Von Hunden und Heidschnucken

Werbung | Sie sagen, wir haben den heißesten Tag des Jahres erwischt, als wir in Handeloh ankommen. 15 Hunde und über 20 Menschen auf einem Hof zwischen Fachwerkhäusern, ein Gebäude-Ensemble aus dem 16. bis 20. Jahrhundert. Fliegen, Bienen und Wespen brummen und summen fleißig, überall sind Wiesenblumen dekoriert, der großen Trockenheit zum Trotz.

Der Bauern- und Reiterhof Kröger liegt am Rande von Handeloh. Ein paar Heidschnucken blöken, bevor sie sich vermutlich aufgrund des Wetters wieder in ihren Stall zurückziehen. In der Mitte des Hofes wartet ein Frühstücksbuffet, und ich probiere das im historischen Lehmofen gebackene Brot sowie ein bisschen von den Fischkreationen. Leider habe ich bei der Hitze kaum Appetit. Schade, denn alles ist gartenfrisch, baut Familie Kröger doch Kräuter und Gemüse selbst an. Außerdem widmet man sich der Forellenzucht.

Je schöner der Hof…

Hundetrainerin Susanne Steffen von „Stressless Dogs“ aus Hamburg gibt erste Tipps für Hundebesitzer, die Fragen oder Probleme haben. Fragen oder Probleme haben Hundebesitzer meistens. Es muss daran liegen, dass Menschen und Hunde unterschiedlich ticken, und Menschen immer meinen, dass sie alles unter Kontrolle haben müssen, was sich nicht selten als komplette Illusion erweist.

Hinzu kommt, dass jeder Mensch und jeder Hund anders sind, und das liegt nicht immer nur an der jeweiligen Sorte. Das beste Beispiel hierfür sind Julchen und Janni, beide Bearded Collies, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Aufgrund des Wetters habe ich keinen der beiden in die Heide mitgenommen. Natürlich vermisse ich sie wie immer, doch bereue ich meine Entscheidung keine Sekunde.

…desto süßer die Schafe.

Vor dem hölzernen Tor der Scheune organisiert Kathrin Köntopp von der „Hundeknipserei“ aus Lübeck ein Shooting. Dazu hat sie Blumenkränze und andere lustige Dinge für die Hunde mitgebracht. Suri, einer der Rhodesian Ridgebacks meiner lieben Kollegin Martina (hundereisenmehr), modelt für ein ansehnliches Hundekeks-Honorar mit Blümchen auf dem Kopf.

Danach legt sich die 10-Jährige erst mal hin und steht auch für die Heidewanderung nicht zur Verfügung. Wir laufen los, Schweiß auf der Stirn. Zum Glück nur selten durch die pralle Sonne, unser Weg ist einigermaßen beschattet. Die Lüneburger Heide gilt als einer der ältesten Naturschutzgebiete in Deutschland, erfahren wir beim Eintritt in den Naturpark.

Der wichtige Wachholder

Dort wartet Gäste- und Wanderführerin Petra Reinken auf uns. Da im gesamten Gebiet freie Heidschnucken unterwegs sind, bleiben die Hunde an der Leine. Zunächst machen wir Halt vor einem Wacholderbusch. „Er gibt sein Leben, damit andere Bäume wachsen können“, erzählt unser Guide. So wächst in der Mitte des Wachholders eine Eiche. Durch seine piksenden Nadeln ist sie geschützt vor Rehen, doch irgendwann wird sie ihm das Licht nehmen, dann stirbt er.

Es gäbe, so Reinken, neben dem Wachholder eine ebenso wichtige wie bekannte Pflanze in der Lüneburger Heide: die Heide natürlich. Wir laufen ein Stück weiter durch das leicht gewellte, von den Eiszeiten geschliffene Land, das einst komplett von Wald bedeckt war, darunter Sandböden. Bis die Bauern den Wald durch die Jahrhunderte abnutzten und abholzten. Auf den offenen Flächen wuchs die Heide.

Gassi mit Schattenplätzchen

Was wir heute Lüneburger Heide nennen, ist also eine Kulturlandschaft. Doch um 1850 bestanden weite Flächen nur noch aus Sand und Dünen, so dass die Bauern sich an der Nordsee umgeschaut haben, was man denn wieder hier anpflanzen könnte. Heute sind 40 bis 50 Prozent der Heide wieder aufgeforstet. „Würde man die Landschaft in Ruhe lassen, würde der Wald nach einer Weile alles bedecken“, meint die Naturführerin.

Um die Kulturlandschaft zu erhalten, werden die vorhandenen Heideflächen aufwendig gepflegt und formen die größten zusammenhängenden ihrer Art in Mitteleuropa. Bei der Landschaftspflege spielen die Heidschnucken eine tragende Rolle, die von den Mufflons abstammen sollen und sich neben Gras und Wildkräutern eben auch von Heidekraut ernähren. Die Heide bietet außerdem Vogelarten wie Heidelerchen, Rot- und Schwarzkehlchen und Birkhühnern ein Heim.

Mei vom Blog „Dogs & Buddies im Dialog mit sich.

Inzwischen sind wir zur Freude der Hunde am Büsenbach angekommen. Zwar führt er kaum Wasser, doch selbst das Rinnsal bringt etwas Abkühlung und Spaß. Auch verschwände der Bach hier und dort, so Petra Reinken, und das läge am Untergrund. Auf Lehm oder Ton plätschere er sichtbar, auf Sand verschwindet er in der Erde. Daher spräche man auch von Bachschwinde.

Wo ringsherum das Land in Lila aufleuchten sollte, allerorten nur gelbe bis bräunliche Töne. Selbst der Heide, die mit ihren winzigen Oberflächen auf Sonnenschein eingerichtet ist, wird es in diesem Sommer zuviel. Immerhin hat die Wanderführerin ein Pflänzchen mitgebracht, damit wir die Heide näher betrachten können.

Zartes Pflänzchen

Schließlich treten wir den Rückweg an, das Mittagessen wartet auf dem Kröger-Hof. Auch fühle ich mich ein bisschen wie die Heide, meine angeblich 24 Stunden die Temperatur haltende Wasserflasche hat sich flott erwärmt, und der Inhalt geht zur Neige. Darüber hinaus wollten wir uns als Hundehalter, die bei jedem Wetter draußen sind, dem neuen Gummistiefel für Damen aus dem Haus Aigle widmen.

Doch der Sommer zeigt uns einen Vogel.

Ich weiß, dass er sich bald eines Besseren besinnen wird. Dass Regentage kommen werden, das ist an der Nordsee so sicher wie der unermüdliche Wind. Überflüssig zu sagen, dass auch er in diesem Karibiksommer nicht wenige Aussetzer hatte. Ansonsten gilt: Seitdem ich an der Nordsee wohne, komme ich an Gummistiefeln nicht mehr vorbei.

Rund um den Büsenbach

Dabei gibt es solche und solche, und kaum welche, die ich noch nicht ausprobiert habe. Meiner Meinung nach macht Aigle die bequemsten. Solche, mit denen man stundenlang unterwegs sein kann. Das neue Reva-Modell ist noch nicht auf dem Markt, wir dürfen es uns also ganz exklusiv anschauen. Alles Handarbeit aus Frankreich, sagt Sabine Dellmuth von Aigle Deutschland, doch das wusste ich bereits, seit ich zum ersten Mal auf die Marke gestoßen bin.

In einem Laden in Sankt Peter-Ording war das. Und der erste Eindruck hat nicht getäuscht, meine Stiefel begleiten mich seitdem durch stürmische Zeiten an der Küste. Auch nach langen Spaziergängen werden die Füße nicht müde, auf unebenen Deichstücken greift die Profilsohle, außerdem ist der Schaft weit genug, um dicke Strümpfe und eine Röhrenhose hineinzustecken.

Die drei Hübschen vom Blog „behütet & geliebt“

Einzig das Salzwasser macht den Stiefeln zu schaffen, wir spülen sie jedes Mal ab, wenn wir damit an der Wasserkante entlang gelaufen sind. Auch sollte Schmutz immer direkt entfernt werden, um die Langlebigkeit des Materials zu garantieren. Naturkautschuk will gepflegt und regelmäßig gefettet werden. Dann lohnt sich die Investition, und man hat jahrelang Spaß an den Stiefeln.

Jedenfalls kehre ich zurück aus der Heide mit einem Paar indigoblauer Stiefel im Gepäck und bin gespannt, wie es sich beim ersten Gassi oder Spaziergang bei ganz normalem Nordseewetter anfühlt.

Und wer hat den letzten Blick?

Text und Fotos: Elke Weiler

So war meine kleine Auszeit.

Mit Dank an Aigle Deutschland, die mich in die Heide eingeladen und diesen Artikel unterstützt haben.

  1. Liebe Elke,
    ein toller und liebevoller Beitrag über einen wirklich tollen Tag.
    Das Foto von Mei ist so toll.
    Liebe Grüße
    Ines von Dogs & Buddies

  2. Die Lüneburger Heide gefällt mir sehr gut war noch nie dort

  3. Toller Bericht, Handeloh liegt gar nicht so weit von unserem Landzuhause und noch näher an meiner früheren Arbeitsstätte. Aigle Stiefel sind genial, ich habe ein paar braune kurzschaftige Stiefel. Die irgendwie verschütt gegangen waren beim Umzug aufs Boot, letztes Jahr hab ich sie jubelnd wieder gefunden! Mit dem Fetten war mir neu, werde ich mal machen. Ich bin noch nie so gerne in Gummistiefeln Gassi gegangen wie in diesem Paar!

    • Lieben Dank! Ja, es gibt ein Spray für die Stiefel. Und ich liebe meine auch! Die Neuen muss ich noch testen. Sehr schöne Gegend, da bei deinem Landzuhause. Liebe Grüße!

  4. Liebe Elke,
    irgendwie hat es auf dem iPad nicht funktioniert, Deinen wieder einmal sehr gelungenen Artikel zu kommentieren. Aber jetzt habe ich es verstanden … … schön, war‘s mit Dir und allen anderen. Ich hoffe, wir sehen uns bald einmal wieder und vielleicht lerne ich ja irgendwann auch mal Janni und Julchen kennen!
    Viele Grüße
    Martina

    • Liebe Martina,

      Julchen würde sich sehr freuen, Janni ist eher skeptisch bei anderen Rüden. :-D Aber wenn es euch mal in den Norden verschlägt, wäre das ganz toll! Wir können ein Hundehotel auf Nordstrand empfehlen, das hat Julchen fachhündisch getestet. Und wir haben dort auch ein paar Tage zu viert verbracht, als wir nach dem Hausbrand obdachlos waren.

      Liebe Grüße und bis bald!

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