Melancholie in Palermo

Früh am Morgen werde ich wach, es ist noch dunkel draußen. Weißer Rauch zieht vom Schiffsschlot zum Meer, als würde er ins Wasser fallen. Vögel, die seltsam leuchten, fliegen in kleinen Gruppen gen Himmel. Erst als die Lichter der sizilianischen Küste sichtbar werden, ist der Spuk vorbei. Waren es Schwalben, …

Un giorno sul mare

„Ah, piove“, sagt der Italiener. Unser Tag auf dem Meer scheint unter einem schlechten meteorologischen Omen zu stehen. „Aber so ist es auch schön“, fährt der Mann fort. „Hauptsache, es regnet nicht noch mehr.“ Ich stehe am Heck auf Deck 11, und der Regen prasselt auf Stühle und Tische. Wenigstens …

Es tost die Brandung

An der Westküste von Sylt Es ist ein ganz normaler Nordseetag, dieser erste Juni. Der Wind weht, Sonne und Wolken liefern sich einen schmissigen Dialog. Im Sylter Kalender habe ich Tai Chi entdeckt, immer montags um neun. Treffpunkt: vor den Schildkröten am Aquarium. Also mische ich mich schon zeitig unter …

Ballade in Grau

Warum Sylt im Regen schön ist Der Fahrtwind verstreicht die Tropfen auf der Fensterscheibe, so dass sie zu Schrägstrichen wachsen. Ich blicke auf Schafe, die unter Solaranlagen liegen, Schutz vor dem Regen suchend. Kühe, an Stallwände geschmiegt, die sie ausnahmsweise lieber von innen sehen würden. Wir sind kurz vor Klanxbüll, …

Morgens in Raval

Wir trinken einen „café con leche“ in der Boquería. Über die Rambla de Raval sind wir zur Markthalle geschlendert und haben an einer Kaffeebar die letzten Thekenplätze ergattert. So schaue ich dem Barista auf den gar nicht breiten Rücken, während heißer Dampf aus der Schaumdrüse der Kaffeemaschine zischt. Barcelona mal …

Anker los!

Kaum bin ich auf dem Schiff, tönt es schon „Time to say goodbye“. Alle stehen an der Reling und winken gedanklich in Richtung Monte-Carlo. Auf den Stadtstaat Monaco habe ich nur flüchtige Blicke erhaschen können – auf der Durchreise vom Flughafen Nizza zum Schiff. Ich bin in Monte-Carlo an Bord …

Küstenliebe

Wir sitzen in einem Café auf Stelzen und schauen aufs Meer, das in der Sonne funkelt und glitzert. Es ist einer dieser Momente, in denen ich an keinem anderen Ort der Welt sein möchte. In dem ich wieder weiß, warum ich hier wohne und nirgendwo anders. Warum es sich lohnt. …

Wikinger und Walgesänge

Vermutlich ist es unmöglich, nach Island zu fahren und nie über die Sagas zu reden. Altnordische Literatur, die einst aus mündlichen Überlieferungen von Götter- und Heldengeschichten herrührte. Einer von ihnen hieß Leifur, und zur Sicherheit ließ ich mich mit ihm fotografieren. Ich konnte ja nicht ahnen, dass ich ihm später …

Von Dünen und Drachen

Sankt Peter hat vier Ortsteile: Böhl, Dorf, Bad und Ording. Wir mögen den nördlichen Teil des zwölf Kilometer langen Strands am liebsten, also den von Ording. Gestern waren wir wieder dort, zusammen mit den Kitesurfern, deren Drachen hoch über den Dünen in der Luft tanzten.

Überhaupt die Dünen, eine Verheißung von Strand. Am schönsten sind sie in Ording. Geformt vom Wind, mit sicherem Duktus. Buckelig bis bizarr. Und darauf wirkt der ewige Strandhafer wie Haarbüschel, die aus dem Sand sprießen. Seine Wurzeln machen die Dünen stark.Read more „Von Dünen und Drachen“