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Die Entdeckung der Langsamkeit

Werbung | Ich fahre für mein Leben gerne mit dem Rad durch die Gegend. Je schöner das Ambiente, je besser die Wege, desto größer der Fahrgenuss. Eine besondere Erfahrung ist die Kombination von Radtouren mit einem kleinen Schiff als Zuhause auf Zeit. Während einer Hausboottour in Holland habe ich das bereits genießen können, wobei wir keinerlei Pläne für die Ausflüge hatten und mehr oder weniger spontan losgedüst sind, um die Gegend zu erkunden.

Nun habe ich mir drei Touren bei „Boat Bike Tours“ herausgepickt, die mich reizen könnten: Zwei Mal geht es mit Boot und Rad in die Niederlande und zuletzt nach Frankreich. Bei den täglichen Radstrecken kann man meist zwischen einer kleineren und einer größeren Tour auswählen. Um das Gepäck muss man sich keine Sorgen machen, denn das liegt ja am nächsten Ankerplatz bereit. Auf den Schiffen wird Vollverpflegung angeboten mit Frühstücksbüffet, Lunchpaket und Drei-Gänge-Dinner. Doch meist kann man auch an einem Abend vor Ort das kulinarische Angebot testen.

April in den Niederlanden

Frühling im Tulpenmeer

Der April ist perfekt für einen Trip entlang holländischer Tulpenfelder. Vor drei Jahren habe ich die Zeit in der näheren Umgebung des Keukenhofs genossen. Man kann natürlich auch fünf Tage auf Tulpentour in einer der elf Kabinen des Flussschiffs „Mecklenburg“ verbringen und von dort den Garten von Amsterdam erkunden. Die Windmühlen von Zaanse Schans liegen nur fünf Kilometer vom nächsten Ankerplatz entfernt.

Wer will, kann danach die über 20 Kilometer weite Tour nach Haarlem unternehmen – es lohnt sich. Doch alle, die lieber mal an Bord chillen wollen, kommen ebenfalls in den Genuss, denn das Schiff braucht etwa zweieinhalb Stunden bis Haarlem. Am nächsten Tag geht es per Rad zum Blumenmeer des Keukenhofs. Am vorletzten Tag besteht eventuell die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Blumenauktion, dann heißt es früh aufstehen. Ansonsten steht der Tag ganz im Zeichen des wasserreichen Nordens von Amsterdam mit seinen kleinen Fischerorten, dem Waterland. Insgesamt ein bunter Start in den Frühling mit Radtouren durch flache Landschaften.

Sail & Bike rund ums IJsselmeer

Wie ein See fühlt sich das IJsselmeer nicht unbedingt an, diese ehemalige Bucht der Nordsee. Durch Eindeichung entstand in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts der größte Binnensee der Niederlande. Vielleicht eine gute Gelegenheit, um das Segeln einmal auszutesten. Für den 1913 erbauten Klipper „Elizabeth“ muss man keine Segelerfahrung mitbringen, doch dürfen die Gäste auf Wunsch gerne beim Hissen der Segel mit anpacken. Oder beim Navigieren? Während der achttägigen Sail & Bike-Tour ab Amsterdam wechseln sich Rad- und Segelstrecken miteinander ab. Niedliche Städtchen wie Hoorn, Enkhuizen und das nahezu autofreie, von Kanälen durchzogene Giethoorn stehen auf dem Programm. Und wer sich nach einer Radtour einfach nur erholen möchte, kann sich an Bord den Fahrtwind um die Nase wehen lassen. Tag 6 ist übrigens ein reiner Segeltag! Auch diese Tour beginnt und endet in Amsterdam.

Sacre Coeur, Paris
Sacré-Coeur de Montmartre

Die Champagne, der Brie und Paris

Einmal im Leben Paris auf dem Wasserweg zu erreichen, das wäre wunderbar. Für die Reise „Paris – Epernay“ oder umgekehrt geht es an Bord des Passagierschiffs „Zwaantje“, was im Niederländischen „kleiner Schwan“ bedeutet. 12 Kabinen, eine persönliche Atmosphäre. Startet man die achttägige Tour in der Champagne, heißt der Treffpunkt Epernay – mitten im Land des guten Weins. Hier darf nicht nur Schaumwein verkostet, sondern auch klassizistische Architektur bewundert werden. Für die Touren mit dem Rad nimmt sich das flache bis sanft geschwungene Flusstal der Marne abwechslungsreich aus. Auf der Strecke nach Hautvillers, quasi dem Geburtsort des Champagners, ist mit einer etwas stärkeren Steigung zu rechnen. Hier brachte der Mönch Pérignon im 17. Jahrhundert den Wein zum Schäumen. In Jouarre steht der Brie im Vordergrund, in Meaux die Entdeckung der Altstadt. Doch auch der Brie de Meaux ist bekannt, beliebt und gilt als geschützte Marke. Der letzte Liegeplatz des schwimmenden kleinen Hotels? Mitten in Paris.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit dem Veranstalter Boat Bike Tours.

Text, Tulpen- und Parisfoto: Elke Weiler

Segelfotos: Ellen Haars / Boat Bike Tours

9 Gedanken zu „Die Entdeckung der Langsamkeit“

  1. Liebe Elke,

    weißt Du, was mir gerade passiert ist? Ich starre auf das Tulpenphoto und denke „Tulpen…in Schweden?? JETZT??“, bis es klick gemacht hat! Bin immer noch am Lachen. Das passiert nach vielen Träumereien in den Norden.
    Die Bucket-List hat sich jetzt jedenfalls um einen Punkt erweitert: Hausboot!

    Liebe Grüße, hab ein erholsames Wochenende.

    Franziska

    1. Liebe Franziska,

      auch in Schweden gibt es Boote, Hausboote, Segelboote und Fahrräder. :-D

      Aber ich verstehe, was du meinst. Wenn der Wunsch Mutter/Vater des Gedanken ist? ;-)

      Liebe Grüße, auch für dich ein schönes Wochenende!

      Elke

  2. so weit hergeholt mit dem Norden ist das ja gar nicht. Die ganze Südküste von Norwegen ist stark holländisch geprägt. Und Tulpen habe ich auch schon dort gesehen:-) Und viele nette Holländer in Skandinavien getroffen.

    Liegt also gar nicht fern, mal wieder in die Niederlande zu fahren. Ja, Langsamzeit, das könnten wir alle mal wieder lernen.
    p.s.
    zu Ostern sind wir übrigens in Tetenbüll, müssen morgen nur noch schnell buchen:-)
    Lieber Gruß
    Kai

    1. Das ist ja lustig, da bin ich gespannt, wie es euch gefällt! Wir müssen uns auf einen Kaffee treffen. Entweder bei Inke (Theatrium in Tetenbüll) oder in dem neuen Café in Welt.

      Die Südküste Norwegens ist holländisch geprägt? Erzähl mal bitte. Dass es bei uns in Nordfriesland viele Einwanderer aus den Niederlanden gab, die ihr Knowhow für Entwässerung und Käseherstellung mitbrachten, ok. Das ist auch heute noch an manchen Namen zu erkennen. Nett sind sie eh. :-)

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Elke

  3. Oh, das machen wir gerne. Ist schon drei Jahre her, dass wir bei Alten Kaufmann waren.
    Ja, auch an der Südküste von Norwegen gab es holländische Einwanderer. https://mare.photo/flekkefjord/

    Aber auch Du warst schon mal in einer von den Niederländern geprägten Stadt, in Risør:-)
    Durch den holländischen Einfluss sind an den Küsten Norwegens und Schwedens die Holzhäuser übrigens weiss statt rot. Und auf den Höfen die Gutshäuser weiß und die anderen Gebäude wie z.B. für die Arbeiter „nur“ rot.

    Ja, und zu uns brachten sie die Holländermühlen, die Holländerhöfe, die Pumpwerke, den modernen Deichbau, die Schleusentechnik am Eider-Kanal…..

    Lieber Gruß
    Kai

    1. Du meinst das Haus Peters? Wohnt ihr direkt in Tetenbüll?

      Danke dir für den Link! Jetzt weiß ich also, warum mir (als alter Ost-Holländerin) Risør so gut gefallen hat. ;-)

      Liebe Grüße und bis bald!

      Elke

  4. Eine Reise in die Niederlande zur Tulpenblüte nach Keukenhof oder auch eine Bootsfahrt auf dem Ijselmeer, das ist wäre mich fur eine relativ kurze Anreise zu unserem Nachbarland.

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