Genuss Schweden

Gotländischer Safrankuchen

Auf die schwedische Insel Gotland kann man sich kochen oder backen, wenn gerade kein Urlaub in Reichweite ist. Zumindest für eine Fika, eine gemütliche Kaffeezeit, geht das relativ leicht. Allerdings sollte man sich nicht wundern, wenn nach einem erfolgreichen Versuch – etwa in Sachen Saffranspannkaka – das Schwedenweh eher größer wird. Was das ist? Ursprünglich ging es dabei mal um Resteverwertung. Und Milchreis spielt die zentrale Rolle. Ideal im Winter!

Gotländischer Safrankuchen auf der Basis von Milchreis an Beerengrütze und Sahne

Zutaten und Verarbeitung:

1 Liter Bio-Milch und
250 Gramm Milchreis
mit zwei Prisen Salz zum Kochen bringen, zirka 25 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen, ab und zu umrühren.

125 Gramm gemahlene Mandeln
125 Gramm Rohrohrzucker
das Mark einer Vanilleschote
sowie 1 Ei
in den fertigen Milchreis rühren.

0,5 Gramm Safranfäden mit der Hand leicht zerbröseln und in etwas kalten Kaffee einrühren, dann dem Reisbrei zufügen.

In eine Auflaufform geben und zirka 30 Minuten bei 200 Grad im vorgeheizten Ofen backen.

In der Zwischenzeit Bio-Sahne schlagen und Grütze kochen. Eigentlich reichen die Gotländer eingemachte Salmbären dazu, das sind sogenannte Kratzbeeren, die zur Familie der Brombeeren gehören. Es gibt sie nur auf Gotland und Öland. Ersatzweise habe ich einen Beutel gemischte Beeren auf dem Tiefkühlregal mit 125 Gramm Rohrohrzucker und zwei Löffeln Speisestärke aufgekocht und ein bisschen köcheln lassen.

Einfach lecker. Om ni visste vad gott det smakar.

Das Ergebnis: köstlich! Vor allem, wenn es noch warm auf den Tisch kommt. Allerdings ist der Safrankuchen mächtig, und so reichen die beschriebenen Mengen zum Kaffee für vier bis fünf Personen.

Ich wünsche euch:

Smaklig måltid!

P.S.: Inzwischen war ich auf Gotland und durfte mit zwei Hobbybäckerinnen im Süden der Insel Saffranspannkaka backen. Sie haben dem Brei noch (etwa eine halbe Tasse) Rosinen zugefügt und statt der gemahlenen Mandeln gehackte benutzt. Dadurch kaut man den Kuchen mehr.

Mir persönlich gefällt die Version mit gemahlenen Mandeln und ohne Rosinen besser, aber ich wollte euch diese südgotländische Variante nicht vorenthalten. Dass man den Safran mit etwas Kaffee verrührt, habe ich übrigens bei den beiden Gotländerinnen abgeschaut. Die Großmutter der einen verrührt den Safran übrigens mit ein bisschen Schnaps.

Noch mehr Süßes aus Schweden? Rund um den 13. Dezember backen sie Lussekatter zum Fest der Lucia.

Autor

Meerbloggerin, Buchautorin und Journalistin. Hat Kunstgeschichte u.a. in Rom studiert, als Redakteurin bei Burda gearbeitet, aber die meiste Zeit als freie Reisejournalistin. Aktuell lebt die Rheinländerin an der Nordsee, bloggt und schreibt an den nächsten Büchern (siehe Footer).

11 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Avatar Stella sagt:

    Wenn ich mich recht entsinne, haben die Wikinger die Gewürze aus dem Mittelmeerraum mitgebracht. Sie sind durch das Netz der Flüsse durch das, was heute Russland ist zunächst zum Schwarzen Meer und von dort aus auch weiter in die Ägäis gelangt und haben dort jede Menge Gewürze kennen gelernt. Auf dem Rückweg lag dann Gotland näher als das schwedische Festland, darum haben solche exotischen Gewürze besonders dort Tradition. Außerdem ist das Klima dort günstiger, um zum Beispiel Kräuter anzubauen.

    1. Avatar Elke sagt:

      Danke, Stella! So etwas habe ich auch mal in einer TV-Sendung über Gotland gehört, dem es scheinbar im späten Mittelalter richtig gut ging. Aber ich möchte es vor Ort herausfinden. Warst du schon mal auf Gotland?

      1. Avatar Stella sagt:

        Ja, einmal. Ganz wunderbar ist das dort, aber leider auch wunderbar teuer und selbst von hier aus nicht mal so eben zu erreichen. Ich habe damals für die „Welt am Sonntag“ darüber geschrieben, die Überschrift (die ich „so la-la“ finde, vor allem das „mitten in Schweden“ ist doch etwas irreführend) ist aber nicht von mir, die setzen leider immer andere Headlines drüber:

        https://www.welt.de/reise/article4110657/Gotland-mediterranes-Flair-mitten-in-Schweden.html

        1. Avatar Elke sagt:

          Ich glaube, auf den Artikel bin ich schon mal gestoßen. :-) Vielleicht mache ich meine nächste Schweden-Tour so: Bis Helsingør hoch, dann ab auf die Fähre, Kaffee trinken mit Stella in Helsingborg, mindestens ein Kaltbadehaus testen und irgendwie rüber nach Gotland… Ich schau mir das mal auf der Karte an. :-)

  2. Huhu

    ich hab eben gerade deinen Blog entdeckt und mich verliebt <3 schmilz! Diesen Kuchen muss ich mal nachbacken, er sieht wirklich köstlich aus. Ooooh und ich liebe den Norden auch so sehr, besonders Finnland, da bin ich im Februar wieder. Kann es kaum erwarten. Lass dir liebe Grüße da Tinka

    1. Avatar Elke sagt:

      Danke, Tinka! Und dir schon mal viel Freude in Finnland! :-) Werde wohl im März wieder dort sein. Und jetzt werde ich mal bei dir stöbern, denn ich bin immer auf der Suche nach guten Lesestücken! :-) Liebe Grüße von der Nordsee! Elke

  3. Avatar Laura sagt:

    Hey Elke,

    danke für den schönen Beitrag und das Rezept, das sieht ja wirklich verboten lecker aus!!! Muss ich demnächst unbedingt mal nachmachen. Mein Mann hat von dem Safrankuchen erzählt, er war neulich auf Gotland. Den nächsten Urlaub verbringen wir auf einem Campingplatz in Deutschland, aber vielleicht muss ich mich auch mal aus meiner Komfortzone heraus bewegen und neue Sachen kennenlernen ;)

    Liebe Grüße, Laura

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