Rund ums Reet

Unser Haus muss zum Friseur, es soll frisch erblonden zum Frühjahr. Wachsen, schneiden, legen – so lautet die Formel für sein Haar aus Schilf. „Früher hielt ein Reetdach etwa 50 Jahre“, meint Uwe Michalski, seines Zeichens Friseur der Reethäuser. Heute käme es jedoch schneller zu Ausbesserungen oder Neueindeckungen, der Umweltverschmutzung …

Es war einmal in New Mexico

Galisteo, wer kennt schon Galisteo. Steven Spielberg hat hier mal ein Stück Kulisse für seine Serie „Into the West“ aufgebaut. Die Tipis passten optimal in die weizengoldfarbene weite Prärielandschaft. Da wundert es niemanden, dass Galisteo zu prähispanischen Zeiten einmal ein lebhaftes Indianer-Pueblo war.

Heute suchen viele die Ruhe und Einsamkeit in Galisteo. Das 200-Seelen-Dorf wirkt so verschlafen wie viele Ortschaften der Gegend. Mit ein paar Adobe-Häusern, Reitern, bellenden Hunden und wilden Kaninchen. Genau der richtige Mix, um blasse New Yorker für einen Urlaub in die Natur zu ziehen.

Auf dem Rücken der Pferde das Land zu erkunden oder im Pick-up über den Highway düsen. Und plötzlich taucht eine grasende Büffelherde vor den Berghängen auf. New Mexico erscheint so fern, so filmisch und surreal und doch so vertraut und wirklich.

Es ist das Land von 22 Indianerstämmen, darunter die Pueblos. Es ist das Land der Kreativen und der Hippies. Bekannte Orte wie Santa Fe und Taos wirken wie aus dem Ei gepellt mit ihrer schicken Adobe-Architektur. Und über allem hängt der Duft grünen Chilis, den man in New Mexico nach eigenen Angaben bereits zum Frühstück isst.

Text und Fotos: Elke Weiler

Aus der Reihe: Archivgeschichten

Ich war vor einigen Jahren auf Einladung von New Mexico dort. Vor allem die Pueblo-Kultur hat mich fasziniert. Ich liebe Adobe-Architektur und die ebenso lebendigen wie poetischen Begriffe und Namen der Ureinwohner wie „Morning Talk“ für jenen Shop. Doch viel war nicht los, an jenem Tag, als ich Taos Pueblo besuchte, das als älteste Siedlung der USA gilt, die ständig bewohnt war. Es ist wunderschön. Nicht ohne jene Tristesse, wenn der Wind über den lehmfarbenen Boden pustet, auf dem das Leben einst blühte. Und der Hund mit jenem traurigen Blick in die Ferne schaut. Seit über 1000 Jahren ist Taos Pueblo bewohnt, auch wenn es an diesem Tag etwas verlassen wirkte.

Der Orient, heilige Sophia!

Wenn du den Tag mit einem frischen Granatapfelsaft nahe der Galata-Brücke starten kannst, bist du in Istanbul. Der Verkäufer der Süßigkeiten, die den spanischen Churros ähnlich sehen, sagt mir den Namen auf Türkisch: Tulumba. Etwas dicker im Durchmesser, etwas süßer, da nach dem Frittieren in Zuckerwasser getaucht. Aber lecker. Vor …

Frühstück in Haus 8

Ein Zelt in Kopenhagen. Inmitten eines computerdesignten Wohnblocks unserer Tage richtet eine Mutter mit ihrer Tochter ein Drei-Mann-Zelt auf. Dann erfüllen die gestapelten Grünflächen im Zentrum des Innenhofs also ihre Funktion. Ein Stück weiter strömen die bereits erwachten Bewohner des Blocks in ein schickes Café, untere Ebene, wo sie ihr …

Shikumen und Cappuccino

Rings um Xintiandi (sprich: schintindi) brodelt der Verkehr der 23-Millionen-Metropole Shanghai. Plötzlich fühle ich mich davon abgeschnitten, wie von einem Werbefilm, der den Krimi unterbricht. Ich schreite durch einen Komplex mit niedrigen Backsteinhäusern, Bäumen und engen Gassen, eine Art künstliche Oase im Großstadtdschungel. Alles ist fein säuberlich aufgereiht und herausgeputzt. …