Der leuchtende Michel

So hatte ich das nicht erwartet. Der Michel, die Hauptkirche Hamburgs liegt zwar nicht verborgen, aber eher unspektakulär in der Hamburger Neustadt. Ich komme von der Deichstraße und irre ein bisschen umher, weil ich den Michel nicht sehen kann. Aber ich weiß, er muss ganz in der Nähe sein. Endlich! …

Martini-Sommer in Rom

Nach Rom zurückzukehren, bedeutet für mich jedes Mal, in die Erinnerungen eines besonderes Jahres einzutauchen. Zu vergleichen. Neu zu erleben. So auch dieses Mal in einem November in der ewigen Stadt. Im Morgengrauen an der Fontana di Trevi sitzen und den Münzsammlern zuschauen. Sommer in Rom. Auf einem Dritte-Hand-Mofa in …

Das Geisterschiff

Im Vasa-Museum von Stockholm Sonntage sind klassische Museumstage, vor allem im Herbst oder Winter. In Stockholm, der Stadt der Inseln, nehme ich einen Wasserbus in Richtung Djurgården. Es ist nur ein Katzensprung von Skeppsbron aus, dem Hafen von Gamla Stan. Übersetzt heißt Djurgården „Tiergarten“ – ein Stadtteil, eine Halbinsel und …

Der Duft von Tee

Im Speicherstadtmuseum von Hamburg Graugänse auf dem Rathausmarkt? Sonst wohnen sie auf Feld und Wiese, und zeigen sich beim Vogelkiek – in Nordfriesland oder woanders. Doch mitten in Hamburg spazieren die Wasservögel gelassen übers Pflaster. Renate meint, sie picken das Grün zwischen den Ritzen weg. Nicht gerade ein üppiges Mahl. …

Rhythmus im Rund

Zentralbauten – entweder sie schwingen oder sie ruhen in sich. Mal wirken sie leicht, dann wieder schwer, egal ob Rotunde oder Oktogon. Beste Beispiele geben das Pantheon in Rom, San Vitale in Ravenna oder der karolingische Teil des Aachener Doms ab. Und dann natürlich m eine Kirche. Da ich meine …

Hart auf Kurs

Mit dem Kanu über die Neris nach Vilnius Flussabwärts paddelt es sich gemütlich, sollte man denken. Die Perspektive wechseln, Litauen vom Wasser aus entdecken. Also machen wir uns bereit für eine Tour über die Neris bis nach Vilnius. In der Schwimmweste fühle ich mich wie ein aufgeblasenes Reifenherstellermännchen, das Kanu …

Ein Wald voller Kunst

Nördlich von Vilnius sei er zu finden, der geografische Mittelpunkt Europas. Das haben nun, nachdem in der Vergangenheit Orte in Polen, Österreich, Bayern und in der Ukraine eine eigene Stelle proklamierten, französische Wissenschaftler nach neuen Berechnungen herausgefunden. Uns überrascht das schon, da wir uns in Litauen relativ weit im Osten …

Alles swingt

Im Musikhotel nhow in Berlin Ich trete ein … in eine Blase. Die Möbel, der Boden, die Wände – überall schwingen die Linien, bilden sich Wellen, triumphiert das Rund. Die Farben knallen mir entgegen wie bei einem psychedelischen Trip. Oder auf Zeitreise – zurück in die Formen- und Farbwelt der 60er …

Senhor Anacleto aus Camacha

Und sie flechten und flechten auf Madeira. Nur wenige Kilometer von der Inselhauptstadt Funchal entfernt liegt das sogenannte Dorf der Körbemacher auf etwa 700 Metern Höhe. Camacha hält die Traditionen hoch, insofern das möglich ist. Denn einst waren ganze Familien mit dem flotten Flechten der Weiden beschäftigt. Heute sind es …

Die Holzsammlerin

Ein Augenblick in Äthiopien. Eine junge Frau, die lächelt. Sie trägt ein riesiges Gestrüpp mit sich herum. Es muss schwer sein, trotzdem dieses Lächeln.

Es ist nicht warm, es ist nicht kalt. Der Hausberg der Hauptstadt Addis Abeba reicht bis 2400 Metern hoch, und am späten Nachmittag frischt es hier oben auf, der Wind fegt über die Straße.

Doch das anstrengende Tragen der 35 Kilo schweren Last aus Ästen und Laub lässt die Holzsammlerin schwitzen. Sie lächelt weiter und hofft auf ein Fotogeld, denn der Verkauf des Bündels auf dem Markt in Addis wird ihr nur ein paar Birr einbringen.

Von den staatlichen Eukalyptus-Plantagen am Entoto dürfen die Holzsammlerinnen nur nehmen, was bereits auf dem Boden liegt. Bis zum Markt, dem großen Mercato in Addis, sind etwa 15 Kilometer zurückzulegen.

Behalten die Holzsammlerinnen ein Bündel für sich, haben sie etwa eine Woche Brennholz für die ganze Familie im Haus. Es dient ihnen vor allem zum Kochen über offenem Feuer – auch das traditionelle äthiopische Fladenbrot Injera wird so zubereitet.

Text und Foto: Elke Weiler

Mehr über Äthiopien lesen? Hier geht es nach Lalibela zum Markt und zu den Felsenkirchen.