Ein Augenblick in Äthiopien. Eine junge Frau, die lächelt. Sie trägt ein riesiges Gestrüpp mit sich herum. Es muss schwer sein, trotzdem dieses Lächeln.

Es ist nicht warm, es ist nicht kalt. Der Hausberg der Hauptstadt Addis Abeba reicht bis 2400 Metern hoch, und am späten Nachmittag frischt es hier oben auf, der Wind fegt über die Straße.

Doch das anstrengende Tragen der 35 Kilo schweren Last aus Ästen und Laub lässt die Holzsammlerin schwitzen. Sie lächelt weiter und hofft auf ein Fotogeld, denn der Verkauf des Bündels auf dem Markt in Addis wird ihr nur ein paar Birr einbringen.

Von den staatlichen Eukalyptus-Plantagen am Entoto dürfen die Holzsammlerinnen nur nehmen, was bereits auf dem Boden liegt. Bis zum Markt, dem großen Mercato in Addis, sind etwa 15 Kilometer zurückzulegen.

Behalten die Holzsammlerinnen ein Bündel für sich, haben sie etwa eine Woche Brennholz für die ganze Familie im Haus. Es dient ihnen vor allem zum Kochen über offenem Feuer – auch das traditionelle äthiopische Fladenbrot Injera wird so zubereitet.

Text und Foto: Elke Weiler

Mehr über Äthiopien lesen? Hier geht es nach Lalibela zum Markt und zu den Felsenkirchen.

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Elke

Meerbloggerin, Buchautorin und Journalistin. Hat Kunstgeschichte u.a. in Rom studiert, als Redakteurin bei Burda gearbeitet, aber die meiste Zeit als freie Reisejournalistin. Aktuell lebt die Rheinländerin an der Nordsee, bloggt und schreibt an den nächsten Büchern.

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