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Der moderne Hund im Museum

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Aus der Interviewreihe: “AUF DER MATTE BEI MADEMOISELLE JULIE”

Heute mit dem entzückenden Paar Suri und Dayo aus Wöllstadt!

Herzlich willkommen bei MeerBlog, ihr Lieben! Ich freue mich über eure virtuelle Bekanntschaft. Falls ihr mal im urigen Nordfriesland Urlaub macht, müssen wir das vertiefen. Darum schlage ich ein Treffen im wunderbaren St. Buddel vor.

1. Suri und Dayo, wollt ihr euch kurz vorstellen?

Suri: Dayo und ich – wir sind Rhodesian Ridgebacks, beide fünf Jahre alt, aber wir sind nicht miteinander verwandt. Dayo hält sich für einen riesengroßen Charmeur, dem keiner widerstehen kann. Ich schon. Außerdem schleimt er sich bei unseren Zweibeinern sehr gerne ein. Dabei ist er einfach nur verfressen! Und grobmotorisch bis ungestüm, was ihm den Spitznahmen „der Bär“ eingebracht hat.

Dayo: Unsere Zweibeiner sagen immer, wir seien Löwenjäger. Frauchen lacht sich tot, wenn sie anderen Leuten erzählt, dass es deshalb keine Löwen mehr in der Wetterau gibt, weil wir beide Löwenjäger seien. Und Suri? Die ist echt ’ne Zicke! Sie macht, was sie will! Wenn fremde, männliche Zweibeiner zu uns nach Hause kommen, langt sie auch schon mal hin. Was für ein Geschrei! Aber man kann herrlich mit ihr toben. Und glücklicherweise geht sie mir nie ans Futter!

Wer darf zuerst? Suri oder Dayo?

2. Das klingt so weit normal – bis aufs Futter! Wie wohnt ihr denn so? Seid ihr eigentlich zusammen oder führt ihr eine WG?

Dayo: Wir sind Lebensabschnittsgefährten. Anfangs fand ich sie schon toll. Da haben wir uns ein paar Mal getroffen, und es waren immer schöne Stunden. Aber eines Tages ist sie einfach bei uns geblieben. Es ist ja nicht ganz einfach für Männer, insbesondere für so extrem gutaussehende und intelligente Typen wie mich, sich mit Frauen zu arrangieren.

Suri: Blöder Sack! Als ob ich mir ausgesucht hätte, mit dir zusammen zu leben! Dank mir weißt du doch erst, was ein ordentlicher Jagdausflug ist. Aber wenn es lustig wird, rennst du Jammerlappen gleich zu Frauchen und flennst.

Dayo: Danach hat die Wuscheltante doch gar nicht gefragt. Sie will wissen, wie wir wohnen.

Suri: Schöner Wohnen für Ridgebacks oder was? Na gut, dann will ich ihr mal ein Geheimnis verraten: Wir führen im Großen und Ganzen ein recht freies Leben. Uns wird fast jeder Wunsch von den Augen abgelesen, und wir haben unsere beiden Zweibeiner gut im Griff.

Dayo: Es hat schon etwas gedauert, bis sie begriffen haben, dass wir zwei identische Liegewiesen haben möchten. Der Rhodesian Ridgeback an sich ist nämlich für Gleichberechtigung.

Suri und Dayo auf der Couch.

3. So modern seid ihr Typen also drauf? Interessant. Ist eigentlich einer von euch beruflich aktiv oder zurzeit verliebt?

Dayo: Also, ich…

Suri: Schnauze, Dicker! Ich bin von Haus aus eine recht ordentliche Jägerin und habe auch schon des Öfteren beweisen können, dass ich ausdauernd hinter diesen Osterdingern herlaufen kann. Aber nein, ich habe noch nie so ein Osterteil mit nach Hause gebracht. Aber die Zweibeiner verstehen mich nicht. Die wissen gar nicht, wie toll es ist, wenn einem der Wind in den Ohren pfeift, und der Schlamm bei vollen Galopp in alle Richtungen spritzt. Deshalb muss ich meistens an die Leine und krieg‘ vorgehalten, wie toll der Dayo ist!

Dayo: Genau. Wenn du endlich mal mit dem Quatsch aufhören würdest, könnten wir beide gemeinsam jeden Tag wie die Doofen rennen. Aber nein, du musst ja unbedingt sofort abhauen. Frauen halt – die verstehen nix von Strategie und Taktik!

Suri: Als ob Du wüsstest, wie Frauen ticken! Wenn ich schon sehe, mit was für einem bescheuerten Blick du dich hinter jede dahergelaufene Tussi machst. Und wenn du endlich mal eine erwischt hast, immer diese Sabberei und Ableckerei.

Dayo: Du bist doch bloß eifersüchtig! By the way, Julchen: von dir würde ich mir auch gerne mal deine Lieblingsplätze zeigen lassen!

Im Wald ist es so schön, findet Dayo.

4. Also echt! Erst nennst du mich Wuscheltante und jetzt das? Reden wir lieber über eure Ausbildung. Oder habt ihr Hobbys?

Dayo: Mmmh, eine meiner wichtigsten täglichen Aufgaben ist es, darauf zu achten, dass Frauchen sich an unseren Zeitplan hält und pünktlichst mit uns spazieren geht und das Essen serviert.

Wenn das nicht richtig funktioniert, kann ich schon mal ganz schön ungemütlich werden. Ausbildungstechnisch bin ich ganz weit oben angesiedelt, denn ich habe schon mit zwei Jahren die Begleithundeprüfung bestanden. Im Moment lasse ich mich zum Mantrailer ausbilden.

In meiner Freizeit gehört meine ganze Leidenschaft dem Savoir vivre. Ich bin ein Gourmet und lebe frei nach dem Motto „Liebe geht durch den Magen“. Jetzt im November liebe ich die Zuckerrüben, die sich auf den Feldern türmen.

Suri: Ich sollte auch mal so eine Begleithundeausbildung bekommen. Pipikram! Ich habe in den Übungsstunden alles perfekt gemacht, bin aber bei der Zulassung zur Prüfung einfach stumpf auf dem Platz stehen geblieben. Ha! Da hättest du mal die Gesichter der Zweibeiner sehen sollen! Ansonsten ist mein liebstes Hobby – wie eben schon erwähnt – das Jagen!

Dayo lässt sich in Mantrailing ausbilden.

5. Ich persönlich verstehe dich, Suri, finde aber das Hüten befriedigender, weil man ein Ergebnis hat. Gegen eine top zusammen gepferchte Schafherde ist doch nichts zu sagen, oder? Aber jetzt erzählt mal: Seid Berg- oder Meer-Typen? Wald? See? Pfützen? Matsch? Wohnzimmer?

Dayo: Wir sind Allrounder. Aber Pfützen und Matsch – das geht gar nicht! Und Regen – total blöd! Da wir in der Wetterau wohnen, gibt es hier fast nur Felder und Wiesen und sehr wenig Wald. Ich liebe es, mich auf dem Betonweg im Staub zu wälzen.

Suri: Das hat aber den Vorteil, dass man diese Osterhasen besser sehen kann!

Dayo: Auf Ausflügen finde ich es im Wald am schönsten. Und im Sommer am See oder Fluss. Suri geht überhaupt nicht gerne schwimmen, aber ich finde es toll.

Suri: Also Regen ist wirklich entsetzlich, aber Pfützen liebe ich sehr! Das Wasser schmeckt besonders gut, wenn vorher ein Traktor durchgefahren ist und alles schön vermischt hat. Und nach getaner Arbeit entspannt es sich dann wunderbar auf der Couch!

Schwimmen oder planschen – das ist hier die Frage!

6. Klar! Das erinnert mich an meine Schwester, eine professionelle Couchsurferin. Wie gerne seid ihr unterwegs?

Suri: Sehr gerne! Besonders cool finde ich es, wenn wir Tierparks besuchen. Das macht Spaß. Frauchen fährt allerdings auch gerne mal mit uns in die Stadt. Oder sie nimmt uns auf Veranstaltungen – gruselig! Überall diese Zweibeiner, von denen mir manche ungefragt einfach ihre Hand auf den Kopf hauen!

Dayo: Mir ist es völlig egal, was wir machen! Wanderungen und Spaziergänge machen am meisten Spaß. Aber ich gehe auch gerne in die Stadt. Die meisten Zweibeiner finden mich toll und wollen mich immerzu streicheln. Das gefällt mir ganz gut. Außerdem gibt es da auch immer was zum Naschen! Eiswaffeln mit Sahne!

Der moderne Hund im Museum. Fische gucken statt fressen.

7. Oh, hör‘ auf! Ich kriege Hunger! Was war denn eure coolste Reise bislang und warum?

Dayo: Da sind wir nach Holland gefahren, damals noch ohne Suri. Das Hotel war doof, weil ich nur in das Zimmer durfte und sonst nirgendwohin, aber wir sind fast jeden Tag nach Nordwiijk an den Hundestrand gefahren. So viele Hunde zum Toben, und immer wieder rein in die Nordsee – da habe ich Schwimmen gelernt.

Suri: Mir hat unser diesjähriger Urlaub gut gefallen. Da sind wir nach Mecklenburg-Vorpommern gefahren, wo wir auch in ein Museum rein durften. Im Müritzeum gab es Fische, die mich angeglotzt haben und ganz viel anderes Zeugs. Fische mag ich sonst lieber im Futter.

Locker reisen in der Blechhöhle.

8. Der moderne Hund im Museum. Cool. Und wie reist ihr am liebsten? 

Dayo: In der Blechhöhle mit weichen und warmen Kissen. Auch wenn Suri mich manchmal ziemlich nervt, weil sie immer dort liegen will, wo ich mich gerade niedergelassen habe!

Suri: I wo, das Problem ist anders gelagert: Der Dayo pupst so. Das ist ganz unerträglich, weil es dann so stinkt!

Dayo: Suri! Natürlich wissen wir, dass Zweibeiner auch mit dem Zug oder dem Flugzeug verreisen. Aber wir nicht! Warum, weiß ich nicht. Aber ich bin schon mal S-Bahn gefahren. Und vielleicht bald in der Wohndose, aber Herrchen stellt sich noch quer.

9. Wohndosen sind nett, aber verdammt eng, oder? Habt ihr Präferenzen, was die Hütte angeht?

Dayo: Ich wohne ja schon am liebsten in Hotels. Da gibt es oft leckere Überraschungen. Am schönsten finde ich, wenn das Hotel im Grünen ist, und wir gleich raus können. Und wenn ich nicht an die Leine muss! Manchmal wohnen wir auch mitten in so riesigen Städten. Das ist ziemlich sehr anstrengend, denn da muss ich immer an der Leine bleiben. Außerdem ist es mitten in der Stadt so schwer, ein ordentliches Häufchen zu platzieren. Dazu brauche ich nämlich Gras.

Suri: Dayo ist ja nicht so vornehm. Ich mache in der Stadt niemals ein Häufchen! Ich warte immer bis wir in einem großen Park oder so sind. Und ich habe es gerne etwas schick und luxuriös – es darf also auch mal ein 5-Sterne- oder ein Schlosshotel sein. Julchen, wenn du es mal schön haben willst und dazu noch ganz viel Wald drumherum, dann musst du unbedingt ins Hotel Schloss Waldeck am Edersee fahren!

Dayo: Ja, da sind wir über den Urwaldpfad runter zum Edersee gewandert, und Suri musste dann mit dem Taxi nach Hause gefahren werden, weil sie total kaputt war und nicht mehr laufen konnte!

Dayo liebt das Meer, Strände, Schwimmen.

10. Ne, echt? Ich dachte, Suri rennt so gerne. Und habt ihr ein Wunschreiseziel für 2014?

Suri: Ich würde ja ganz gerne mal nach Österreich in die Berge fahren oder…

Dayo: Ha, da oben gibt es aber keine Taxis! Wir waren dieses Jahr mal ganz kurz an der Ostsee in Warnemünde. Das hat mir gefallen. Ich möchte 2014 unbedingt wieder ans Meer. Am liebsten an die Nordsee, so die Kante Husum…

Suri: Also, ich würde lieber mal fremde Länder erforschen. Frankreich beispielsweise, die Normandie soll ja sehr schön sein…

Frankreich ist eine tolle Idee, Suri! Da möchte ich auch mal hin. Ansonsten kann ich natürlich meine Heimat Eiderstedt wärmstens empfehlen. Kommt mal vorbei, ich freu‘ mich immer wie ein Flummi über Besuch! Und ich gebe kostenlose Buddelkurse am Strand!

Danke, ihr Lieben, für eure famosen und wilden Antworten!

Ein dicker Knutscher,

euer Julchen

Fotos: Martina Züngel-Hein

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4 Gedanken zu „Der moderne Hund im Museum“

  1. Liebe Elke,
    das mit dem Interview hätten wir uns mal besser anders überlegen sollen. Dayo und Suri bestehen jetzt auf Autogrammkarten zum Verteilen … ;-) … vielen Dank an Julchen für das tolle Interview … wir kommen bestimmt irgendwann mal zu Euch in den Norden.
    Viele Grüße
    Martina

  2. Pingback: Julchen rennt – ein Hundeleben nach dem Sturm

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