn auch irischen – Burgerladen einzufallen. Gift für jeden Veganer.

Doch bei den Chips hatten die Iren echt was locker. Egal, ob die aus echten Kartoffeln, mit Schale und klauendick, oder aus Maismehl waren wie im Café Cairo. Bei einem hellen Galway Hooker. Nur ein Glas pale ale, kein Pint, aber der helle Wahnsinn. Na denn: „Sláinte!“ Besser konnte man sich wohl kaum gute Gesundheit wünschen.

Lächeln bitte! Luis an der Liffey.

Als wir am nächsten Tag durch die City tourten, begleitete uns eine irish Lady namens Hilary, die mich ziemlich cool fand. Das ging runter wie Butter – endlich mal nicht blöd belächelt zu werden! Sie war Kosmopolitin, hatte den Amélie-Film gesehen und liebte den reisenden Gartenzwerg.

Und dann hieß es wieder posen, posen, posen. Vor dem Fluss Liffey. On the streets of Dublin… Und schließlich mit diesem Bär. Good grief, was für ein King Kong! Im schicken Anzug. Verdingte er sich als Türsteher? Nein, er machte Werbung. Für eine Puppen- und Plüschtierklinik mit Shop.

Wenn Bären als Türsteher arbeiten.

Nach ein paar Stunden landeten wir auf dem Campus. Die beiden Mädels wollten sich ein verdammt altes Buch anschauen und eine ebensolche Harfe. Amazing, dass Irland das einzige Land mit einem Musikinstrument auf den Euromünzen war! Die keltische Harfe, auf allen Rückseiten.

Ich wollte mal an dem jahrhundertealten Teil in der Bibliothek zupfen, doch die Harfe war in einem Glaskasten verbarrikadiert. Dafür gab es sie in Dublin noch, richtige Musikläden. Nicht nur Instrumente konnte man hier kaufen, sogar CDs. Music on the streets, music everywhere. Music to go, sozusagen.

Viele hatten so angefangen. Sogar die Jungs von U2, wie ich in Dublin erfuhr. Wir sahen uns im Little Museum coole, alte Pics von ihnen an.

Am Beach von Malahide.

Nun wurde es aber Zeit für einen Beachbesuch, schließlich lag Dublin doch an der Irischen See. Wir nahmen den DART, eine Art S-Bahn, nach Malahide und ließen uns schon nach einer halben Stunde die Seeluft um die Nase wehen.

Es gab wieder mal Fisch and Chips in einem Pub, was sonst. Ich wünschte, ich könnte noch länger in Irland bleiben. Hätte ich einen Koffer, ich würde ihn in Dublin lassen.

Aber ich war voll im Reisefieber, der nächste Trip stand schon an…

Stay tuned, euer

Luis Maria Fernando da Silva Santos

Fotos: Elke Weiler

Danke an Fáilte Ireland / Irland Information für die Unterstützung dieser Reise.

CategoriesIrische See Schaf
Luis Maria Fernando da Silva Santos

Das Rastaschaf gilt als sprachbegabter Lebenskünstler, der schon viel herumgekommen ist. Luis passt in jede Tasche und schmuggelt sich ohne Papiere durch Kontrollen. Manchmal begleitet er die Chefin auf Reisen und arbeitet als Beachblogger. Natürlich liebt er Reggae – insbesondere den von Bob. Zur Zeit ist er im Sabbatical, mal schauen wie lang noch...

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