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Meine drei Lieblingsläden in Husum

Binnenhafen

Werbung – in Kooperation mit Das Telefonbuch und der Initiative für Gewerbevielfalt.

Lieblingsläden, das sind jene Juwelen in den Innenstädten. Wenn sich Letztere weltweit zunehmend ähnlicher werden, was das Angebot betrifft, braucht es neue Initiativen. Zeitgemäße Konzepte wie Verkehrsberuhigungen und autofreie Zonen sind ebenso wichtig wie die Förderung jener feinen kleinen Lokale, deren Ansiedlung oft durch zu hohe Mieten verhindert wird. Lokale, in denen man die Persönlichkeiten spürt, die hinter dem Angebot stecken. Dabei geht es weniger um die perfekte Präsentation, sondern vielmehr darum, ob der Laden mit Liebe und Herzblut geführt wird.

Auch wenn man gerade nicht zielgerichtet sucht, schaut man doch immer gerne in seinen Lieblingsladen hinein. Und wenn es nur ums Schnacken geht. Um eine neue Anregung zu erhalten oder vielleicht eine weiterzuvermitteln. Erst die persönliche Atmosphäre macht den Austausch zum angenehmen Erlebnis, egal ob es um einen Einkauf oder eine Dienstleistung geht. Man lässt sich inspirieren und weiß danach vielleicht, welches Geschenk man einer guten Freundin macht, auch wenn sie gerade nicht Geburtstag hat. Man bringt sich auf den neuesten Stand, was den City- oder Viertelklatsch angeht. Du drehst noch eine Runde nach dem Friseurbesuch, weißt seitdem, dass Hula Hoop wieder im Trend liegt. Du kehrst im Lieblingscafé ein. Und findest vielleicht noch einen Buchschatz, frisch von der belesenen Buchhänder:in empfohlen.

Wer auf dem Land lebt, kennt es bestimmt: Man hat mehrere Städte um sich herum und überall seine Lieblinge. Heute möchte ich eine kleine Serie starten, in der ich Tipps für diverse Städte der Region gebe. Diese erste Folge widmet sich Husum und findet im Rahmen der Kampagne #lieblingsladen von Das Telefonbuch und der Initiave für Gewerbevielfalt statt. Die Aktion soll die inhabergeführten Läden in den Vordergrund rücken, die das Flair einer Stadt grundlegend mitbestimmen. Weitere Anregungen sind auch online über Das Telefonbuch oder die entsprechende App zu bekommen, sowie über den Verlag, der Das Telefonbuch herausgibt, das wäre hier in der Nähe die Boyens Connect GmbH & Co KG, Wulf-Isebrand-Platz 1-3 in 25746 Heide.

Im Künstlercafé

Ich fange mit Kuchen an. Vor ein paar Jahren haben Katharina Jaglewicz-Bühler und Martin Bühler das ehemalige Café Cava in das hochbeliebte Künstlercafé umgewandelt. Seitdem weht nicht nur ein Hauch von Provence durch Husum. In den neuen Räumlichkeiten, man ist inzwischen in die Neustadt 13 umgezogen, wird die Linie natürlich fortgesetzt. Auch die Speisekarte spiegelt die französische Ausrichtung mit Tarte flambée und Quiche wider. Und wenn das Wetter schön und es draußen warm genug ist, sitzt man im Innenhof wunderbar zwischen Zitronenbäumen, Lavendel und Oleander. Eindeutig, dass in diesem Husumer Garten ein eigenes Mikroklima herrscht! Die Mauern halten den ewigen Küstenwind ab, so dass man sich im Sommer bei entsprechenden Temperaturen schon ziemlich mediterran fühlt.

Zeit für ein sogenanntes Aromawasser mit frischen Früchten oder eine im Haus kreierte Ingwerschorle. Oder wenn es doch mal regnen sollte, sitzt eben man drinnen und genießt den Landhausstil mit einer guten Portion Leichtigkeit und reichlich Blumen überall. Wer gerne und ausgiebig frühstückt, sollte eine der vier Varianten wählen, da geht es von der Normandie über die Bretagne nach Paris und schließlich nach Monaco, die Luxusvariante, logisch. Paris hingegen ist vegetarisch oder nach Wunsch auch vegan zu haben. Ich liebe die Partisanen-Torte mit den ganzen Früchten. Dazu einen Kaffee zum Filtern am Tisch, und glücklich bin ich.

Das Frachtgold

Ein paar Häuser weiter findet sich in der Neustadt 3 eine der besten Adressen Husums für coole Mitbringsel mit oftmals regionalem Bezug. Auch Catrin Petersen zog es vor einigen Jahren in die beliebte Husumer Einkaufsstraße, die verkehrsberuhigt ist. Als sie „Frachtgold“ ins Leben rief, legte sie bei der Auswahl der Waren Wert darauf, Dinge von kleinen Manufakturen zu beziehen. Was auch bedeutet, dass sie fast alle Produzenten persönlich kennt. Wer im Laden stöbert und sich auch mal traut nachzufragen, dem wird Catrin Petersen gerne die Geschichten hinter diesen Dingen erzählen. Sie selber lässt schöne Papeterie aus Recycling-Papier herstellen, etwa Tischsets oder Grußkarten.

Ich habe eines jener Schafporträts in Neon-Pink erstanden, dazu einen der schicken Vintage-Rahmen, die aus alten Fenster- oder Türrahmen in Südafrika gemacht werden. Aus dem Hamburger Siebdruck-Atelier „Frohstoff“ kommen auch geniale Vögel oder Fische auf Stoff, etwa Küchenhandtüchern. Der Nachhaltigkeitsaspekt steht ebenfalls bei der Auswahl der Waren im Vordergrund. Und der soziale. So unterstützt die Inhaberin die Initiative der Kenana Knitters, die aus pflanzlich gefärbter Wolle unter anderem Spielzeugtiere herstellen, die nicht nur Kindern gefallen. Auch kulinarische Ideen kommen nicht zu kurz, zum Beispiel Bio-Tee von Schlürf oder die Mischungen aus der eigenen Frachtgold-Manufaktur. Und Marley-Kaffee aus Bobs Familie!

Im ChicSaal

Last but not least möchte ich noch eine Boutique in der Wasserreihe 52 vorstellen, eine der schönsten Straßen Husums, die parallel zur Hafenstraße verläuft. Hier reihen sich repräsentative Kaufmannsbauten neben kleinere Handwerkerhäuser, hier spielte sich einst das Husumer Hafenleben ab. Auch der Dichter Theodor Storm lebte eine Weile in der Wasserreihe 31, heute ein Museum. In dieser guten Gesellschaft hat Cornelia Nagel schon vor zehn Jahren das rosa Haus bezogen und mit Leben und schicker Mode gefüllt. Gleichzeitig ist die Boutique auch Galerie: Künstler:innen aus der Region wird eine Plattform geboten, alle die Monate wechseln die Bilder an den Wänden.

Was auf die Stangen und in die Regale kommt, ist von der Inhaberin handverlesen, darunter Penn&Ink, Tandem und Transit oder auch die ausgefallenen Schnitte und Stoffe von JNBY. Immer wieder entdecke ich neue Marken, was zum Konzept von Cornelia Nagel gehört: „Ich möchte die Kundinnen überraschen.“ So sehe ich zum ersten Mal Goldgarn Denim und die leichten Kleider von JcSophie. Die Inhaberin hat einen guten Blick für ihre Stammkundschaft und steht bei der Auswahl und Anprobe mit Rat und Tat zur Seite. Unkomplizierte Mode, das sei der Zeitgeist. Kleidung, die sowohl für die Arbeit als auch für die Freizeit taugt.

In den weiteren Lieblingsladen-Folgen führe ich euch nach Friedrichstadt und Tönning. Denn ich möchte auch außerhalb der Kampagne gerne unter dem Motto #supportyourlocals weitermachen. Gerade in Zeiten der Pandemie.

Text und Fotos: Elke Weiler

CategoriesLifestyle
Elke

Buchautorin und Journalistin. Hat Kunstgeschichte u.a. in Rom studiert, als Redakteurin bei Burda gearbeitet, aber die meiste Zeit als freie Reisejournalistin. Aktuell lebt die Rheinländerin an der Nordsee und schreibt an den nächsten Büchern.

  1. Kai says:

    Ein tolles Projekt!
    Wenn Einkaufen wieder Spaß machen soll, dann genau so. Wer bestellt denn noch im Internet? Also weg von reich und alles mal wieder in die Mitte rücken. Und Frachtgold ist ein echt toller Laden.

    Lieber Gruß
    Kai

    1. Elke says:

      Danke, lieber Kai!

      Allerdings muss ich sagen, dass ich als Landei leider schon auch viel bestelle, nämlich von kleinen Läden oder Manufakturen, die einfach irgendwo anders genau das bieten, was ich brauche. Und natürlich direkt bei nachhaltigen Labels. Leider auch deswegen, weil es nicht genug von solch coolen Läden in der Nähe gibt. Auch weil die Konzepte für die Innenstädte fehlen, und das schon sehr lange. Meiner Meinung ist das Beste am „Theo“ die Parkplätze für E-Autos zum Laden. ;-)

      Wie geht es euch da drüben? :-)

      Liebe Grüße, Elke

    2. Dani says:

      Tolle Serie Elke die Du wachsen lassen möchtest, es gibt in Husum noch soviel Potential und bestimmt auch in den anderen Orten. Ich fand das Künstlercafe am alten Standort schöner, identischer. Aber dies ist alles persönliches Empfinden.
      Freue mich auf viele weitere Spaziergänge.
      Herzlich lieben Wink über die Wiesen Dani

      1. Elke says:

        Danke, liebe Dani!
        Ja, genau dasselbe habe ich auch gedacht: Alles mit Liebe eingerichtet, aber die alten Räumlichkeiten hatten einfach mehr Charakter. Auch der Innenhof.
        In Husum gibt es noch soviel mehr, ich muss unbedingt einen Teil 2 machen. Aber erst geht es mit Friedrichstadt weiter. Also zuerst kommt noch ein Moor dazwischen. ;-) Wenn der Tag nur mehr Stunden hätte! Ich komme kaum zum Bloggen.
        Liebe Grüße gen Norden und ein schönes Wochenende trotz Wetter! :-)
        Elke

  2. Kai says:

    Ja, jeder Laden muss sich heute online behaupten. Und dazu gehört ein gemeinnütziges regionales Portal. Ich meine auch eher, dass ich nicht verstehe, dass man in Coronazeiten bei Firmen bestellt, die kaum Steuern bezahlen. Obwohl man selbst gerne alles vom Staat bezahlt haben will. Mich erschreckt auch jeder Containerriese in Hamburg, dessen kompletter Inhalt nach kurzer Nutzungsdauer auf der Deponie landet. Irrsinn!

    Ich versuche gerade einen Fotografen und zwei Hersteller von Mode dazuzubringen, ein kostenloses Fotoshooting in St. Peter für Bloggerinnen und Blogger anzubieten. Die Produzenten sollen den Fotografen bezahlen. Siehst, ich suche auch nach Ideen, regional und fair was zu machen :-) Deswegen finde ich es toll, wie manchmal Gedanken parralell arbeiten:-)

    Aber regional und fair erzeugt, dann ergänzend auch super gern online.

    Ja, bei uns stagniert es. Wir haben derzeit kein Auto, können aber noch nicht mal im Bus eine Fahrkarte kaufen. Nur eine Reisekarte mit Passbild bestellen, die es aber erst gibt, wenn man seine Nem ID hat. Die erste Anmeldung mussten wir im 25km entfernten Aabenraa machen. Eine Freundin ist unseretwegen dann den Tag 300km gefahren, um uns dorthin zu bringen.

    Tatsächlich wollten wir für einige Monate einfach mal versuchen, ohne Auto zu leben, aber das wird kaum funktionieren.

    Aber die Coronatests sind hier sehr gut erträglich. Da wird nicht bis ins Hirn oder bis in den Rachen gebohrt:-)

    Mal schauen, wann Ihr mal vorbei kommt. Die Gästehütte wird zur Zeit entkernt….

    1. Elke says:

      Viel zu tun, ich sehe das schon! Aber so ist das mit dem Umziehen, der Anfang kommt erst mal wenig komfortabel daher. Hauptsache, ihr fühlt euch schon mal wohl im neuen Haus! Ich wünsche euch nette Nachbarn, das baldige Überwinden bürokratischer Hürden und viel Freude in DK!

  3. Ingrid says:

    Das Künstlercafé lädt mit seinen vielen Köstlichkeiten immer zu einem Besuch ein, vor allen Dingen auch für ein tolles Frühstück.

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