Clafoutis – mein französisches Lieblingsdessert
Nach der Regenzeit kam die große Trockenzeit über Nordfriesland. Seit Mai sind etwa drei Tropfen gefallen, das Gras der Deiche ist gelb, die Wassergräben fast alle ausgetrocknet. Das ermutigt einige Kühe, sich auf Wanderschaft zu begeben und den Nachbarn mal „Hallo“ zu sagen. Manchmal laufen sie auch eine Straße entlang, was bei Feriengästen oft zu Unsicherheit führt.
An den Gräben wohnende Bisams suchen nach den letzten Wasserflecken, Tauchgänge sind unmöglich. Für die Ernte der Bauern wird es schwierig werden, wenn der August nicht endlich den ersehnten Regen bringt. Unter der trockenen Kruste aber speichert der Marschboden weiterhin Feuchtigkeit, wovon die tiefer wurzelnden Pflanzen profitieren. Und unsere Sauerkirschen sind früher reif als erwartet.
Gestern habe ich die ersten Kirschen geerntet, dabei ist mir Clafoutis (sprich: klafuti) in den Sinn gekommen. Ich habe es als Dessert in der Provence probiert, doch eigentlich stammt Clafoutis aux cerises wohl aus dem Limousin. Eine Art Auflauf, der optimal zu frisch gepflückten, nicht entkernten Sauerkirschen passt. Man soll die Nachspeise auch mit Süßkirschen oder mit entkernten Kirschen aus dem Glas machen können, doch das habe ich noch nicht ausprobiert. Ich mag einfach diesen Gegensatz aus frischen Sauerkirschen und dem pfannkuchenartigen Teig.

Meine Version:
Sauerkirschen aus dem Garten, bei uns sind sie nicht so groß, ich zähle 80 bis 90 Stück.
170 ml Milch (Hafer oder Kuh macht geschmacklich keinen Unterschied.)
3 Eier von glücklichen Hühnern
70 gr Rohrohrzucker
100 gr Dinkelmehl
1 Prise Salz & 1 Prise gemahlene Bourbon-Vanille
Die Kirschen waschen, Stiele entfernen. Die Zutaten für den Teig gut vermischen, das Mehl zuletzt hineinsieben und den Teig in eine gebutterte oder geölte Auflaufform gießen. Die Kirschen darauf verteilen und das Ganze für etwa 30 Minuten in den auf 170 Grad vorgeheizten Backofen stellen.
Bon appetit! Aber bitte keine Kerne verschlucken!
Es schmeckt super, wenn auch anders als in der Provence. Wir tauschen das Obst je nach Saison aus, nehmen zum Beispiel Johannisbeeren aus dem Garten oder im Winter eine Beerenmischung aus dem Kühlfach, die vor dem Backen auftauen muss.
Falls ihr ebenfalls Erfahrungen mit Clafoutis aux cerises gemacht habt, bin ich sehr gespannt auf eure Tipps!

So was Leckeres möchte ich auch einmal essen. Vielleicht bald, dann freue ich mich schon jetzt darauf.
Ja, bald! :-)
Hallo liebe Elke, danke für das leckere Rezept! Es passt zwar eher in den Sommer als in Februar, aber ich hab nur das Titelbild gesehen und dachte mir „geil, Kirschen“ – liegt vielleicht auch etwas an meiner Schwangerschaft ;)
Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen Dienstagnachmittag.
P.s. Ich liebe Deinen Blog, gerade die Reiseberichte in der Kategorie Jotwede bringen mich jedesmal zum Träumen
Danke dir, das freut mich sehr! Aber das wird jetzt schwierig mit den Kirschen… ;-) Viele Grüße aus Norwegen!