Dithmarschen Genuss

Kohl und Kuchen

Es schützt nicht nur vor Sturmfluten: Das befahrbare Eidersperrwerk verbindet die Halbinsel Eiderstedt mit Dithmarschen, so dass wir auf schnellstem Weg zum Wesselburenerkoog gelangen.

Es herrscht Ebbe, und der feste Schlick lädt zu weiten Wanderungen übers Watt ein. Rechts prangt das größte deutsche Küstenschutzbauwerk inmitten des Mündungsgebietes der Eider, dahinter erhebt sich der von Menschenhand angelegte Wald des Katinger Watts.

Vor uns die unendliche Weite des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Hinter uns der Strand vor dem langgestreckten Deich. Und für uns noch unsichtbar: die Ortschaft Wesselburenerkoog – das sogenannte Gemüsedorf im Dithmarschen. Als äußerst fruchtbar gilt der Marschboden hier.

Typisch Dithmarschen

Weit und breit nichts als Gemüse auf den Feldern, allein rund 80 Millionen Kohlköpfe! Jedes Jahr im September feiert man bei Erntebeginn die Kohltage, denn der Kreis Dithmarschen weist mit 2800 Hektar das größte geschlossene Kohlanbaugebiet Europas auf. Dann dreht sich kulinarisch alles rund ums Rundgemüse.

Brownie und Beeren-Schmandtorte

In den Landläden werden die vitaminreichen Köpfe bereits angeboten – neben Kürbis, Zucchini und Roter Beete. Wir sind mitten auf der Deutschen Kohlstraße, als wir in Wesselburenerkoog den Hofladen Wilkens gegenüber vom Café Koog erspähen.

Schön gemütlich.

Das Angebot ist enorm und reicht von kleinen und großen Kürbissen über Bio-Produkte bis hin zu dänischen Dekorationsartikeln. Viele wissen schon, dass der Hofladen auch sonntags geöffnet hat, und so herrscht reger Betrieb.

Man kauft noch ein bisschen Rucola, Brot oder eine selbstgemachte Marmelade, bevor es ins angrenzende Café geht, das für seine tollen Torten bis weit über die Dithmarscher Grenzen bekannt ist.

Selbstbedienung. An der Theke in der ehemaligen Schmiede hat sich eine kleine Schlange gebildet. Alle stehen vor der gut bestückten Kuchenauslage, eine Entscheidung ist gefragt: Zitronenbaiser, Eierlikörkirsch oder Butterapfel?

Beerenschmand

Wir probieren schließlich einen Brownie und eine leichte Beeren-Schmand-Torte. Beides ebenso köstlich wie Cappuccino und Milchkaffee. Mit Blick aufs Marschenland lässt sich im gemütlichen Garten die Septembersonne genießen. Doch für kühlere Tage scheint das im Landhausstil eingerichtete Innere des Cafés eine gute Alternative zu sein.

Dithmarschen ist uns sehr sympathisch, auch ohne Kohltage. Wir werden bald wiederkommen: Wie gut, dass es das verbindende Eidersperrwerk gibt.

Text und Fotos: Elke Weiler

Autor

Meerbloggerin, Buchautorin und Journalistin. Hat Kunstgeschichte u.a. in Rom studiert, als Redakteurin bei Burda gearbeitet, aber die meiste Zeit als freie Reisejournalistin. Aktuell lebt die Rheinländerin an der Nordsee, bloggt und schreibt an den nächsten Büchern (siehe Footer).

4 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Avatar Tanja sagt:

    Schöner Bericht. 80 Millionen Kohlköpfe das ist schon eine Hausnummer. Das ist schon fast ein unvorstellbar große Zahl. Der Kuchen und der Brownie sehen sehr gut aus. Wobei ich eher zu dem Brownie tendieren würde. Der sieht zudem noch richtig groß aus. Scheint eine gute Portion zu sein.

  2. […] Update am 11. November 2017: Das Café ist leider geschlossen! Alternativ kann ich das Café am Theatrium in Tetenbüll unbedingt empfehlen. Sehr leckere Kuchen und Torten. Ebenso das Café Koog in Wesselburenerkoog, siehe auch den Artikel Dithmarscher Tortenliebe. […]

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