Sankt Peter hat vier Ortsteile: Böhl, Dorf, Bad und Ording. Wir mögen den nördlichen Teil des zwölf Kilometer langen Strands am liebsten, also den von Ording. Gestern waren wir wieder dort, zusammen mit den Kitesurfern, deren Drachen hoch über den Dünen in der Luft tanzten.
Überhaupt die Dünen, eine Verheißung von Strand. Am schönsten sind sie in Ording. Geformt vom Wind, mit sicherem Duktus. Buckelig bis bizarr. Und darauf wirkt der ewige Strandhafer wie Haarbüschel, die aus dem Sand sprießen. Seine Wurzeln machen die Dünen stark.Read more„Von Dünen und Drachen“
Eigentlich wollte ich heute den ersten Island-Artikel schreiben, doch das Wetter ist zu schön, der Strand zu nah, und die Hunde zu glücklich in St. Peter-Ording. Also kosten wir die letzten Tage aus, bevor zu Ostern die Saison startet.
Doch wir sind nicht die Einzigen, die so gedacht haben, die von den frühlingshaften Temperaturen an die Wasserkante gelockt wurden. Und doch – in der Weite, die bis zum Horizont reicht, verteilen sich Mensch und Tier. Die Ersten haben sich in den Sand gehockt – ein eindeutiges Zeichen für Frühling.
In der Mitte der Wüste glitzert ein riesengroßer Spiegel. Als würden wir auf seiner Oberfläche wandeln können, die nicht Wasser, nicht Sand, sondern Himmel ist. Sogar die Sonne spiegelt ihr Antlitz gleich neben der Muschel. Der Wind hat eine Atempause eingelegt, und die Algen schreiben eine Botschaft in den Sand, die keiner lesen kann.
Sankt Peter ist einfach schön
In der Brandung planschen, dass es nur so spritzt. Eine Insel zu viert besetzen, und der Flut beim Auflaufen zuschauen. Losrennen, hüpfen, in den Pfützen das Wasser aufwühlen. Und am liebsten würde ich mich wie die Hunde im Sand wälzen.
P.S.: Derselbe Sand bildet inzwischen Dünen im Haus. Tricky! P.P.S: Alles Handyfotos, da das Ganze eine spontane Aktion war!
Galisteo, wer kennt schon Galisteo. Steven Spielberg hat hier mal ein Stück Kulisse für seine Serie „Into the West“ aufgebaut. Die Tipis passten optimal in die weizengoldfarbene weite Prärielandschaft. Da wundert es niemanden, dass Galisteo zu prähispanischen Zeiten einmal ein lebhaftes Indianer-Pueblo war.
Heute suchen viele die Ruhe und Einsamkeit in Galisteo. Das 200-Seelen-Dorf wirkt so verschlafen wie viele Ortschaften der Gegend. Mit ein paar Adobe-Häusern, Reitern, bellenden Hunden und wilden Kaninchen. Genau der richtige Mix, um blasse New Yorker für einen Urlaub in die Natur zu ziehen.
Auf dem Rücken der Pferde das Land zu erkunden oder im Pick-up über den Highway düsen. Und plötzlich taucht eine grasende Büffelherde vor den Berghängen auf. New Mexico erscheint so fern, so filmisch und surreal und doch so vertraut und wirklich.
Es ist das Land von 22 Indianerstämmen, darunter die Pueblos. Es ist das Land der Kreativen und der Hippies. Bekannte Orte wie Santa Fe und Taos wirken wie aus dem Ei gepellt mit ihrer schicken Adobe-Architektur. Und über allem hängt der Duft grünen Chilis, den man in New Mexico nach eigenen Angaben bereits zum Frühstück isst.
Text und Fotos: Elke Weiler
Aus der Reihe: Archivgeschichten
Ich war vor einigen Jahren auf Einladung von New Mexico dort. Vor allem die Pueblo-Kultur hat mich fasziniert. Ich liebe Adobe-Architektur und die ebenso lebendigen wie poetischen Begriffe und Namen der Ureinwohner wie „Morning Talk“ für jenen Shop. Doch viel war nicht los, an jenem Tag, als ich Taos Pueblo besuchte, das als älteste Siedlung der USA gilt, die ständig bewohnt war. Es ist wunderschön. Nicht ohne jene Tristesse, wenn der Wind über den lehmfarbenen Boden pustet, auf dem das Leben einst blühte. Und der Hund mit jenem traurigen Blick in die Ferne schaut. Seit über 1000 Jahren ist Taos Pueblo bewohnt, auch wenn es an diesem Tag etwas verlassen wirkte.
Wenn sich das Wetter nicht an die Vorhersage der App hält, wenn es ein paar Kilometer weiter ganz anders als zu Hause ist, dann bist du in Nordfriesland. Und der Winter in Nordfriesland ist dann schön, wenn es nicht zwei Wochen am Stück regnet. Wenn sich der nächtliche Frost wie ein weißes Kleid über die flache Landschaft legt.
Echte Wintertage. Wenn es endlich ein bisschen schneit. Heute war ich am Strand, um den Schnee von gestern einzufangen. Bei vier Grad plus und Sonne sind seine Überlebenschancen gering. Den Rest fressen die Hunde oder sie wälzen sich vor Freude darin.
Als wir vor fünf Jahren von Düsseldorf an die Nordsee zogen, gab es nur einen einzigen Grund: der gigantische Strand von Sankt Peter-Ording. Die fatale Kombination von Wüste und Meer inspiriert, ist Balsam für die Seele, wirkt Wunder in Sachen Tiefenentspannung. Inzwischen ist die Zahl der guten Gründe gewachsen. Auch die Schafe auf den Fennen, die geschwungenen Gründeich der Halbinsel Eiderstedt, der kleine Hafen am Siel, die ausgeschlafenen Leute, der Humor an der Küste, die Cafés mit ihrer hohen Kuchenkompetenz, die immerzu gute Luft, der Geschmack von Queller und vieles mehr.
Am liebsten ist mir der Sommer an der Nordsee, und das nicht nur, weil ich gerne schwimme. Ich mag es, wenn sich das Leben wieder nach außen verlagert. Auf die „Tote Tante“ bei Schietwetter pfeife ich. Und der Wind? Manchmal lädt er dich mit Energie auf, manchmal nimmt er sie dir.
Doch der Winter hat mindestens einen unschlagbaren Vorteil: Unser 12 Kilometer langer Hausstrand ist fast menschenleer und wirkt unendlich. Es kostet jetzt keinen Eintritt. Paradiesische Ruhe. Nur das Tosen des Meeres haben wir schon hinter den Dünen gehört.
Werbung – Kennzeichnung aus Gründen der Transparenz, da die Kosten dieser Pressereise vom Tourist Board Curaçaoübernommen wurden.
Kaum, dass wir auf Curaçao gelandet sind, finden wir uns an diesen unwirklich schönen Ort wieder: Cas Abao. Dieses Türkis! Dieser Sand! Viel kann man hier nicht tun. Außer waten, schwimmen, gucken. Für die Ewigkeit scannen.
Schon am nächsten Tag wirkt die Karibik weniger surreal, wenn auch nicht weniger türkis. Es ist der Tag der einsamen Insel, der Robinsonade auf Klein-Curaçao.
In der Hauptstadt Willemstad probieren wir deftigen Eintopf, echte Krioyo-Kost auf dem alten Markt „Marsche Bieuw“. Mitten unter Einheimischen. Im Kura Hulanda Museum, das in der kolonialen Altstadt in einem ehemaligen Sklavenhof eingerichtet wurde, erfahren wir mehr über Afrika, Curaçao und über den Sklavenhandel.
Wir besuchen die vermutlich bekannteste Frau von Curaçao, die 75-jährige Dinah Veeris. Eine ehemalige Lehrerin, die ihr Leben nach einer schweren Krankheit ganz den Kräutern verschrieben hat. Sie wirkt so jung.
Wir lernen karibisch zu kochen und tanzen dabei Merengue in Angelica’s Kitchen. Die perfekte Kombination. Und da wir schon einmal dabei sind, tanzen wir nach dem Dinner gleich in einem Salsalokal weiter. Was für ein Glück, dass wir am nächsten Morgen einfach nur eins tun müssen, dürfen, können: Ins magische Türkis eintauchen.
Nordfriesland wirkt in diesen Herbsttagen fast verlassen, hat man die Scharen der Badegäste des skandinavischen Wundersommers vor Augen. Aber gerade die Leere am Strand hat ihren Reiz. Wie sie seine Unendlichkeit betont. Ein vereinzelter Kitesurfer im Wasser, ein rasant fahrender Kutter direkt vor der Küste, eine Familie, die vor den Dünen picknickt.
Das goldene Licht wirkt wie ein Weichzeichner, der Herbst als Künstler wäre Impressionist. In dieser Einfachheit werden die Details wichtiger, die Fußabdrücke, die Muscheln, das Strandgut. Die letzten Spuren der Springflut, die den ganzen Strand von Sankt Peter-Ording geschluckt hatte.
Obwohl ich noch nicht so oft dort war, scheint es eine alte Bekannte zu sein. Es ist das Wasser, es sind die klaren Farben. Die Lässigkeit, das Unaufdringliche. In den schmalen Straßen von Gamla Stan fühlt sich die Stadt genauso kosmopolitisch wie dörflich an. Inmitten der warmen Terracotta- und Ockertönen der alten Gebäude fühle mich mich sofort wie Zuhause.
In den Gassen
Das Bistro
Das Selfie
Am liebsten streife ich ziellos durch die Gassen. Sitze unter den Kastanien auf dem kleinen Platz an der Kindstugatan. Kehre bei „Under Kastanjen“ für eine Tomatensuppe ein. Dazu wird fantastisches Brot gereicht, denn das Bistro ist gleichzeitig Bäckerei.
Der bekannteste Platz
Licht und Schatten
Schließlich gehe ich hinunter und schaue bei Skeppsbron den Booten zu.
Jener Morgen wirkt grau, Nebel hängt über den Feldern Langelands, der Horizont scheint greifbar nah. Ich lande in Rudkøbing am Wasser. Weil es dem Grau des Tages seine ganze Farbpalette entgegenstellt. Doch was, wenn der Nebel auch die Hausfassaden auswaschen könnte? Gelb dominiert. Langeland kennt die Sonne, schließlich liegt es in der Dänischen Südsee.
Sonntagsruhe. Ich laufe über die Østergade, wo sich Geschäft an Geschäft reiht, mache einen Abstecher zur Mühle Bymølle, die leicht erhöht über dem Ort thront. Halte die Füße des Physikers Ørsted auf dem Gåsetorvet für die Ewigkeit fest. Und lande dort, wo es alle hinzieht: in der ältesten Straße des Städtchens, der Ramsherred.
Kaum Menschen unterwegs an diesem Tag im September. Nur die Katzen scheinen vor den pastellfarbenen Wänden zu posen. Dabei zählt der Hauptort der Insel immerhin über 4.600 Einwohner. Hafenstädte haben immer diese Wirkung auf mich, wie ein Magnet. Das Wasser klatscht an die Bootsstege, und wenn man aufs Meer sieht, will man weg. Hinaus, das nächste Boot, die Fähre nehmen.
Um wieder zurückzukehren. Und herauszufinden, was es mit diesem Physiker auf sich hat. Um festzustellen, dass neben dem Physiker vor allem Schaupieler aus Rudkøbing kommen. Dass die Künstler die Insel lieben. Und dann irgendwann die Insel und den Ort in einem anderen Licht zu sehen. In einer anderen Stimmung. An einem Wochentag. Vielleicht in der Saison. Um sich zurückzusehnen nach dieser Herbstruhe?
Nordfriesland hat diese wüstenartigen Sandstrände wie in Sankt Peter oder auf Amrum. Es hat die Deiche und grünen Strände, die Inseln, Halbinseln und Halligen. Das Watt.
Am Wochenende war ich an zwei Orten: auf der Insel Nordstrand, die fast zur Halbinsel verlandet ist, denn Meer und Mensch verändern alles. Und in Sankt Peter-Ording, wo zur Zeit der Kite Surf World Cup ausgetragen wird.
Einen Tag bei spiegelglatter, einen Tag bei bewegter See. Der Strand von SPO ist so weit, dass wir von den Kitesurfern kaum etwas gemerkt haben, außer einem Schwarm von Drachen, bewegte bunte Punkte am Himmel.
Glücklich und ganzkörperpaniert vom Wind, der mit dem Sand gespielt hat, sind wir wieder nach Hause gefahren. Nur, um noch einmal kurz an meiner Lieblingsbadestelle in die Nordsee zu springen. Einfach auf dem Rücken im Wasser schweben und in den Himmel schauen.
Text und Fotos: Elke Weiler
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