Im Bremer Schnoor

„Hier stinkt es nach verfaultem Fisch, hier riecht man die Schweiß der Arbeiter.“ Nachtwächter Edwin hat uns bei Einbruch der Dunkelheit durch das Schnoor geleitet, das alte Viertel der Schnur- also Taumacher, der Handwerker und Fischer. Wenn ich mir eines nicht vorstellen kann, dann diese Realität im 16. und 17. …

Hochsaison für Flirts

Julchen jagte mich querfeldein. Über die Fenne, durch das hohe Gras, vorbei an Büschen, zwischen den Bäumen hindurch. Dabei quiekte sie in einem fort, als wäre es ein Schlachtruf: „Alle auf das Pummelschwein!“ Und das ganze Theater angeblich aus pädagogischen Gründen. Ich war doch erwachsen! Immer häufiger fühlte ich den …

Beaching in Böhl

Einen ganzen Tag lang von Eis leben? Heute ist so ein Tag. Im Radio sagen sie, das Thermometer steigt auf 28 Grad in Schleswig-Holstein – außer an den Küsten. „Und 40 im Auto“, ergänze ich. Wir schauen uns an. „Eis!“ Am Strand! Doch zwischen Tating und Ording geht plötzlich nichts …

Eine Kindheit im Hafen

Eigentlich gibt es ihn nicht mehr. Doch Hanne will ihn mir trotzdem zeigen, den Überseehafen. Hier in Bremen? Ich denke beim Thema Übersee eher an Bremerhaven und die längste Stromkaje der Welt. Hanne soll ich vorm Roland treffen, in Bremen ein ebenso beliebter Treffpunkt wie die Stadtmusikanten. Da stehe ich …

Der ewige Rhein

Beim ersten Mal fahre ich vorbei. Die Hausnummer? Ich versuche mich zu erinnern. Ein Stück zurück, ich bin schon fast am Ende der Straße. Wo ist der Papagei? Endlich stehe ich vor dem Haus. Mitten in Bonn, ehemalige Bundeshauptstadt und Ort meines Hauptstudiums. Auf der wunderbaren Argelanderstraße in Poppelsdorf. Doch …

Flupsfrösche und Liebe

Rülpsend lief ich über den Deich. Zu meiner Freude hatte jemand einen Rest Döner mit Pommes am Straßenrand entsorgt, und die Putzkolonne Julchen sorgte umgehend für Sauberkeit und sinnvolle Weiterverwertung. Genau genommen lag das Zeug schon ein paar Tage da, doch Madame et Monsieur hatten mich bislang nicht herangelassen. Nun …

Momente in Fjordnorwegen

Galerie | Gibt es einen Duft für ein Land? Oder eine Farbe? Dann ist sie grün für Norwegen. Blau und Grün für Fjordnorwegen. Und sein Geruch? Nach Natur. Nach Kräutern, Schafen und Ziegen. Fisch und Wasser. Nach Lachs am Frühstückstisch, nach Kaffee, den die Norweger in Thermoskannen auf Ausflüge mitnehmen. …

Lerne ich Windsurfen?

Ein Versuch in Hvide Sande Eigentlich bin ich nach Dänemark gereist, um Mittsommer zu feiern. Genauer gesagt, möchten wir beim sogenannten „Sankt Hans Aften“ am 23. Juni mitfeiern. Es ist der Vorabend des Johannistages. Und nun dies. Wir sehen uns eine Surfschule an, doch es soll nicht dabei bleiben. „Wollt …

Sonne in Bergen

Was für ein Empfang, als wir in Bergen ankommen. Es ist Sonntag, die Sonne lacht, und die Lebensfreude scheint zu explodieren. Auf jedem Flecken Gras liegen junge Leute, picknicken, quatschen oder machen Kunststücke. Natürlich in Sommerklammotten. Das inspiriert uns, nach vier Tagen in Wanderschuhen und Fleecejacken endlich Shirts und Chucks …

Sommersturm

Schon kurz nach Mittsommer fiel das Thermometer zurück auf Winter. Erst stürmte es, und Julchen und ich mussten massenweise Äste im Garten aufsammeln, damit Madame eine züngelnde Ersatzsonne entfachen konnte. Julchen legte sich vor den Ofen, weil sie trotz des auf den Sturm folgenden Regens nicht in der Bude bleiben …