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Die Bratkartoffelroute

Zufriedene Kühe flankieren die Wege auf der Halbinsel Eiderstedt. Schafe, Deiche, Haubarge, saftige Wiesen, weiter Himmel. In Sankt Peter-Dorf angekommen atmen wir tief durch.

Es riecht nach Meer, Matjes, Blumen und Bratkartoffeln. Letzterem gehen wir nach, landen im Olsdorfer Krug und erklären die friesische Bratkartoffelwoche für eröffnet. Zwischen den einzelnen Knollen-Schüben gönnen wir uns lange Spaziergänge im Wattenmeer. Barfuß natürlich.

Von nun an barfuß.

Trotzen Sturm und Regenschauern, rennen und radeln die Deiche ab, waten mit wunderbaren Gummistiefeln durch Meeressaum, Pfützen, triefende Salzwiesen. Walken auf die nordische Art über den 12 Kilometer langen Strand von Sankt Peter-Ording.

Das Paradies. Untrennbar damit verbunden: Wippen und Schaukeln, um den Boden unter den Füßen zu verlieren, Himmel und Horizont zu verschieben. Unser sehenswertes Ergebnis nach einer Woche: kein Gramm weniger dank der täglichen Bratkartoffelportion!

Auf der Speisekarte des nostalgischen Wanlik Hus entdecken wir einen erschreckenden Hinweis: Man übernimmt keinerlei Verantwortung für einen eventuellen Bratkartoffelnotstand, insbesondere in Folge von Umbestellungen. Prekäre Aussichten, doch zum Glück reichen Kartoffeln und Speck an diesem Abend aus.

Tage am Strand

Draußen geht derweil die Post ab, es ist “Donnerstags im Dorf”, und das bedeutet jede Menge Musik, Kunsthandwerk und Kulinarisches auf die Dorfstraße verteilt. „Timsen & Lui“ singen Lieder auf Plattdeutsch, eine Mini-Sambagruppe gibt ihr Bestes und dazwischen frönen die Einheimischen und Besucher auch mal dem Eiergrog nach “Omas Rezept”.

Wir folgen der Empfehlung, eine Flasche für diejenigen mitzunehmen, die zu Hause die Blumen retten. Die Frau neben uns hat nach eigenen Angaben keine Blumen mehr. Aus Gründen. Aber sie ist trotzdem gut drauf.

Am nächsten Tag erscheint die Dorfstraße zur gleichen Zeit entleert, während wir Kurs auf ein Eiscafe nehmen. Kein Mensch draußen, drinnen tummeln sich die Kellner. Sowie Mücken, unglaublich viele Mücken. Wir fliehen nach einem extrem kurzen Eis- und Waffelvergnügen.

Strandkorbgebiet

Bei einer unserer Bratkartoffelpartien im Krug lassen wir uns den berühmten St. Peter Köm empfehlen.
“Hilft der auch gegen Mücken?”, wollen wir wissen.
“Ne halbe Flasche schon!”, lacht sich der gute Mann davon.

Jetzt fehlt nur noch, dass wir “An der Nordseeküste” laut mitsingen, wenn mal wieder “Donnerstags im Dorf” ist. Was so eine Extraportion Jod auf Eiderstedt doch bewirkt. Nicht zu vergessen: die nordfriesischen Bratkartoffeln.

Text und Fotos: Elke Weiler

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