Melancholie in Palermo

Früh am Morgen werde ich wach, es ist noch dunkel draußen. Weißer Rauch zieht vom Schiffsschlot zum Meer, als würde er ins Wasser fallen. Vögel, die seltsam leuchten, fliegen in kleinen Gruppen gen Himmel. Erst als die Lichter der sizilianischen Küste sichtbar werden, ist der Spuk vorbei. Waren es Schwalben, …

Un giorno sul mare

„Ah, piove“, sagt der Italiener. Unser Tag auf dem Meer scheint unter einem schlechten meteorologischen Omen zu stehen. „Aber so ist es auch schön“, fährt der Mann fort. „Hauptsache, es regnet nicht noch mehr.“ Ich stehe am Heck auf Deck 11, und der Regen prasselt auf Stühle und Tische. Wenigstens …

Anker los!

Kaum bin ich auf dem Schiff, tönt es schon „Time to say goodbye“. Alle stehen an der Reling und winken gedanklich in Richtung Monte-Carlo. Auf den Stadtstaat Monaco habe ich nur flüchtige Blicke erhaschen können – auf der Durchreise vom Flughafen Nizza zum Schiff. Ich bin in Monte-Carlo an Bord …

Das Schweigen der Lava

Das Erste, was ich von Island sehe, sind Schneeflecken. Denke ich zumindest. Doch bei abnehmender Höhe entpuppen sich die Flecken als Schaumkronen in Gruppenformation. Dann taucht eine schwarze Kirche über karamellfarbenem Grund auf. Sie gehört, so scheint’s, zu Keflavik. Schneeflecken auf moosigen Steinen. Eine Mondlandschaft. Aber der Mond ist tot, …

Vier Räder unterm Regenschirm

Mit der Ente durch Paris Der Mythos vom Bauern und den Eiern, er stimmt. Eigentlich wurde der 2CV geschaffen, damit ein bis zwei Bauern in Gummistiefeln ihren Wein, die Eier und einen Sack Kartoffeln unversehrt über holprige Feldwege transportieren konnten. Mit dieser schon genialen Aufgabenstellung entstand das vermutlich einzige Schaukelauto …

Wo ist der Wolf?

„Attenti al lupo“ heißt ein Klassiker des italienischen Liedermachers Lucio Dalla. Vorsicht vor dem Wolf! Doch fahre ich wegen der Wölfe nach Italien, die sich mittlerweile im bolognesischen Apennin wieder eingefunden haben. Etwa eine Autostunde vom städtischen Treiben in Bologna entfernt. Dottore Davide Palumbo holt uns in Lizzano ab. Der …

Nuraghen sind keine Fische

In dem kleinen Ort Orosei haben wir uns eine schicke Hütte ausgesucht: ein Steinbau aus dem 17. Jahrhundert – inklusive Patio für laue Herbstabende. Nicht gerade groß, aber voller Charme vergangener Zeiten. Und vom Hausherrn Cosimo, einem Architekten, feinfühlig restauriert und eingerichtet. Schlüssel Nr. 1 zu unserer Oase mitten im …

Der Ruf der Affen

Rund um das Bikini in Berlin Morgens um acht ertönt der Ruf der Wildnis: aus der Ferne das Trompeten der Elefanten, dazwischen der Schrei eines Affen. Mehr im Vordergrund ein Chor von Vogelstimmen, ganz ohne Dirigenten. Das Solo eines Papageis. Bin ich wirklich in Berlin? Letzte Woche war ich in …