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Aber bitte mit Sahne!

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Während anderswo wilde, maskierte Lutscher die Straßen bevölkerten und diese Riesenparty Rosenmontag nannten, zelebrierten Madame und ich einen coolen Mädelsnachmittag. Ein netter Spaziergang am Dockkoog, diverse Schnacks und Snacks auf dem Weg, schließlich ein kleiner Imbiss im Café.

Zwischendurch massive Komplimente, was angenehm war. Ich fühlte mich wieder jung und unbelastet. Ohne das Pummelschwein als Anstandswauwau konnte ich flirten, was das Zeug hielt: Jack Russel, Collie, Fox Terrier – alle erscheinen mir hoch attraktiv. Schließlich war Karneval, und ich wollte mich vergnügen.

Leider statteten wir meiner Lieblingslocation in der Wasserreihe keinen Besuch ab. Aus Protest legte ich mich dann straßenmittig ab und demonstrierte für Weltfrieden und mehr Boutiquenbesuche. Schließlich wusste man in meinem Alter genau, hinter welcher Tür ein Leckerli wartete. Und ich hatte alle Informationen haarklein über die Jahre abgespeichert.

Ich erinnerte mich an die guten alten Zeiten in Husum, als ich noch Einzelhund und wunderbar verwöhnt war. Also machte ich exklusiv einen auf Zuckerpuppe und Divetta, damit auch Madame in Nostalgie versank. Warum überhaupt zurückfahren?

Doch da erinnerte mich Madame an meine Pflichten als erste Kolumnistin und die Topstory über hundefreundliche Cafés in der Umgebung. Nun also, meine Lieben, profitiert von meiner zweijährigen Erfahrung unter Tischen:

„Alles über Knochen, Kuchen und Kaffee!“ Von Mademoiselle Julie Le Gourmet

Schon dem jungen Julchen wurde der Kuchen frech vor die Nase gesetzt.

1. Ich fange mal mit dem Roten Haubarg bei Witzwort an. Warum? Hunde sind drinnen wie draußen willkommen. Vor allem aber mangelt es nie an einem Leckerli oder Wasser. Der Lutscherservice? Netter geht kaum. Sie vermissen einen sofort, wenn Madame et Monsieur mal allein vor der Tür stehen.

2. In der Alten Schule von Warmhörn genau das gleiche Spiel. Wer meine Diktate fleißig verfolgt, hat schon auf dem Schirm, dass der Laden von Bella, einem Espagneul Français, und ihrem Rudel geführt wird. In unbeobachteten Momenten kann man hier Eisbecher sauber schlecken. Auch meine Schwester Missy kennt den Laden bereits. Darüberhinaus hatte ich hier gemeinsam mit Janni – damals noch der kleine Pupser – meinen ersten TV-Auftritt.

3. Das Café Koog im Ditschmarschen. Medienfrei und ein absoluter Traumladen, was die Torten angeht. Meint Madame zumindest. Leider gibt es für unsereins nur Wasser. Mein alter Kumpel Butz hält dort Wache, ein urgemütlicher Berner. Mit ihm kannst du ewig über Kohl und die Welt diskutieren.

4. Die legendäre Insel in St. Buddel. Ein einziges Mal hat ein super aufmerksamer Servicelutscher mir Käse gebracht. Fantastischen Käse! Ich vergesse solche Dinge nie. Mein ganzes Leben nicht. Deswegen habe ich die folgenden Male alle Anwesenden lautstark daran erinnert. Madame et Monsieur gehen seitdem lieber allein hin.

Auch das Schweizer Café in Tatting gehört zu Julchen Favoriten.

5. Das Café im Schweizer Haus – hübsch in Tating gelegen. Im Sommer setzen wir uns in den Garten und drehen nachher noch eine Runde durch den verwunschenen Park. Ich habe hier schon Stories erlebt, Himmelschafundmeer! Janni sind die Titis auf den Zeiger gegangen, die in der Spielecke beschäftigt waren. Aber da war er selber noch ein Titi. Wie sagt man in solch peinlichen Fällen? Er will doch nur spielen!

6. Das Café am Theatrium in Tetenbüll. Der Kuchen duftet verführerisch, doch für unsereins noch nicht einmal einen Krümel. Nette Location, doch seinen Knochen muss man selbst mitbringen. (Gilt natürlich nur für Vierbeiner.) Wenigstens wird man bewundert – Nahrung für die Seele. Und wenn du Glück hast, läufst du chief dog Poker über den weg. Der spielt super! (2016 aktualisiert.)

Mein persönlicher Favorit ist eher ein Geheimtipp in Schobüll. Wir hatten nämlich mal wieder einen Mädelsnachmittag, Madame et moi, und nutzten ihn für einen Ausflug aufs Festland. Janni war zwar stinkig deswegen, doch einer musste ja auf Monsieur aufpassen.

So besuchten wir meinen alten Kumpel Bobby (Ihr erinnert euch an die legendäre Geburtstagparty? Die wilde Story mit Locken-Lena?) und erkundeten gemeinsam mit Tante Lev den Schobüller Forst.

Wälder – bekanntermaßen eine Rarität in Nordfriesland – musste man hegen und pflegen. Deswegen düngten Bobby und ich hier erst mal gut. Dank meines multifunktionalen Haarkleids sammelte ich massenweise Äste vom Boden auf.

Begegnungen im Schobüller Wald.

Madame kam bei der Übernahme des Brennguts kaum nach. Nach einer wilden Hoppelei über Stock, Stein und Wurzelwerk kehrten wir schließlich bei Tante Lev ein.

Und jetzt der Clou: Auch ich war zu der frisch gebackenen Apfeltarte eingeladen! Jedenfalls interpretierte ich es so. Sie stand direkt vor meiner Nase, verführerisch duftend. Auf dem Couchtisch. Keiner kümmerte sich darum. Zeit für meinen Einsatz!

Wer hätte bei so einer Wahnsinnstarte nicht zugelangt? Den Aufschreien von Madame und Tante Lev nach zu urteilen, wollten sie noch etwas abhaben. In dieser Beziehung war ich großzügig.

Und sie zogen sich nicht gerade wenig rein – inklusive Sahne. Glücklicherweise ließen sie mir ein bisschen übrig. Und es wäre unhöflich gewesen, es liegen zu lassen! Rülpsend stand ich danach vor Tante Lev, die mich wirklich zu mögen schien. Sie lächelte.

Mein Tipp für euren nächsten Lokalbesuch: Erweist der Köchin oder dem Koch immer eure Hochachtung, wenn es geschmeckt hat! Mit ein, zwei Bussis.

In diesem Sinne: einen schönen Valentinstag an alle!

Text: Julchen (nach Diktat über verschärfte Lokaltests nachgedacht. Denn wie sollte sie verlässlich diktieren, wenn sie die Materie nicht selbst probiert hatte?)

Fotos: Elke Weiler

10 Gedanken zu „Aber bitte mit Sahne!“

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  2. Hallo Julchen, danke für die tollen Tipps, wir schnacken bald wieder – ich kenne auch noch welche, falls Du über einen zweiten Teil nachdenkst. Übrigens – Du weisst ja, ich als Wasserhund habe ja das große
    Glück entweder die Elbe oder die Nordsee vor mir zu haben. Donnerstag war es wieder die Elbe, ein herrlich sonniger Tag am Hamburger Strand in Wittenbergen. Viele Vier- und Zweibeiner. Plötzlich
    hatte ich den schönen Hummelwiesengeruch, den ich ja nur zu gut von Dir und dem kleinen Pupser
    kenne, in der Nase und schon sprang mir ein wilder Wirbelwind entgeben – ich sag Dir – genauso verrrückt wie Dein kleiner Janni, aber auch so charmant. Und es stellte sich raus, dass es Jannis
    Bruder Bazel war. Nun soll ich natürlich herzliche Grüße von ihm und seinen beiden Leuten ausrichten,
    an Janni, an Dich und Dein Rudel und natürlich auch von uns dreien aus Husum! Dein Buddy

    1. Mein guter Buddy,

      das ist ja toll! Wenn ich das Janni erzähle, springt er im Dreieck!!! Bruder Bazel!!! Letztens hat er sich noch gefragt, was all seine Geschwister wohl machen… Danke dir!

      Liebe Grüße an euch alle und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder!!!

      Dein Julchen

      P.S.: Wann???? :-)

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