Herbst an der Küste

Zum ersten Mal habe ich den Herbst in diesem Jahr gerochen, als ich Anfang September in Hamburg war. Das erste Laub lag auf der Straße. Doch an der Küste gab es noch ein paar Tage, die sich so sommerlich anfühlten, dass wir noch im Meer schwimmen gehen konnten. Doch dann änderte sich alles. Schlagartig.

Sturm Sebastian fegte über die Küste, peitschte mit bis zu 140 km/h über Bäume, die noch das volle Laubkleid trugen, und knickte großflächig den Mais um. Er kam vom Meer und brachte Salz mit. So dreckig, wie alles danach aussah, so kaputt wirkten die Bäume – wie verbrannt das Laub. Fast alle Äpfel lagen auf dem Boden. Das braune Laub wie ausgetrocknet, als hätte es die Phase der Färbung übersprungen, als wäre der Herbst bereits zu Ende.

Bücken statt pflücken.

Was Sebastian nicht an Laub ausgerissen hatte, rieselt viel zu früh herab. Doch dann wird es wieder warm, und unsere bunte Blumenwiese gibt sich alle Mühe, sogar die zarten Pflänzchen des viel zu spät gesäten Schnittlauchs kriegen einen Schub. Wir beeilen uns, die Äpfel vom Boden aufzulesen, die sich nun in der Küche stapeln. Es ist Zeit für den ersten Apfel-Crumble des Jahres!

Wir probieren es auch mit kleinen Pfannkuchen, wie wir sie im Juni mit duftenden weißen Holunderblüten „gewürzt“ haben. Nun also mit Äpfeln. Und wir haben Glück, die Temperatur ist wieder auf Gartenwetter geklettert.

Sie ist wie eine Wiedergeburt, diese wunderbare Ruhe nach dem Sturm.

Wir werden übermütig. Noch einmal picknicken am Strand, in den Dünen, zum Sonnenuntergang. Noch einmal barfuß durch den kühlen Sand am Abend laufen. Schnell den Sommersalat hinunterschlingen, bevor nur noch ein matter Lichtschein vom Himmel reflektiert wird. Bevor es zu kalt wird auf der Decke. Bevor der Nebel alles einhüllt.

Vor dem Haus blühen immer noch Rosen und ein bisschen Lavendel. Auch wenn das Laub bemüht ist, den Boden großflächig abzudecken.

Und es gibt Pfannkuchen.

Lecker!

Hier das Rezept (für drei bis vier Personen):

Für den Teig
220 Gramm Roggenmehl
200 ml Bio-Milch
80 Gramm Zucker
2 Bio-Eier
2 TL Bio-Quark
2 Msp. Bourbonvanille
1 TL Backpulver
1 Prise Salz

sowie 4 bis 5 Äpfel je nach Größe.

Alle Zutaten für den Teig gut verrühren, bis er schön cremig wird. Die Äpfel waschen, vierteln, entkernen und in Scheiben schneiden. Bio-Butter in der Pfanne schmelzen und löffelweise Teig hineingeben: 1 Löffel = 1 Pfannküchlein. Mit Apfelscheiben belegen, leicht eindrücken und von beiden Seiten goldbraun braten. Im Ofen warm stellen, während die nächsten in der Pfanne brutzeln. Vor dem Essen nach Belieben mit Zimtzucker bestreuen.

Guten Appetit!

P.S.: Wir haben immer noch Äpfel. Ich freu mich auf eure Tipps und Rezepte!

  1. Toller Einblick in eine stürmische Zeit! Und mit Äpfeln kannst du doch so viel machen: Hast du schon mal einen Salat versucht? Mit Paprika (aus dem Ofen), gebratenen Äpfeln und Ziegenkäse? Guten!

  2. Genau so sah (sieht) es in meinem Garten aus. Braunes, verschrumpeltes Laub und alle Äpfel am Boden. Und jedes Wochenende Apfelkuchen…

    • Und jetzt mit dem schönen Wetter ist es richtig komisch, dass kaum noch Laub auf den Bäumen ist! Aber wenigstens gibt es Kuchen. 🙂

  3. Sehr schöner Beitrag, macht Lust auf Herbst!

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