Mein erstes Mal in Madrid, und ich wohne im Viertel Huertas. Die hohe Kunst residiert gleich um die Ecke: Zum Prado laufe ich nur wenige Minuten.

Kunsttempel an jeder Ecke, auch das neuere Caixa-Forum liegt in Reichweite – wie die Sammlungen Reina-Sofia und Thyssen-Bornemisza. Ich residiere im Radisson Blu Prado auf der Calle de Moratin, von außen die eleganten Madrider Fassaden mit französischen Balkonen.

Im Innern spielt eine andere, hochmoderne Musik. Anthrazit beherrscht die Gänge und findet sich im Bad wieder. Düster wirkt das keinesfalls, eher edel. Es schafft Raum für die Eskapaden in punkto Beleuchtung. Scheinbar ein großes Thema bei den Innendesignerinnen Sandra Taruella und Isabel López, zumindest bei diesem Projekt. Allein die sogenannte Whiskybar hinterm Entrée ist reichlich mit bizarren Lichtobjekten bestückt.

Madrid auch an der Wand
Madrid auch an der Wand

Mein Zimmer für eine Nacht: Auffällig die Fototapete mit einem Madrilener Motiv, einer historischen Aufnahme im gedeckten Sepiaton. Zum vorherrschenden Grau-Braun fügt sich diese „Hauswand“ optimal ein. Aufgelockert wird das Ganze mit lila Akzenten wie Kissen, Überwurf, Designersessel.

Wellness fängt bereits im Bad an, mit viel Platz unter der Dusche, über mir so etwas wie ein warmer Regenschauer. Es dauert nicht lange, dann ist die Luftfeuchtigkeit so hoch wie in der Karibik. Der Duft hingegen französisch: Luxus für Haut und Haar, zitronig, seidig.

Erfrischt und munter freue ich mich über kostenloses W-Lan, also direkt mal unter www.esmadrid.com nachschauen, was heute so los ist in der City.

Unterwegs im Kiez
Unterwegs im Kiez

„Mein“ Kiez liegt nicht nur in optimaler Reichweite der Kunsttempel. Huertas gilt als Literatenviertel: „el Barrio de las Letras“. Nicht zuletzt, weil kein Geringerer als Miguel de Cervantes hier lebte. Und er war nicht der einzige damals, im Goldenen Zeitalter Spaniens.

Traumwandlerisch schreite ich durch die Gegend zwischen Paseo del Prado, Puerta del Sol und Calle Atocha. Die kleinen Lokale rund um die Plaza de Santa Ana sind gegen 18 Uhr prall gefüllt. Man genießt Tapas im Stehen, bei einem Gläschen Wein.

Zurück zum Hotel, irgendwann. Zeit für einen tiefen, erholsamen Schlaf. Der Morgen beginnt gut, obwohl ich den Raum mit dem Buffet erst suchen muss. Der freundliche Kellner klärt mich auf, ganz so weit von meinem Tisch ist er dann doch nicht entfernt.

Süßes im Überfluss
Süßes im Überfluss

Raffiniert die Außenwand des Frühstücksraumes: Eine Art Lichtgitter suggeriert die Verbindung zu Tag und Sonne. Das Spiel mit dem Licht tritt mal wieder hervor, wie auch schon im Wellnessbereich mit den kapriziösen, angeleuchteten Objekten – schwebend im Raum.

Das Frühstück wartet. Kaffeemäßig steht eine große Auswahl an farbigen Aluminiumkapseln bereit: Der Automat schluckt das Teil und spuckt ein starkes Getränk heraus. Also am besten viel heiße Milch drauf.

Im Buffetraum sind Käse, Aufschnitt, frisches Obst, Yoghurt, Brot, Brötchen und dänisches Gebäck appetitlich angerichtet. Für das typische Madrider Frühstück, frisch frittierte „Churros“ plus puddingartige Trinkschokolade, ist es mir bei 15°C Außentemperatur noch nicht kühl genug.

Ich gehe hinaus: Madrid im Nieselregen. Wie gut, dass der Prado gleich um die Ecke ist…

Text und Fotos: Elke Weiler

Danke an Dertour und die Radisson Hotels, die diese Reise unterstützt haben.

Elke

Meerbloggerin, Buchautorin und Journalistin. Hat Kunstgeschichte u.a. in Rom studiert, als Redakteurin bei Burda gearbeitet, aber die meiste Zeit als freie Reisejournalistin. Aktuell lebt die Rheinländerin an der Nordsee, bloggt und schreibt an den nächsten Büchern.

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