Wo die Blumen aus dem Sand wachsen

Wie sieht ein idealer Tag auf der Nordsee-Insel Föhr aus? Den ganzen Tag im Strandkorb verbringen? Ich habe es getestet.

* Gut schlafen und kräftig frühstücken im Hoftel, möglichst mit netten Leuten am langen Tisch. Föhrer Käse probieren. Wer im Ferienhaus nächtigt: Morgens Milch an der Milchtankstelle in Alkersum zapfen.

* Radfahren. Die Insel war einst Teil des nordfriesischen Festlands, besteht heute aus Geest und Marschland. Wunderbar flach also! Noch ein Pluspunkt: In den Ortschaften gilt Tempo 30. Es gibt viele Landwirtschaftswege, die ideal zum Radeln sind. Weitgehend ohne Verkehr. Ok, manchmal kommt ein Polizeiwagen vorbei, mit sehr amüsierten Insassen, die sich wundern, wenn verrückte Touristen die ersten zarten Ackerpflänzchen ablichten.

* Die leckeren Waffeln in der Nieblumer Teestube probieren. Am besten mit Sahne und Erdbeeren. Nicht wissen, welcher Tee am besten dazu passt. Also Kaffee trinken. Oder eine der Saftschorlen.

* Föhrer Geschichte auf den sprechenden Grabsteinen der Seefahrer des Nieblumer Friedhofs lesen. Und St. Johannis von innen anschauen – eine Kirche zum Verlieben und Heiraten. Sehr schick und voller Leben: der Taufstein aus romanischer Zeit sowie der spätgotische Altar.

* Zum Strand radeln. Sich ohne Rücksicht auf Verluste in den Sand werfen und in die Sonne blinzeln. (Ok, der Tipp kam vom Kollegen Luis.) Stundenlang barfuß an der Wasserkante entlang schlendern. Oder direkt Windsurfen.

* In der Lohdeel zu Abend essen. Entdecken, dass man eigentlich reserviert haben müsste. An der Theke Platz nehmen, die im Streifendesign gepolstert ist. Erfahren, dass Loh aus dem Dänischen kommt, und die Scheune einst dem Sohn vom „Glücklichen Matthias“ gehörte. Wohl der bekannteste der Föhrer Seefahrer.

* Extratipp: das Museum der Westküste in Alkersum. Ein Teil der aktuellen Ausstellung stammt vom Künstler Otto Heinrich Engel, den es immer wieder auf die Insel zog, bis er hier zum Inventar wurde und die Lebenswelt der Dorfbevölkerung Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts gemalt hat.

Nebenher habe ich erfahren, dass Alkersum während der Volkszählung 1910/11 über 269 Einwohner, 70 Pferde, 513 Rinder, 77 Schafe, 67 Schweine, 5 Ziegen, 1202 Federvieh und 33 Bienenstöcke verfügte. Der Punkt geht an die Hühner!

Text und Fotos: Elke Weiler

  1. Und zwischen zwei Atemzügen zu glauben es ist Frieden……

  2. Super schicke Fotos. Bei manchen gefällt mir das Quadratische Format vom Vorschaubild noch fast besser, als im Original.

    Es ist einfach saucool, wenn man eine Ortschaft per Fahrrad erkunden kann.

    Liebe Grüsse,
    Simon

  3. sehr schöne Fotos und guter Text, der Lust macht, direkt mal nach Föhr zu fahren. Hast du einen speziellen Filter über die Fotos gelegt, die Farben sehen „gebleicht“ aus?

    • Danke, Dirk! Stimmt, ich filtere. Hier habe ich Fotor genutzt, sonst nehme ich auch gerne Snapseed zum Bearbeiten.

  4. Liebe Elke,
    deine Reiseberichte machen uns immer mehr/meer Lust sich mal aufn Patt zu machen und ordentlich Kabitt geben.

    Gela,Olaf und Bolito

    • Danke, liebe Gela! Ui, ich glaube, ich versteh‘ nur noch Westfälisch! 😉 Gruß von Julchen und Janni an Bolito!

  5. Ohhh wie schön! Ich will auch! Föhr war ich noch nie. Sollte ich wohl definitiv mal machen!!!

  6. Wunderschöne Fotos die Lust auf die Nordsee und die Insel Föhr machen. Sehr gute Tipps, die ich auf jeden Fall wahr nehmen werde. Danke für den schönen Artikel.

    Gruß
    Olli

  7. Da müssen wir unbedingt auch noch mal hin. Schöne Bilder die Lust auf Föhr machen.

  8. Super tolle Bilder! Schade das ich noch nie auf Föhr war, aber jetzt ist es auch auf meiner Liste 🙂

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