Menschen Slow Life

Symphony No. 9

Meer

Ich laufe, laufe, laufe. Über die Rillen des angeschwemmten Sands, die zu einem abstrakten Rhythmus twisten. Muscheln knirschen unter den Sohlen der Gummistiefel. Nun bin ich ein gutes Stück vom Deich entfernt, mitten im Watt. Vor mir die Hever, ein breiter Gezeitenstrom, am Horizont die Insel Pellworm. Die Alte Kirche und der Leuchtturm klar umrissen, ebenso die Konturen der Halligen Süderoog und Südfall.

Kein Mensch weit und breit. Eine Stille wie am Ende der Welt. Gleichzeitig fahren in München Wagen mit Lautsprecherdurchsagen umher: Den Einwohnern wird mit harten Strafen gedroht, sollten sie ohne triftigen Grund hinausgehen. Krasser könnten die Unterschiede im Land nicht sein. Wäre noch Klopapier in den Läden, hätten die Cafés noch geöffnet, wären noch ein paar Touristen hier, ich würde die Coronakrise nur virtuell erleben.

Wenn mich die Italiener mit ihren Balkongesängen gerührt haben, sind es nun die Franzosen, die für die Italiener „Fratelli d’Italia“ singen. Ein Knüller der Hashtag #EhGiovanni, ausgesprochen vom italienischen Präsidenten gegenüber seinem Berater, der ihn bat, eine Strähne für die Fernsehansprache glattzubügeln. Mattarella streicht sich übers Haar: „Eh Giovanni, auch ich gehe nicht mehr zum Frisör.“

Ich vermisse Italien wie schon lange nicht mehr. Wie schon im ersten Artikel „Azzurro“ möchte ich weiterhin Stimmen aus Europa über diese seltsame Periode sammeln. Und wenn das alles vorbei ist, sollen sie eine Erinnerung an unsere Zeit mit uns sein. Aus Paris schreibt mir Denise von „Help Tourists“:

Paris ohne Baguette?

„In Paris haben wir Balkon-Apéros gelauncht, jeden Abend 19 Uhr gibt’s was zu Trinken und zu Knabbern auf dem Balkon (oder am Fenster, für alle, die keinen Balkon haben), und wir prosten unseren Nachbarn gegenüber zu. Eine Stunde später stehen viele Pariser auf den Balkonen und applaudieren den Ärzten und Krankenschwestern, die sich aufopferungsvoll und ohne Pause um die Kranken kümmern.

Ansonsten machen viele etwas auf persönlicher Ebene, eine Straße weiter hat jemand im 1. Stock ein DJ-Pult ans Fenster gerückt und mixt seinen Nachbarn jeden Abend um 19.30 Uhr was auf die Ohren. Gott sei dank, dachte ich mir beim Vorbeigehen, dass ich weiter weg wohne.

Die Restaurants bei mir um die Ecke haben Abverkäufe gemacht, Eier, Mehl, Feta, Butter in Industriegröße und alles, was sie noch so in der Küche hatten. Nebenan stehen Kartoffeln vorm Restaurants, die aber irgendwie keiner will. Denn die gibt es ja auch im Supermarkt. Wie so vieles. Vor einer Woche schlug man sich noch um Klopapier und Haushaltsrolle, jetzt sind alle Regale wieder aufgefüllt.

Die Schlangen vor dem Supermärkten sind nichtsdestotrotz jeden Tag den ganzen Tag ellenlang, die Leute stehen in einem Meter Abstand geduldig an und warten bis sie ihre Wagen füllen können. Aktuell sind bei uns noch die Fleischer, Bäcker, Fischhändler und Obst- und Gemüseverkäufer geöffnet. Langsam geht ihnen allerdings das Personal aus. Der Bäcker nebenan macht morgen auf unbestimmte Zeit zu. Paris ohne Baguette? Undenkbar!

Dennoch hat die Krise auch was Gutes: Die Familie rückt näher zusammen, wir haben geregelte Mahlzeiten, soviel wie aktuell habe ich schon lange nicht mehr gegessen: Frühstück, Mittag, Kaffee und Abendbrot. Zusammensein und Zeit miteinander verbringen, dafür ist im Alltag oft wenig Zeit.

Auch die Messapparate, die die Luftverschmutzung in Paris aufzeichnen, haben gerade nichts zu tun, denn so sauber wie die Pariser Luft jetzt ist, war sie schon lange nicht mehr. Gestern bekam ich eine SMS: Deutsche horten Klopapier und Franzosen Wein und Kondome – Klischees in Zeiten von Corona.“

Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen, ob ich während dieser Tage lieber in der Großstadt mit ihrem neuen Balkonleben oder ganz ruhig auf dem Land wohnen möchte. Aber nein, ich weiß es eigentlich. Deshalb spricht mir Marion von „Meermond“ aus dem Herzen, die vor ein paar Jahren nach Nordjütland gezogen ist:

Allein in Nordjütland

„Wir leben in einer kleinen Vorstadtsiedlung im Norden von Dänemark. Jetzt kurz vor Ostern wäre eigentlich die Zeit, wo wir besonders am Wochenende die nahe Autobahn hören sollten. Samstag ist der Tag des Bettenwechsels, und wir vermeiden es nach Möglichkeit, gerade dann nach Blokhus oder Løkken zu fahren. Doch dieses Jahr ist alles anders. 

Am Tag der Grenzschließung trieben uns Unsicherheit und innere Unruhe ans Meer. Und nicht nur uns. Blokhus Strand war voll wie zur Hauptsaison, aber die einzige Sprache, die wir hörten, war Dänisch. An diesem Tag fühlte ich mich einsam unter vielen. 

Inzwischen bin ich froh, dass wir im relativ dünn besiedelten Nordjütland leben. Für uns ist es nicht schwer, alleine in der Natur zu sein. Den ganzen Tag nur im Haus zu sein, könnten wir aus verschiedenen Gründen nicht umsetzen. Und wir fühlen uns wohl damit, dass wir es auch nicht müssen. 

Das öffentliche Leben Dänemarks steht still, und wir sehen in den Straßen unserer Siedlung oft tagelang keine Menschenseele. Aber wir können sie hören: Irgendwo brummt immer ein Rasenmäher. Wie viele andere halten auch wir uns nach der Arbeit meist im Garten auf. Alexander sitzt an den Wochentagen oben im Homeoffice, und die Kinder und ich absolvieren im Erdgeschoss ein umfangreiches Schulprogramm. Zu den Pausen treffen wir uns und tauschen uns über die aktuellen Ereignisse aus. Wir sorgen uns um unsere Familien in Bayern und verfolgen täglich die deutschen Nachrichten.  

Über eboks werden wir vom Gesundheitsamt und der Kommune über neueste Richtlinien informiert. Arztbesuche werden derzeit durch Telefonate und eine spezielle App ersetzt. Wir haben uns für das Einkaufen nach 20 Uhr entschieden, um Schlangen an der Kasse zu vermeiden. Wir können alles kaufen, und uns fehlt nichts Materielles.

Natürlich vermissen wir aber unsere Familien und die Gesellschaft anderer Menschen. Gleichzeitig fühlen wir uns gerade jetzt sicher und geborgen wie nie im menschenleeren Norden.“

Schweden, oder: der andere Weg

Die Frage ist: Kommen wir auch ohne weitreichende Einschränkungen im Alltag durch die Krise? Während die meisten Länder sich mit Blick nach Italien für Nein entschieden haben, spezifiziert man in Schweden. Die in Helsingborg lebende Autorin Christiane Stella Bongertz berichtet aus ihrer Wahlheimat:

„Wodkafabrik hat auf Herstellung von Handdesinfektionsmittel umgestellt“ war die kurioseste Meldung des Tages. Ansonsten könnte man hier in Schweden auf den ersten Blick meinen, es sei nichts. Es ist nur ungewohnt still draußen. Nicht, dass es hier, im Stadtteil Tågaborg in Helsingborg im Süden Schwedens, sonst laut wäre, aber man merkt schon, dass weniger Autos fahren und kaum Flugzeuge fliegen. Unis und gymnasiale Oberstufen sind geschlossen und man hat, soweit möglich, auf Distanzunterricht umgestellt. 

Man konzentriert sich hier – unter Federführung des Staatsepidemiologen Anders Tegnell – bisher darauf, die Alten und Kranken vor Ansteckung zu schützen. Alle über 70 und Risikogruppen sollen möglichst daheim bleiben, nicht alle Menschen. Meine Schwiegereltern, beide über 70 und von Diabetes betroffen, sind sauer, halten sich aber dran. Wie sie befolgen auch fast alle anderen brav die Regeln, Schweden sind nicht sehr aufmüpfig und haben großes Vertrauen in die Regierung, weil das nie missbraucht wurde und Korruption nicht als Kavaliersdelikt gesehen wird, wie in anderen Ländern.

Nachdem ich heute meine Tochter vom Kindergarten abgeholt habe, kam uns ein älteres Paar entgegen, das freundlich gegrüßt und dann einen Riesenbogen um uns gemacht hat. Ja, richtig gelesen: Die Kindergärten und Schulen bis zur neunten Klasse sind hier weiter geöffnet, damit Eltern – nicht nur, aber besonders im Gesundheitswesen – weiterarbeiten können. Auch alle Spielplätze sind zugänglich, alle Läden, nicht nur Supermärkte und Apotheken, sind geöffnet – allerdings ziemlich leer und auch hier wird Klopapier gehamstert.

Die  Leute gehen zur Arbeit, sind aber angehalten, bei den geringsten Anzeichen von Erkältung zuhause zu bleiben, Abstand zu halten und natürlich die Hände zu waschen. Im Kindergarten meiner Tochter sind darum nur wenige Kinder, weil auch die Kinder natürlich bei geringsten Anzeichen von Krankheit zuhause bleiben müssen. Dort trainiert man noch mehr als sonst Händewaschen und macht auch Experimente dazu, wie Seife an den Fingern zum Beispiel gemahlenen Pfeffer im Wasser abstößt. Selbst Veranstaltungen bis 500 Personen sind noch erlaubt – da erwarte ich aber täglich, dass das geändert wird.

Das Vorgehen der Regierung wird scharf kritisiert, die einen finden es viel zu lax, andere klagen, dass bereits die getroffenen Maßnahmen die Wirtschaft extrem gefährden. Ich tendiere dazu, den schwedischen Weg – gegenüber dem deutschen –  leicht zu favorisieren, bin aber eigentlich zutiefst zwiegespalten und habe das Gefühl, wie man es macht, macht man es falsch.

Ein Update aus Schweden kam gestern von Stella: „Heute wurden die Regeln verschärft: Alle Versammlungen von über 50 Leuten sind ab Sonntag verboten. Stefan Löfven hat an die Schweden appelliert, bitte über Ostern zuhause zu bleiben und nicht zu reisen, wenn man nicht muss.

Gleichzeitig haben die Gemeinden an der schönen Westküste im Bohuslän bereits ein Problem mit etlichen  älteren „Corona-Flüchtlingen“, die in ihre Sommerhäuser gefahren sind, weil sie dachten: Wenn wir uns schon distanzieren müssen, dann wenigstens in schöner Umgebung. Leider brauchen einige von den Zweitdomizilbesitzern häusliche Pflege und sollten sie krank werden, übersteigt das die Kapazitäten der lokalen Gesundheitsinfrastruktur  – deshalb werden sie jetzt aufgefordert, wieder nach Hause zu fahren, also dorthin, wo sie gemeldet sind.

Parallel wird darüber diskutiert, ob man nicht die am stärksten betroffene Region Stockholm abriegeln sollte, damit nicht die Leute von dort das Virus in andere, noch nicht betroffene und strukturschwächere Gemeinden bringen. Eben dahin, wo die Leute so ihre Sommerhäuser haben – und das ist ungefähr in ganz Schweden.

Ich selbst finde, dass es sich bedrohlich anfühlt, dass nun um das Krankenhaus in Helsingborg herum Feldlazarettzelte des Militärs aufgebaut worden sind, weil einem das noch mal so richtig klar macht, dass das Ganze nicht irgendwas Virtuelles ist, sondern tatsächlich real. 

In Ängelholm, das liegt 25 Kilometer von Helsingborg entfernt an der Küste, haben Kinder im Handwerks-Unterricht (slöjd) Einmal-Visiere fürs Pflegepersonal im Krankenhaus gebastelt. Noch ein schönes Argument dafür, dass die Schulen noch offen sind.“

Mit Witz und Wandfarbe – Portugal

Manchmal bringt uns eine ungewohnte Situation derart aus dem Trott, dass sie uns plötzlich tatkräftig und kreativ macht. Jeder erfindet seinen Alltag ein bisschen neu, strukturiert um, setzt neue Prioritäten. José, den ich noch aus Studienzeiten in Rom kenne, erzählt, wie er die Krise gemeinsam mit seiner Frau in seiner Heimat Coimbra durchlebt:

„Obwohl die portugiesische Regierung erst am 18. März den Ausnahmezustand ausgerufen hat, befinden sich meine Frau Catarina und ich seit dem 14. März in freiwilliger sozialer Isolation. Wir arbeiten beide von zu Hause aus. Ehrlich gesagt ist es für mich während der Woche eine fast „normale“ Situation, da ich seit vielen Jahren so arbeite. Doch an den Wochenenden verstehe ich nun, was soziale Isolation bedeutet.

Hier in Coimbra kommt die Bevölkerung im Allgemeinen der Pflicht nach, zu Hause zu bleiben. Interessanterweise ist es die ältere Bevölkerung, die in den fast menschenleeren Straßen eher spazieren geht. Der größte Teil der Geschäfte, Cafés und Bars sind geschlossen. An Lebensmitteln mangelt es nicht. Die Supermärkte versuchen, den Abstand zwischen den Kunden zu kontrollieren, aber es gab bislang kein Horten von Lebensmitteln. Natürlich füllen die Leute die Speisekammer mit Essen, aber es mangelt an nichts. Ich habe noch nie so viel Geld für Essen ausgegeben wie in dieser Zeit.

Es gibt wohl ein Problem bezüglich Desinfektionsmitteln und Gelalkohol. Ladenbesitzer spekulieren über die Preise dieser Produkte, und die Regierung versucht erst spät, diese Situation in den Griff zu kriegen.

In Bezug auf den Alltag versuchen wir, nicht in Depression zu verfallen. Unglaublich, ich brauchte eine Pandemie, um das Badezimmer und die Küche neu zu streichen, worüber wir zuvor monatelang nachgedacht hatten.

Leider haben wir keine Kinder, aber wenn wir sie jetzt hätten, wären wir sicherlich verrückt geworden. Zwei Menschen, die 24 Stunden am Tag in denselben Räumlichkeiten leben, haben es schon nicht leicht. Ich möchte mir die Familien mit kleinen Kindern gar nicht erst vorstellen.

Ich war ein paar Mal im Supermarkt, trug aber immer eine Maske und Handschuhe. Wir verbringen einige Zeit damit, unsere Hände und alles, was wir berühren, zu desinfizieren. Darüber werden schon Witze gemacht: „Ich hätte nie gedacht, dass meine Hände mehr Alkohol konsumieren würden als meine Leber.“

Am Ende des Tages machen wir einen Spaziergang in der Nähe von zu Hause. Ich treffe nicht viele Menschen draußen, weil ich in einer ländlichen Gegend der Stadt lebe. Und wenn doch, reagiere ich komisch, indem ich weggehe, mein Gesicht abdrehe und den Atem anhalte, aus Angst infiziert zu werden.

Fast jeden Tag besuche ich meine Mutter, die in einem anderen Teil der Stadt wohnt. Meine Mutter lebt allein und da sie über 70 Jahre alt ist, hat sie gemäß der Regeln im Ausnahmestand die Pflicht, zu Hause zu bleiben. Ich denke, dass die Situation für sie viel schwieriger ist.

Natürlich haben das Internet und die sozialen Netzwerke maßgeblich zur Bekämpfung der Einsamkeit beigetragen. An einem Abend folgten wir einem portugiesischen Komiker, der Freunde auf Instagram live anruft. So viel Spaß … wenn es nicht die Situation gäbe, in der wir uns befinden.“

Backfreuden in Griechenland

Ganz so kritisch wie von José befürchtet, ist die Situaton mit kleineren Kindern nun doch nicht. Zumindest ist das mein Eindruck, als ich mit Katerina skype, Schwester des Mannes und wohnhaft in Agrinion, einem 94.000 Seelenort auf dem griechischen Festland. Ihre Kinder Nepheli und Tassos sind acht und fünf Jahre alt, und sie wirken recht zufrieden. Zumindest Nepheli, die während unseres Gesprächs neben ihrer Mutter sitzt. „Hello“, grüßt sie versiert. Und Katerina erzählt auf Englisch:

„Nicht mal nach der Geburt meiner Kinder hatte ich so viel Zeit für sie wie jetzt. Ein paar kinderpsychiatrische Beratungen kann ich per Videocall machen oder an wissenschaftlichen Ausarbeitungen schreiben. Doch die vielen Stunden, die ich normalerweise in der Woche arbeite, sind nun etwa drei pro Tag geschrumpft. Es ist schön, die übrige Zeit mit den Kindern zu spielen oder etwas gemeinsam zu backen.

Wir gehen seit letztem Montag, als der Lockdown Griechenlands umgesetzt wurde, nur noch zum Einkaufen hinaus oder wenn wir etwas aus der Apotheke brauchen. Für solche Gänge müssen wir via SMS einen speziellen Code anfordern. Das wird draußen auch sporadisch durch die Polizei kontrolliert.

Meine Eltern wohnen zwar im selben Ort, doch wir sehen sie nur auf ihrem Balkon. Denn sowohl mein Mann als auch ich arbeiten normalerweise im Krankenhaus, und wir wissen nicht, ob wir vielleicht Träger des Virus sind. Also halten wir Abstand zu den Großeltern, was diese natürlich nicht gerade glücklich macht.

Es ist ungewohnt, plötzlich keinen Tagesplan zu haben. Keinen Zeitdruck. Endlich ist da die Muße zum Kochen, zum Putzen, zum Lesen oder Filme zusammen anzuschauen. Schade nur, dass wir keine Möglichkeit zum Spazierengehen und keinen richtigen Balkon oder Garten haben. Das Draußensein vermissen wir am meisten. Wir halten uns mit Indoor-Sport fit, nutzen das Trainingsrad. Tassos spielt Ball, und Nepheli ist eine Balletttänzerin.

Soll ich dir ein paar Dinge über meinen Bruder verraten? Du kannst mich jederzeit fragen!“

Wir lachen. Der Mann droht aus der Küche mit Konsequenzen. Tumulte auf der anderen Seite der Skype-Leitung. Irgendwie verrutscht das Smartphone von Katerina, und ich sehe nur noch schwammige Bewegungen. Gekicher. Ich weiß: Die „geschenkte“ Zeit wird von mindestens einer Familie in Griechenland gut genutzt.

Efcharistó, Katerina! Obrigada, José! Tack så mycket, Stella! Tusind tak, Marion! Merci, Denise!

Autor

Meerbloggerin, Buchautorin und Journalistin. Hat Kunstgeschichte u.a. in Rom studiert, als Redakteurin bei Burda gearbeitet, aber die meiste Zeit als freie Reisejournalistin. Aktuell lebt die Rheinländerin an der Nordsee, bloggt und schreibt an den nächsten Büchern.

7 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Avatar Kai sagt:

    In Norwegen sind die Menschen schon früh nach der Aufforderung, ins Home-Office zu gehen, in ihre Hütten in den Bergen geflüchtet. Sie nutzten die Zeit lieber, mit Langlaufski auf die Loipen zu gehen. Mit Androhung drastischer Bußgelder hat die Regierung verlangt, dass jeder zurück in seine Kommune kommt, um eben Rücksicht auf die Krankenhauskapazitäten zu nehmen. Um die Lust zu nehmen, hat man auch umgehend keine Loipen mehr gespurt. Zudem setzt die norwegische Polizei Drohnen zur Überwachung des Reiseverbots ein.
    Die Arbeitslosigkeit in Norwegen ist sprunghaft gestiegen, sie hat sich fast verfünffacht.
    Und ich freue mich über zwei Dinge ganz besonders: Daß wir endlich endlich Italien und Frankreich mit der Intensivversorgung helfen. Und dass Herr Habeck das Flüchtlingslager Lesbos auf der Agenda hat. Wir in Europa könnten gerade jetzt dichter zusammen rücken. Wenn nicht jetzt, wann dann. Lasst uns England traurig machen, dass es nicht mehr dabei sein will.

    Für Italien und Frankreich ist mir eine Idee gekommen. Ich fühlte mich dabei an Wohlfahrtsmarken der Post erinnert. Es müsste Wohlfahrtsnudeln, Wohlfahrtskäse und Wohlfahrtswein aus den beiden Ländern oder anderen stark betroffenen Ländern geben. Dem Preis wird ein EUR aufgeschlagen, der zu 100 Prozent an gemeinnützige Einrichtungen für die betroffenen Menschen geht. Wir würden mit diesen Artikeln immer wieder daran erinnert, dass es anderen Menschen gerade nicht so gut geht.
    Ganz liebe Grüße an die Küste.

    1. Avatar Elke Weiler sagt:

      Danke, lieber Kai! Über die norwegischen „Hüttenflüchtlinge“ hatte Maren als Stimme aus Oslo ja auch im letzten Europa-Artikel berichtet. Immerhin scheint es in Skandinavien nicht zu Gerichtsklagen wie in Hamburg zu kommen, weil jemand nicht in sein Sommerhaus darf.
      Die Idee mit dem Wein etc. finde ich super! Wir kaufen eh schon fleißig italienische Produkte, insofern es sie ob der Lage überhaupt gibt. Bin auch sehr froh, dass Patienten verteilt werden können!
      Liebe Grüße aus dem Land des Windes! ;-)
      P.S.: Und was Lesbos angeht, unbedingt!

  2. Avatar Denise sagt:

    „Ich möchte mir die Familien mit Kindern gar nicht erst vorstellen“ :):) Lieber José, da kann ich ein Lied von singen…ich habe eine kleine Tochter, 17 Monate, im Kindergarten spielt und rennt sie den ganzen Tag und klettert auf alles drauf! Sie ist übrigens Halbportugiesin ;) Nun will sie das natürlich auch zu Hause machen, wir haben erst zwei Wochen „Zu Hause bleiben“ hinter uns, vier stehen noch an, wir können nicht meeeeehr!! Liebe Grüße an alle, Denise aus Paris.

  3. Avatar José Herculano sagt:

    Here in Portugal we will know today if the state of emergency will be prolonged and for how long it will be prolonged. It will almost certainly be prolonged as social isolation seems to be an effective measure to curb the evolution of contagion.

    We most be all united to fight this pandemic.

    Greetings to all!

    Good luck!

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