Das Leben, ein Fest

Lunden war ein Dorf im Dithmarschen. Wir kannten es, weil es einen Bahnhof hatte, den vor allem Monsieur häufiger benutzte. Julchen fand Lunden nicht sehr aufregend, doch mir war jede Ecke und jeder Winkel dieser Welt recht. Selbst in Lunden lagen die Sensationen quasi auf der Straße. Immer schön die …

Shiatsu am Strand

Mein Julchen galt als der Hund mit der längsten Zunge Nordfrieslands. Kaum, dass sie irgendwo toben konnte, verausgabte sie sich dermaßen, dass ihr Waschlappen zwar in aufreizendem Rosa, aber meterlang aus dem Maul baumelte. Trotzdem sah sie entzückend aus, als wir nach St. Buddel aufbrachen. Wir feierten Madames Rückkehr aus …

Der Wälz-Faktor

Höchste Alarmstufe! Die Occupy-Bewegung hatte uns umzingelt. So viele Wollknäuel auf einmal hatte ich noch nie gezählt. Was war passiert? Man konnte von einer regelrechten Explosion sprechen. Überall dieses Mäh und Bäh. Jenes Gehüpfe und Gespringe. Vor lauter Bedenken mich in der Plüschmasse aufzulösen, verzichtete ich freiwillig auf den Titel. …

Wunderwerke der Natur

Mit dem Wachsen stellten sich mir neue Herausforderungen. Das Schreinern gab ich auf, meine Zähne waren gut in Schuss und hatten diverse Auszeichnungen erhalten. Holz interessierte mich jetzt vor allem am Strand, wenn mit knackigen Seepocken bedeckt. Anstelle großräumiger Indoor-Restaurierungmaßnahmen verlegte ich mich ganz auf Pfostologie. Tauchte vor meinem visuellen …

Tanz in den März

Das Meer, so gesprächig. Der Himmel, unendlich. Sand unter den Pfoten, ein laues Lüftchen. LOLA. Der Frühling war da! Über Nacht hatte er eine irre Show für uns vorbereitet. Die Sonne grinste so breit wie ein Honigkuchenpferd und veränderte alles. Weiß der Kuckuck, was ein Pferd mit Honigkuchen anfangen sollte! …

Eisläufer am Strand

Alles änderte sich, und ich mich auch. Kein Lutscher glaubte mir mehr, dass ich erst acht Monate alt war. Oft hielten sie mich sogar für einen Bobtail, rein von der imposanten Statur her. Doch wenn ich den zahlreichen Fans mein wunderbar verspieltes Wesen offenbarte, lachten sie lauthals und hielten mich …

Dünenhasen und Deichkönige

Umzingelt. Die Wollknäuel von der Occupy-Bewegung hatten die Fennen besetzt. Egal, ob ich die Lage vor oder hinter dem Haus observierte, überall standen sie herum und grasten. Einmütig. Es hatte keinen Zweck, mit ihnen zu kommunizieren, denn sie machten auf unüberwindliche Sprachbarriere. Einmal im Leben wollte ich Schaf sein! Nichts …

Gruß aus der Südsee

Alles begann, als wir mitten in der Nacht in Fritzitown strandeten. Desorientiert hüpfte ich aus der Blechhöhle und begleitete Madame zum wohlbekannten Abschieds- und Wiedersehensort. Sprich: Bahnhof. Ohne zu wissen, was passieren würde. Eine einsame Figur stand mitten im Schnee, und zur Sicherheit begrüßte ich sie mit dem üblichen Ritual. …

Im Namen der Liebe

Die Übergabe erfolgte mitten auf dem Deich. Ringsherum keine verdächtigen Bewegungen. War es wurscht? Doch die Öffentlichkeit der Handlung konnte reine Tarnung sein. Und was war in dem Paket? Privatdetektivin Miss Juli Marpeloni stand im Schatten einer grobmaschigen Wollknäuelsperre und observierte. Es war der Postlutscher in seiner gelben Blechhöhle, der …

Im Inselrausch

Hätschelbaby. Auf Rømø knuddelten und knuffelten alle den „kleinen Pupser“, wie Julchen mich immer nannte. Natürlich war die erste Kolumnistin von Meerblog neidisch auf meine steigenden Umfragewerte. Jedenfalls buddelte sie wie eine Irre und düste stimmgewaltig durch die Gegend. Julchen – meine süße Trompete. Was wäre ich ohne sie? Nun …