M

Meerschweinchen, Maca und Moche

Mitten im Nebelwald von Ecuador traf ich ein älteres Ehepaar aus Kalifornien. Die vier Tage in der Mitte von Nirgendwo waren das Ergebnis eines Kompromisses: Er wollte lieber wandern und aktiv in der Natur unterwegs sein, sie zog alle Annehmlichkeiten einer Lodge wie Mashpi vor.

Das Paar kam frisch von den Galápagosinseln und war quasi auf dem Weg nach Peru. Sie wollten von Quito nach Lima fliegen, zweieinviertel Stunden dauert der Flug. Dann eine Nacht in der peruanischen Hauptstadt und schnell weiter. Machu Picchu hieß das eigentliche Ziel, der Traum vieler Südamerika-Reisenden.

Andentiere

Es ist schon ein paar Jahre her, da plante ich einen Reportagenband über Peru, zusammen mit einem Fotografen. Leider hatte sich das Projekt damals zerschlagen, doch der Plan schwirrt immer noch irgendwo in meinem Kopf umher.

Machu Picchu, wenn es still ist

Grundsätzlich finde ich alle Andenstaaten anziehend. Es muss irgendwie damit zusammenhängen, dass ich seit meiner Kindheit mit Meerschweinchen zusammenlebe, die in Peru, Bolivien, Kolumbien und Ecuador „cuy“ heißen. Seit Jahrzehnten lausche ich ihrem „Uiuiui“, dem Gegrunze, Gequieke, einer ganzen Palette von Lauten. Beobachte ihr ausgeprägtes Sozialleben.

Vielleicht habe ich mich in einem früheren Leben in den Anden herumgetrieben, wer weiß das schon. Und was würde ich heute dort erleben wollen? Zum Beispiel Machu Picchu ohne seinen abgenutzten Alltag, Machu Picchu in stillen Momenten. Recherchieren, wie ein Guide die Schönheit des Weltkulturerbes erfährt. Verblasst das Einzigartige in seinen Augen, wenn er es jeden Tag sieht?

Ich würde gerne einen Schamanen im Hochland treffen und an einem Ritual teilnehmen. Mich stärker mit Pachamama verbunden fühlen, Mutter Erde. Vielleicht ein Trekking mit Maultieren durchs Hochland machen. In die unendliche Kartoffelgeschichte der Anden kulinarisch eintauchen. Aus dem Leben eines Hochlandbauern am Colca Canyon berichten.

Alles über Alpakas

Mehr über Maca erfahren. Warum man in Lima auf die Wunderfrucht der Inka schwört, die einen ähnlichen Nährwert wie Mais oder Reis hat, mehr Eisen und Calcium als Kartoffeln enthält. Dann möchte ich unbedingt eine richtige „Alpaquera“ treffen, die jedes einzelne ihrer Tiere genau kennt. Sie im Alltag begleiten und schauen, ob die Alpakas sich nach einer Weile von mir kraulen lassen.

Natürlich muss ich nach Cusco reisen. Auf den Spuren der Inka wandeln, zur Festung Sacsayhuamán und den Terrassen von Pisac fahren. Ein wenig in Cusco bleiben und mein Spanisch aufbessern. Dann zum Titicacasee. Kräuter sammeln in Llachon, am Leben einer Familie am Andenmeer teilnehmen.

Peru ist nicht nur das Erbe der Inka. Unter allen präkolumbianischen Völkern gab es ein einziges, das Frauen an die Macht ließ: die Moche. Eine Hochkultur an der Nordküste des Landes, sie lebten bis zum 8. Jahrhundert der Nähe des heutigen Trujillo.

Wenn ich dann schon an der Küste bin, möchte ich noch einen Fischer in Huanchaco treffen, der mit einer Art Schilfpferdchen, dem „caballito de tortora“, jeden Tag aufs Meer hinaus reitet.

Text und Foto: Elke Weiler

CategoriesPeru
Elke

Meerbloggerin, Buchautorin und Journalistin. Hat Kunstgeschichte u.a. in Rom studiert, als Redakteurin bei Burda gearbeitet, aber die meiste Zeit als freie Reisejournalistin. Aktuell lebt die Rheinländerin an der Nordsee, bloggt und schreibt an den nächsten Büchern.

    1. Elke says:

      Liebe Dani, danke für den Link – super Fotos! Besonders über das Lama und die Meerschweinchen in der Küche habe ich mich soooo gefreut!!! Klingt super, ja das müssen wir machen!! Fragt sich nur noch, wie! :-) LG, Elke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.