Über den Halligstorch

Er gehört zum Watt, wie Sand, Schlick und Meer: der Limikole mit dem schwarzweißen Federkleid, zu dem Schnabel und Beine in Orangerot einen schönen Kontrast bilden. Auch ist der Trillerpfiff von Austernfischern zur Revierverteidigung schwer zu überhören.

Im Winter bevölkert meist eine ganze Kolonie den Tetenbüllspieker auf Eiderstedt. Denn Austernfischer gelten außerhalb der Brutzeit als äußerst gesellig.

Zwar sind es in der kalten Jahreszeit nicht die Wattvögel, die zuvor an der Nordseeküste gebrütet haben, denn diese sind weiter Richtung Spanien gezogen. Wer in Nordfriesland überwintert, reist meist aus Norwegen, dem Baltikum oder Russland ein.

Der Austernfischer führt ein tideabhängiges Leben: Kommt die Ebbe, kann er die Muscheln aus dem Schlick pflügen, die Schale knacken oder aufhämmern und das Fleisch herauspicken. Egal, ob bei Tag oder Nacht.

Und Nahrung gibt es reichlich im Watt. Nichtsdestotrotz hat sich die Austernfischerzahl im Nationalpark Wattenmeer in den vergangenen 15 Jahren halbiert. Grund ist vermutlich der nicht ausreichende Schutz der Brut vor Fuchs und Möwe.

Aus diesem Grund hat man zum Beispiel am Lorendamm zur Hallig Oland eine teure Fuchssperre eingerichtet. Ob es funktioniert, wird sich in den nächsten Jahren zeigen, denn theoretisch weiß der Fuchs, wann Ebbe und Flut ist. Also kann er das Fuchsverbotsschild ignorieren und auch ohne Damm durchs Watt auf die Hallig spazieren.

Text und Foto: Elke Weiler

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