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Das Watt

„Sie ist wohl verknallt“, sagte Monsieur zu Madame.

Man sprach über mich, hm. Liebe Leute, natürlich bin ich verknallt! In eine Socke. In meinem Hummelwiesenteddy. In diese lustigen Fellknödel. (Madame et Monsieur nennen sie Meerschweinchen.) Und in alle Lutscher dieser Welt!

Aber dieses Mal meinte Monsieur etwas anderes. Kennt ihr dieses Gefühl, wenn kein Friesenwall zu hoch ist, keine Straße zu lang und keine Leine fest genug?

Genau so ist es mit Buddy. Er ist erste Sahne. Ein Labrador mit Glamour-Faktor.

Ja, er ist mein Freund. Stundenlang könnte ich ihn jagen, umwerfen, abschlecken und meine spitzen Milchzähne in sein glänzendes Fell graben.

Julchen und ihr Freund Buddy auf Nordstrand.

Für unseren ersten gemeinsamen Ausflug visierten wir Fuhlehörn an. Um an diesen Ort der Verheißung zu gelangen, durchquerten wir ganz Nordstrand. Ich hatte den Eindruck, dass eine Inselbesichtigung bei dieser Tour inklusive war. Schön, schön. Doch nach einer Weile betrieb ich etwas Augenpflege und träumte vom Meer.

Dann endlich: Hinter dem Deich tat sich eine Wunderwelt auf. Lutscher lagen im Sand, hockten in Strandkörben, ritten auf Pferden oder fuhren mit der Kutsche zur Hallig Südfall. Ich wollte es ihnen nachtun und durchs Watt fliegen. Sand, Pfützen, Stöckchen, Buddy – was wollte man mehr?

Zunächst machten wir einen schmackhaften Stopp auf einer Schafsköddelwiese. Da hatten sich die Zweibeiner aber ein Eigentor geschossen! Am Ende wurde es nur ein kurzes Intermezzo auf dem Weg zum Watt.

Denn unsere Menschen wollten verhindern, dass wir uns die Bäuche mal so richtig vollschlugen. Über den Nährwert der schäflichen Ausscheidungen schieden sich nach wie vor die Geister. (Ich berichtete.)

Nur das Watt, Buddy und Julchen!

Also entschloss man sich, die Location zu wechseln. Und es war der Hammer: Nur das Watt, Buddy und ich! Wir flogen durch die Luft, liefen hin und her, kreuz und quer über den feuchten Meeresboden. Ich probierte ein bisschen von dem Salzcocktail: Lecker wie immer.

Als ich so richtig ausgepowert war, plumpste ich direkt in eine der wohltemperierten Pfützen. So ein bisschen Wellness schadet dem Körper ja nicht.

Doch Buddy hatte ein 1A-Stöckchen gefunden, das musste ich haben! Als der Junge so richtig auf Touren kam, machte ich langsam schlapp. Buddy verteilte seine Energiereserven sehr wohl dosiert, fiel mir auf. Ich dagegen machte von A bis Z Volldampf, und jetzt hing mir die Zunge zum Hals heraus.

Aber zum Abschlecken reichte es noch. Man will ja nicht undankbar sein – für so einen tollen Tag.

Text: Julchen (nach Diktat weitere Termine mit Buddy in Fuhlehörn vereinbart)

Fotos: Elke Weiler

2 Gedanken zu „Das Watt“

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