Leuchtturm in Sicht

Hintereinander steigen wir langsam rot beleuchtete Stufen hinauf. Seltsam dunkel ist der Raum, den wir erreichen. Lieber schaue ich erst mal zu den Sternen. Doch natürlich sind wir nicht allein auf der Brücke. Und noch seltsamer ist es, mit Unbekannten in einem Raum ohne Licht zu sein. Der Mond hat …

Das große Blau

Es ist dieser Moment, als ich am Morgen zum ersten Mal auf das Handy schaue. Mitten in der Nacht hat jemand angerufen? Aus … Lübeck-Travemünde? Mir schwant Fürchterliches. Die Fähre! Ich habe das Gefühl, im falschen Film zu sein. Augenblicklich rufe ich zurück. Die Dame am Telefon wirkt leicht amüsiert …

Auf nach Schweden

Es ist schon dunkel, viel zu früh, als wir ablegen. Die „Passat“, der legendäre Viermastbark im Hafen von Travemünde, der Leuchtturm, der Strand, viel zu dunkel. Regen prasselt aufs Außendeck, nur unter den Rettungsbooten sind wir halbwegs geschützt. Blitze zucken am Himmel, doch das Drama spielt sich anderswo ab, in …

Das magische Bullauge

Wenn ich durch das enorme Bullauge meiner Kajüte schaue, kommt mir die See unwirtlich, kalt und grau vor. Gibt es Schweinswale da draußen? Es ist Dezember, die Sonne verabschiedet sich schon nach vier Uhr am Nachmittag, zur besten Kaffeezeit. Ich bin auf dem Schiff nach Oslo. Heute hat sich die …

Stopover um Mitternacht

Beim Frühstück bin ich umzingelt von japanischen Touristen und fühle mich fast selbst wie einer: drei Städte in sechs Tagen. Stockholm – Helsinki – Tallinn. Und wieder zurück. Warum sind mir die Japaner gestern nicht aufgefallen? Unsere Fähre hat am späten Nachmittag in Stockholm abgelegt, nun tuckern wir auf dem …

Zwischen Himmel und Meer

Der bequeme Sessel auf der Brücke wirkt verwaist. Jetzt oder nie! Und schon habe ich Platz genommen, lasse den Blick in die Ferne schweifen, den alten Friesenspruch „Rüm hart, klaar kiming“ im Kopf. Großes Herz, klare Kimme – also die Linie zwischen Meer und Himmel. Der Horizont. Schon die friesischen …

Happy auf Föhr

Jimmy war brav. Etwas zu brav für meinen Geschmack. Der Collie-Dalmatiner-Mix konzentrierte sich auf seine Schönheit. Einem Popeye konnte er nicht das Wasser reichen. Tango? Pfff! Aber wir fuhren ja auch nicht nach Pellworm. Madame, Monsieur und meine Wenigkeit sollten erstmalig gelobtes Land betreten. Unsere süßen Pfoten auf den heiligen …

Pellwormer Tango

Wer glaubt schon an Zufälle? Auf meiner ersten Reise übers Meer lernte ich ausgerechnet einen Seemann kennen. Popeye (sprich: pop’eje). Der drei Jahre junge Beau hatte beeindruckende Ohren – bis fast auf den Boden. Sein Fell glänzte seidig-schwarz, und ich war verzaubert von der Perfektion seiner Ringellocken, die links und rechts …