Barfuß am Strand von St. Peter-Ording. Spuren im Sand, das Meer rollt leise aus, sanft klatschend. Kaum Wind. Der Seetang da – hübsch. Häufig sieht man dieses Gebilde am Strand liegen. Wie Früchte des Meeres, aus dem Wasser gespült.

Doch was genau ist das? Kann man es essen?

In der Tat. Es handelt sich um Blasentang, der zu den Braunalgen zählt. Er kommt relativ häufig in Nordatlantik und Nordsee vor, hat sich aber in der Ostsee schon etwas rarer gemacht.

Ein hoher Jodgehalt, Mineralstoffe, Vitamine, Aminosäuren, Spurenelemente: Die Industrie stellt aus Braunalgen Alginat her, das häufig in Schlankmachern zu finden ist. Doch sie helfen nicht nur beim Abnehmen, sondern wirken auch auch entschlackend. So sind Algen wie Meerschlamm fester Bestandteil in der Thalassotherapie.

Alginate haben eine wundreinigende Wirkung, helfen beim Gelieren und den Dentisten bei Zahnabdrücken. In Schottland wird Seetang zur Düngung benutzt. Dieses so malerisch am Strand liegende Stück scheint eine wahre Allzweckwaffe zu sein.

Und nun kommt noch ein weiterer Job für Meereseiche & Konsorten hinzu, wie der Blasentang auch genannt wird: Alginat soll als Komponente den Akkus in Elektroautos dienen. Umweltfreundlich per se. Fragt sich nur, wie lange dieser Seetang noch so unbehelligt und schön hier herumliegen darf…

Text und Foto: Elke Weiler

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Elke

Meerbloggerin, Buchautorin und Journalistin. Hat Kunstgeschichte u.a. in Rom studiert, als Redakteurin bei Burda gearbeitet, aber die meiste Zeit als freie Reisejournalistin. Aktuell lebt die Rheinländerin an der Nordsee, bloggt und schreibt an den nächsten Büchern.

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