Mit dem Rad am Deich

– Werbung – in Kooperation mit der Metropolregion Hamburg

Vor ein paar Tagen ist mein neues Rad angekommen, und seitdem nutze ich jede freie Minute, damit wir uns besser kennenlernen. Egal, welches Wetter. Ich kann jetzt tatsächlich schnittig bei Gegenwind fahren. Eine Wohltat, wenn du an der Küste wohnst. Sobald ich mit meinen Büchern fertig bin, werde ich den Rest des Sommers nutzen, um schöne Touren zu unternehmen. Zwar habe ich noch keine konkreten Pläne, aber viele Ideen.

Naturstrand am Brodtener Steilufer © LTM / Oliver Franke

Lübeck/Travemünde: Das Brodtener Steilufer

Eine Landschaft wie ein Gemälde. Es war die Weichseleiszeit, die diese vier Kilometer lange und bis zu 20 Meter hohe Küste mit Geröll aus Skandinavien geformt hat. Man könnte die Tour entlang des wilden Brodtener Steilufers im Norden Travemündes starten, wo der Weg noch asphaltiert ist. Doch schon bald verwandelt er sich in eine Schotterpiste mit spektakulärer Aussicht. Es geht ein Stück durch den Wald, doch bleibt das Meer immer in der Nähe. Der Strand wird schmal, die Küste fällt ab, manche Bäume reichen fast bis ans Wasser. Immer wieder brechen Stücke von der Küste ab, am Strand liegen Baumstämme und dicke Steine. An sonnigen Tagen strahlt das Flachwasser in allen Farben Blau. Ein Picknick auf einer der Bänke wäre famos. Den im Kliff nistenden Uferschwalben beim Landeanflug zusehen. Nächster Stopp: Niendorf. Radfahren kann so schön sein.

www.travemuende-tourismus.de

Dithmarschen: Am Nord-Ostsee-Kanal

Er beginnt bei Brunsbüttel und endet in Kiel, oder umgekehrt. Jedenfalls nennt man ihn auf Englisch Kiel Canal. Ich möchte meine Radtour in Brunsbüttel starten und vorher noch einen Blick auf die Schleusenanlagen werfen. Vielleicht wird ja gerade einer der dicken Pötte durchgeschleust. Doch sind sie auch während der Tour zu sichten, man könnte sich mit dem einen oder anderen Containerschiff eine Art Wettrennen liefern. Ein guter Startpunkt für die Tour entlang des NOK wäre bei der Fähre Ostermoor. Zunächst halten wir uns links des Kanals auf einem der Dienstwege, die für Radfahrer freigegeben sind. Die Vorteile liegen auf der Hand: Selten kommt mal ein Auto vorbei, ein Hoch auf die friedvolle Ruhe. Nur auf der Hochbrücke Brunsbüttel braust der Verkehr in luftiger Höhe über unsere Köpfe hinweg. Bei Kudensee könnte man die Seite wechseln und rechts vom NOK weiterfahren. Es lohnt sich aber, bei Burg die nächste Kanalfähre zu nehmen, denn auf der anderen Seite wartet das Burger Fährhaus mit Speis, Trank und Kanalblick. 

www.echt-dithmarschen.de

Beim Reusenfischer in Wremen © Elke Weiler
Morgens in Wremen

Cuxland: Das letzte Stück des Weserradwegs

Vor zwei Jahren habe ich den letzten Reusenfischer bei Wremen besucht. Er fischte im Bereich der Wesermündung mit seinen handgemachten Reusen. Nun würde ich gerne die Wesermündung mit dem Rad erkunden, das letzte Stück des insgesamt 540 Kilometer langen Weserradwegs. „Opstiegen op´t Rad und los geiht dat!“ So sagt man hier. Nördlich von Bremerhaven weitet sich das Land, die Wesermündung wirkt schon wie die Nordseeküste, das Welterbe Wattenmeer. In der Ferne ragen noch die Kräne der Kaje von Bremerhaven empor, doch rundherum ist alles saftig grün. Bei Wremen gibt es eine Besonderheit, ein Stück privaten Deichs. Ohne Schafe als Rasenmäher! Der nächste Kutterhafen? Findet sich in Dorum-Neufeld. Zeit für ein Fischbrötchen. Und dann unbedingt rauf auf den Leuchtturm Obereversand, ein Denkmal im Watt. Am Ende des Weserradwegs reckt sich die Cuxhavener Kugelbake empor. Und vorher wäre noch Zeit für ein Eis im Melkhus Biolandhof Fischer.

www.cuxland.de

Stade, Fischmarkt © Martin Elsen

Stade/Altes Land: Halt in der Hansestadt

Lassen wir das Rad mal stehen, diese Stadt ist zu schön zum Durchqueren und Weiterfahren. Vor allem die vom Wasser umschlossene Altstadt ist es, die schon länger auf meiner Wunschliste steht. Das Wohnzimmer der Stadt? Der Fischmarkt. Enge Straßen, Twieten, schmale Kanäle, hübsche Backsteinhäuser, das klingt hyggelig. Die Fahrt mit einem Traditionsschiff, ein Besuch im Freilichtmuseum auf der Insel und dann in den Beachclub am Holzhafen, so lautet der Plan. Und nach einem lieber etwas längeren Stopp mit Übernachtung in Stade würde ich wieder aufs Rad steigen, um den Elberadweg entlang zu düsen. Ich finde ja, dass der Name Krautsand für eine Elbinsel verlockend klingt, die gut 23 Kilometer von Stade entfernt liegt. La Dolce Vita an der Elbe, ich würde nämlich zum Nichtstun nach Krautsand radeln. Einfach nur im Sand sitzen und aufs Wasser schauen. Schiffe ziehen vorbei.

www.urlaubsregion-altesland.de

An der Stör © Holstein Tourismus

Steinburg/Holstein: Von Glückstadt an die Stör

Der Kreis Steinburg in Holstein ist für mich ein weißer Fleck auf meiner Regionalkarte. Sünde! Grenzt er doch an Elbe und Nord-Ostsee-Kanal, und auch das Wacken Open Air steigt hier. Außerdem wollte ich als Kunsthistorikerin schon lange Glückstadt kennenlernen, eine im 17. Jahrhundert auf dem Reißbrett entworfene Stadt an der Elbe, die Glaubensflüchtlingen aus Portugal und den Niederlanden ein Zuhause geben sollte. Immerhin habe ich dort mal die Elbfähre nach Wischhafen genommen. So würde ich gerne endlich die Atmosphäre der Altstadt auf polygonalem Grundriss mit ihrem sternförmigem Straßennetz und der historischen Bausubstanz erleben und dann die Spezialität der Glückstädter probieren: Matjes. Für den anschließenden Trip mit dem Rad habe ich die Fleth-Tour ausgewählt, eine der gepriesenen Glücks-Routen. Sie geht ein Stück die Stör entlang, einem Nebenfluss der Elbe. Vielleicht trifft man auf einen Fliegenfischer. Über den Deich gelangt man zur Störfähre Else, die als letzte ihrer Bauart schon ein Unikum darstellt. 

www.holstein-tourismus.de

Plöner See © Elke Weiler
Am Plöner See

Ostsee/Holstein: Im Land der Seen

Auch abseits der Ostseestrände gibt es Unmengen an Wasser. Allein die Gegend zwischen Malente und Plön ist nämlich reich an Seen. Eine Rundtour mit dem Rad ginge über knapp 30 Kilometer, starten könnte man am Dieksee. Mitten durch den Naturpark Holsteinsche Schweiz bis Grebin, wo übrigens Wein angebaut wird. Oder man fährt am Behler und Schlöhsee entlang und landet in dem von Süßwasser umzingelten Plön. Ich empfehle einen Abstecher auf die Prinzeninsel, wo der Wald aus dem Wasser zu wachsen scheint. Der Weg bis zum reetgedeckten Bauernhaus, das einen leckeren Holsteiner Kartoffelauflauf anbietet, eignet sich für einen Spaziergang fast noch besser als fürs Radfahren. Ringsherum der größte See Schleswig-Holsteins, der teilweise bis zu 56 Meter tief ist. Kreiert von der letzten Eiszeit. Es besteht auch die Möglichkeit, mit dem Boot zurück nach Plön zu fahren. Und schließlich am Behler See vorbei den Rückweg nach Malente anzutreten. Wer hat mitgezählt? Fünf Seen.

www.ostsee-schleswig-holstein.de

Dieser Artikel wurde beauftragt von der Metropolregion Hamburg. Insgesamt haben sich über 20 Kreise und kreisfreie Städte in der Metropolregion zusammengefunden, da geht es von der Nord- und Ostsee bis hinunter in die Lüneburger Heide.

Zum Weiterlesen möchte ich euch die Tipps von meiner lieben Kollegin Nic auf luzia pimpinella ans Herz legen. Hier geht es ab ins Grüne, zum Beispiel auf dem Baumwipfelpfad Heide Himmel. Wie Nic schreibt, geht das sogar mit latenter Höhenangst ganz gut. Aber lest am besten selbst! Ebenfalls interessant wäre auch der Artikel von Charis auf Schönste Zeit, die sich den Brücken der Region gewidmet hat.

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Elke

Meerbloggerin, Buchautorin und Journalistin. Hat Kunstgeschichte u.a. in Rom studiert, als Redakteurin bei Burda gearbeitet, aber die meiste Zeit als freie Reisejournalistin. Aktuell lebt die Rheinländerin an der Nordsee, bloggt und schreibt an den nächsten Büchern.

  1. Clara says:

    Oh Elke, das klingt nach tollen Zielen! Ich muss da auch unbedingt ein paar kleine Auszeiten im Sommer einplanen! Liebste Grüße ausm Koog an Dich!

    1. Elke says:

      Danke, liebe Clara! Beim Schreiben habe ich mir selber den Mund wässerig gemacht. :-))) Lass uns mal in der Mitte treffen! Liebe Grüße von Eiderstedt und ein schönes Wochenende für euch!

  2. Barbara says:

    Hallo Elke,
    darf ich dich fragen, was für ein Fahrrad du dir angeschafft hast? Ich ziehe bald an die Küste und brauche einen Drahtesel, mit dem man wie du sagst, schnittig bei Gegenwind fahren kann. Ich würde mich über Rückmeldung sehr freuen.
    Herzliche Grüße
    Barbara

    1. Elke says:

      Liebe Barbara,

      mit den Rädern ist es ja immer so eine Sache, jeder hat seine Präferenzen. Ich wollte eines, auf dem man gerade sitzt und gemütlich wie im Wohnzimmer. Das Gewicht war mir egal, da ich das Rad nomalerweise nicht hochheben muss. Daher habe ich mich für eine Retro-Gazelle entschieden, die Miss Grace als E-Bike. Bin schwer begeistert. :-) Da tut nichts weh, auch wenn man Touren fährt. Wenn du noch Fragen hast, immer gerne!

      Liebe Grüße, Elke

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