Penguin Days #3, Half Moon Island

Wir haben die berüchtigte Drake-Passage überlebt. Zwei Tage auf bewegter See liegen hinter uns, bis zu sieben Meter hohe Wellen. Zeitweise torkelten alle wie beschwipst über die Decks. Was die weiterhin schnurgeradeaus gehenden Kellner zu Scherzen wie „ein Glas hätte doch auch gereicht“ animierte. Vorgestern um acht Uhr abends dann …

Penguin Days #2, Tierra del Fuego

Puerto Williams? Nicht im Leben hätte ich gedacht, hier einmal zu landen. Als diese meine Antarktis-Reise startete, hatte ich zwar von Garibaldi-Fjord und Kap Hoorn gehört, aber nie von Puerto Williams. Bislang steuerten wir über die Magellanstraße und den Beagle-Kanal in Richtung Kap Hoorn. Gerade haben wir erfahren, wegen des …

Penguin Days #1, Antarctica

Der Watschelgang soll sehr effizient sein. Flugunfähige Vögel in der Polarregion wissen, wie man über Eis und unwegsames Gelände tanzt. Zur Not auch über den Bauch schlitternd. Im Wasser hingegen die pure Eleganz, sie springen wie Delfine, schießen pfeilschnell durch die Fluten. Ich habe noch nicht von Pinguinen geträumt, doch …

Eis am Kanal

Eine Tour mit dem Kanu durch Den Haag Marianne schwenkt ihr Paddel versiert von links nach rechts, rechts nach links. Ich sitze vorne im Kanu, das eigentlich ein Kajak ist, und unterbreche meinen Paddelrhythmus gelegentlich für ein Foto. Manchmal reden wir, manchmal schweigen wir. Beides ist immer genau richtig. Das …

Life is a camping trip

Julchen hält Siesta auf der Wiese, Emilia daneben im Halbschatten, ich sitze Kirschen essend auf der Terrasse. Chillen vor der Hütte, life is a camping trip. Und es gefällt uns von Tag zu Tag besser. Jeder Platz ist anders, und unsere Situation in Falsterbo könnte kaum besser ausfallen. Nur ein …

Memories wie Kekskrümel

An der Algarve Vom Balkon meines Zimmers höre ich das Rauschen der Brandung, schaue hinab in die Bucht. Ein paar Menschen, die sich winzig wie Ameisen auf rötlichem Sand bewegen. Nur ein Pool und die Steilküste liegen zwischen mir und dem Atlantik, hier in Albufeira. Nachts schlafe ich mit dem …

Was bedeutet langsames Reisen?

Den Koffer zu packen, das ist jedes Mal wie ein klitzekleiner Umzug. Sein Leben in ein rechteckiges, mehr oder weniger voluminöses Ding zu stecken, die Zelte abzubrechen und an anderer Stelle wieder aufzubauen. Ich mag den Moment des Loslassens nicht sonderlich, doch ich liebe den des Ankommens. An einem anderen …

Das Leben, ein Schaukeln

Hausboottage sind die Tage der fliegenden Chips. Der Möwen, die in ständiger Bereitschaft leben, das Boot zu entern. Wegen der Chips, die vom Teller durch die Luft tanzen. Hausbootnächte sind die Nächte endloser Bordgespräche. Typische Hausbootmomente erlebst du zum Beispiel während der Duschzeremonie. Oder jene Augenblicke, wenn du bei aufgeklapptem …

Mittsommer in Malmö

Wir sind nach Jütland und Südnorwegen an der Westküste Schwedens gelandet, Hund Julchen, Ente Emilia und ich. Nur noch wenige Tage bis Mittsommer. In Baståd wird es Zeit für eine Fika, und ich lasse mich im Café „Två Män“ nieder. Zufall oder Fügung? Es schmeckt jedenfalls vorzüglich, sowohl der Kaffee …

La vie en rouge

Choucroute de la mer, das klingt zu interessant, um es nicht zu probieren: Sauerkraut des Meeres? Ich sitze in Granville, Rue du Port, wo sich ein Fischrestaurant an das nächste reiht. Alle mit Blick in den Hafen, der nur noch wenige Segel- und Fischerboote beherbergt. Die meisten sind ausgefahren, das …