Shikumen und Cappuccino

Rings um Xintiandi (sprich: schintindi) brodelt der Verkehr der 23-Millionen-Metropole Shanghai. Plötzlich fühle ich mich davon abgeschnitten, wie von einem Werbefilm, der den Krimi unterbricht. Ich schreite durch einen Komplex mit niedrigen Backsteinhäusern, Bäumen und engen Gassen, eine Art künstliche Oase im Großstadtdschungel. Alles ist fein säuberlich aufgereiht und herausgeputzt. …

Singend zur Meerjungfer

Sommer in Kopenhagen. Den Volksauflauf am Nyhavn, der wohl bekanntesten Stelle der ganzen Stadt, toppen nur noch die farbig hervorstechenden Fußballfans. Wir schieben uns durch stehende, sitzende, wartende Massen, die entweder die Ufer des sogenannten neuen Hafens bevölkern, weil es hier so schön ist. Oder das Gleiche wollen wie wir: …

Das Wattwurmorakel

Als Madame von ihrem x-ten Auslandseinsatz zurückkehrte, bereiteten wir ihr einen gebührenden Empfang mit Parade und allem Pipapo. Den Zug- und Gleislutschern fielen glatt die Augen aus dem Kopf. Natürlich war ich happy, doch die ganze Sache schmeckte mir nicht: In der letzten Zeit war Madame viel zu oft mit …

Sex, Crime & Feng Shui

Himmelschafundmeer! Dass Papas hundertstes Kind aus bislang ungezählten One-Night-Stands das Licht der Welt erblickt hatte, sagte ja wohl schon alles, oder? Damit konnte Rudolph sich locker in die Weltgeschichte der größten Casanovas einreihen. Kein Wunder, wenn unsereins alle Nase lang auf Halbgeschwister traf. Nichtsahnend lief ich den Beach entlang, und …

Dubliner Teestunde

Gregorianische Architektur, das muss schon sein. Denn dafür, jetzt mal abgesehen von den Pubs und der Musik, ist Dublin nun mal bekannt. Wir stehen vor dem Haupteingang des Merrion Hotels, im Herzen der Stadt, unweit der Regierungsgebäude, Nationalgalerie und -museum. Eigentlich sind es vier Stadthäuser, die den Haupttrakt des Merrion …

Die Strandhütte

Vertraut man den alten Aufnahmen im Seventies-Look, fiel der Vorgängerbau des Restaurants eine Nummer schlichter aus. „Lotti’s Kajüte“ – so legendär wie ihre Wirtin – sah schon eher nach Strandhütte aus als der heutige Bau, fiel aber 1976 einem Sturm zum Opfer. Im letzten Jahr wurde der Nachfolgerbau auf Stelzen …

Himmel und Hölle

Camillo. Wie wundervoll er singen konnte! Er lag auf dieser Rheinbarkasse, zusammen mit zwei Fernsehlutschern, und sie schunkelten und schaukelten glücksselig den Fluss entlang. Endlich verstand ich Madame. Ich musste schnellstmöglich nach Düsseldorf. In die schönste Stadt am Rhein, glaubte man den Äußerungen meines Rudels. Nun war ich restlos überzeugt. …

Das kleine Dünen-Einmaleins

Wie viele Sorten von Dünen es doch gibt! Da geht es – vom Meer aus gesehen – erst einmal mit der Vordüne los: magere Vegetation, viel sichtbarer Sand. Immerhin sprießen Meersenf und Salzmiere in diesem Meer aus Sandkörnern hervor. Dahinter wird es lebhafter, wir gehen in Phase 2: Auf der …

Jour de Madame

Was für ein Fest! Am Vorabend zum „Jour de Madame“ gab es Spaghetti Bolo. Mit Parmesan! Auch für mich. Und was für ein Glück, dass ich nicht mit dem Katertier teilen musste. Mats, der halbstarke Herumtreiber, traf sich vermutlich mit seinen neuen Kumpels. Er hatte nichts gesagt, wie üblich. Doch …