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Das Schweigen der Lava

Sunset auf Snæfellsnes

Das Erste, was ich von Island sehe, sind Schneeflecken. Denke ich zumindest. Doch bei abnehmender Höhe entpuppen sich die Flecken als Schaumkronen in Gruppenformation. Dann taucht eine schwarze Kirche über karamellfarbenem Grund auf. Sie gehört, so scheint’s, zu Keflavik.

Schneeflecken auf moosigen Steinen. Eine Mondlandschaft. Aber der Mond ist tot, während Island selbst unter der dicken Wolkendecke zu leuchten scheint. Warum das so ist? Vielleicht werde ich in den nächsten Tagen eine Antwort darauf erhalten, vielleicht auch nicht.

Wir fahren in Richtung Reykjavík. Schwarze Straßen, die ins Nirgendwo führen. Häuser, die einsam in der Landschaft dem Sturm trotzen. Keine Bäume. Dafür Steine im Überfluss. Lavabrocken, die seltsam lebendig wirken. Die von Trollen bewohnt sind? [Weiterlesen]

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Himmel im Sand

Eigentlich wollte ich heute den ersten Island-Artikel schreiben, doch das Wetter ist zu schön, der Strand zu nah, und die Hunde zu glücklich in St. Peter-Ording. Also kosten wir die letzten Tage aus, bevor zu Ostern die Saison startet.

Doch wir sind nicht die Einzigen, die so gedacht haben, die von den frühlingshaften Temperaturen an die Wasserkante gelockt wurden. Und doch – in der Weite, die bis zum Horizont reicht, verteilen sich Mensch und Tier. Die Ersten haben sich in den Sand gehockt – ein eindeutiges Zeichen für Frühling.

In der Mitte der Wüste glitzert ein riesengroßer Spiegel. Als würden wir auf seiner Oberfläche wandeln können, die nicht Wasser, nicht Sand, sondern Himmel ist. Sogar die Sonne spiegelt ihr Antlitz gleich neben der Muschel. Der Wind hat eine Atempause eingelegt, und die Algen schreiben eine Botschaft in den Sand, die keiner lesen kann.

Egal, es ist einfach schön in St. Peter.

In der Brandung planschen, dass es nur so spritzt. Eine Insel zu viert besetzen, und der Flut beim Auflaufen zuschauen. Losrennen, hüpfen, in den Pfützen das Wasser aufwühlen. Und am liebsten würde ich mich wie die Hunde im Sand wälzen.

P.S.: Derselbe Sand bildet inzwischen Dünen im Haus. Tricky!
P.P.S: Alles Handyfotos, da das Ganze eine spontane Aktion war!

Text und Fotos: Elke Weiler

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In einem Land wie Schweden zu leben, ist für viele ein Traum. Auch mir könnte das gefallen. Also habe ich Heike vom Schwedenblog “Björklunda” gefragt, wie es sich anfühlt.

Värmland im Herbst © Heike Fischer| Björklunda

Värmland im Herbst @ Heike Fischer | Björklunda

1. Was war der Grund für dich und deine Familie, nach Schweden zu ziehen?

Eine gute Frage. Für uns lagen die Gründe vor allem in der verbesserten Lebensqualität, der Kinderfreundlichkeit und der Nähe zur Natur.

2. Wo wohnt ihr genau, und gab es dort etwas, woran ihr euch erst gewöhnen musstet?

Wir wohnen in Munkfors im wunderschönen Värmland. Das Schwierigste war eigentlich das Verstehen des värmländischen Dialektes. Zwar hatte ich mich in Deutschland mit Schwedisch-Kursen vorbereitet, doch hier angekommen, hatte ich das Gefühl, nichts mehr zu verstehen.

Zudem mussten wir uns an eine neue Kultur gewöhnen, obwohl uns immer suggeriert wird, dass Schweden und Deutsche viel gemeinsam haben. Doch die kulturellen Unterschiede sind vorhanden. Und möchte man in die schwedische Gesellschaft aufgenommen werden, muss man sich diesen Konventionen einfach anpassen. Geduld ist hier eine Tugend, die von uns Deutschen erst wieder erlernt werden muss.

3. Was liebst du am Leben in Schweden?

Die Natur, das stressfreiere Leben, Sport und die Möglichkeit, dass meine Kinder Kinder sein dürfen und vor allem Zeit haben, sich ihren Hobbys zu widmen. Eigentlich das Gesamtpaket der verbesserten Lebensqualität.

4. Welches schwedische Wort findest du besonders charakteristisch?

Also ich habe eher zwei Sätze, die ich zu Beginn des neuen Lebens in Schweden oft gehört habe, weil ich am värmländischen Dialekt schier verzweifelt bin.

“Ta det lugnt.” oder “Det löser sig.”

Sehr treffende Ausdrücke, die eigentlich das Gleiche bedeuten: “Lass dir Zeit / Hab Geduld, das wird sich lösen.” Es wird wirklich einfacher, ohne Druck an manche Dinge heranzugehen.

5. Ist dir schon mal ein Elch begegnet?

Bei unserem ersten Schwedenurlaub haben wir an jeder Ecke Ausschau gehalten, doch irgendwie wollte sich der Elch nicht blicken lassen. Also sind wir unserer Tochter zuliebe in einen Elch-Park gefahren. Klar kann man dort Elche ganz nah bewundern, doch es erzeugt nicht das Glücksgefühl, einen Elch im Wald zu entdecken!

Mittlerweile habe ich schon einige Elche in der Natur gesehen und bin jedes Mal von neuem begeistert, wie gut sich diese großen Tiere doch verstecken können. Am schönsten finde ich den Augenblick, wenn sie im Herbst etwas mutiger werden und in der Abenddämmerung die extra für sie übrig gelassenen Äpfel vom Baum ernten!

6. Würdest du noch mal wegziehen – in ein anderes Land?

Das ist eine schwierige Frage, da ich ein sehr reisefreudiger Mensch bin. Momentan gefällt es mir hier sehr gut, und ich möchte fürs Erste in Schweden bleiben. Aber man weiß ja nie, was das Leben noch an Überraschungen bereit hält…

Danke, liebe Heike! Wenn ihr mehr über Schweden erfahren wollt, schaut einfach auf Björklunda vorbei!

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Liebe Grüße aus Marokko!

Postkarte aus Marokko

Straßenansichtskarte

Schreibt mir Postkarten!

Besonders originelle Texte veröffentliche ich in unregelmäßigen Abständen auf Meerblog. Es lebe der Analogartikel! “Liebe Grüße aus Pusemuckel, uns geht es gut!” reicht nicht, es muss richtig fetzen, darf kurios sein, witzig und/oder kreativ. Ihr dürft auch etwas zeichnen, malen, kritzeln! Wichtig ist, dass ihr dazuschreibt, woher die Karte kommt, und wer sie geschrieben hat.

Ich freue mich auf Post von euch! Die Adresse findet ihr im Impressum.

P.S.: Ihr müsst nicht zwangsläufig an mich, ihr dürft natürlich auch an andere Mitglieder der Meerblog-Redaktion schreiben. Gleiche Adresse, anderer Name. Zur Auswahl stehen: Julchen Weiler, Janni Weiler oder Luis Maria Fernando da Silva Santos.

Frohes Schaffen und gute Reise!

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Es war einmal in New Mexico

Galisteo, wer kennt schon Galisteo. Steven Spielberg hat hier mal ein Stück Kulisse für seine Serie “Into the West” aufgebaut. Die Tipis passten optimal in die weizengoldfarbene weite Prärielandschaft. Da wundert es niemanden, dass Galisteo zu prähispanischen Zeiten einmal ein lebhaftes Indianer-Pueblo war.

Heute suchen viele die Ruhe und Einsamkeit in Galisteo. Das 200-Seelen-Dorf wirkt so verschlafen wie viele Ortschaften der Gegend. Mit ein paar Adobe-Häusern, Reitern, bellenden Hunden und wilden Kaninchen. Genau der richtige Mix für blasse New Yorker.

Auf dem Rücken der Pferde in die Landschaft hinausziehen oder im Pick-up über den Highway düsen. Und plötzlich taucht eine grasende Büffelherde vor den Berghängen auf. New Mexico erscheint so fern, so filmisch und surreal und doch so vertraut und wirklich.

Es ist das Land von 22 Indianerstämmen, darunter die Pueblos. Es ist das Land der Kreativen und der Hippies. Bekannte Orte wie Santa Fe und Taos wirken wie aus dem Ei gepellt mit ihrer schicken Adobe-Architektur. Und über allem hängt der Duft grünen Chilis, den man in New Mexico nach eigenen Angaben bereits zum Frühstück isst.

Text und Fotos: Elke Weiler

Aus der Reihe Archivgeschichten: Ich war vor einigen Jahren auf Einladung von New Mexico dort und dabei hat mich vor allem die Pueblo-Kultur fasziniert. Ich liebe Adobe-Architektur!

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