Knuddeln nach Verordnung

Sie nannten mich Schwester Janni. Dabei war ich vielmehr als das. Die Nase! Kurz nach Madames Rückkehr scannte ich sie besser als jeder Computertomograf. Hatten die Arztlutscher auch alles richtig gemacht? Ich war zufrieden mit dem Ergebnis. Allerdings lief sie noch nicht so richtig rund. Monsieur war weiterhin für unsere …

Piero und die Steinpilze

Italien. Meine alte Liebe liegt auf Eis. Die Gründe dafür? Es gibt viele und keinen, doch mit Gewissheit war das Berlusconi-Italien einer davon. Vielleicht ist es an der Zeit für einen Neuanfang. Jedenfalls werde ich, wenn alles gutgeht, am 26. Februar in Rom landen. Umbrien steht auf dem Programm, die …

Fische in Kussabsicht

Vom Schnorcheln in Thailand Endlich Inseln, Meer und Fische! Die Farbe Türkis. Das einfache Leben. Von Bangkok aus sind wir mit einer Propellermaschine in die Provinz Trat im Osten des Landes geflogen. Bunte Fische quasi als Vorankündigung auf dem Flieger. Für die über 300 Kilometer bis Trat bräuchte man sonst …

Wintertage

Wenn sich das Wetter nicht an die Vorhersage der App hält, wenn es ein paar Kilometer weiter ganz anders als zu Hause ist, dann bist du in Nordfriesland. Und der Winter in Nordfriesland ist dann schön, wenn es nicht zwei Wochen am Stück regnet. Wenn sich der nächtliche Frost wie ein weißes Kleid über die flache Landschaft legt.

Echte Wintertage. Wenn es endlich ein bisschen schneit. Heute war ich am Strand, um den Schnee von gestern einzufangen. Bei vier Grad plus und Sonne sind seine Überlebenschancen gering. Den Rest fressen die Hunde oder sie wälzen sich vor Freude darin.

Text und Fotos: Elke Weiler

Bang Krachao, das grüne Bangkok

Es ist ein diesiger Tag, der Horizont wirkt fast schwarz, als wir über eine der großen Flussbrücken fahren. Nur der zarte Blaustreifen über uns macht mir Hoffnung. Eigentlich ist Winter in Thailand, und wenn das Thermometer mal auf 22 Grad Celsius fällt, friert man schon. So meint jedenfalls Nok. Für …

Durch die Khlongs von Bangkok

Ich stolpere, reiße fast einen Tisch um, traumwandele durch Bangkok. Doch Nok schaut für Zwei, geleitet mich sicher durch Gassen, über Treppen und zu sämtlichen Verkehrsmitteln, die wir an diesem ersten Tag benutzen: Auto, Skytrain, Longtailboat. Mir ist abwechselnd warm und kalt, meist friere ich jedoch – und das bei …

Vier Räder unterm Regenschirm

Mit der Ente durch Paris Der Mythos vom Bauern und den Eiern, er stimmt. Eigentlich wurde der 2CV geschaffen, damit ein bis zwei Bauern in Gummistiefeln ihren Wein, die Eier und einen Sack Kartoffeln unversehrt über holprige Feldwege transportieren konnten. Mit dieser schon genialen Aufgabenstellung entstand das vermutlich einzige Schaukelauto …

Der saubere Deich

Unsere Hütte war im Belagerungszustand. Zunächst rückte ein komfortabler Schrankkoffer an, den wir schon gut kannten. Also würde auch bald Grandmadame auf der Bildfläche erscheinen. Natürlich freuten wir uns, auch wenn wir eine Schlummerstätte an sie abtreten musste. Während des Aufenthalts von Grandmadame hatten wir offiziell keinen Zutritt zu Madames …

Sieben Grad und Sonne

Als wir vor fünf Jahren von Düsseldorf an die Nordsee zogen, gab es nur einen einzigen Grund: der gigantische Strand von Sankt Peter-Ording. Die fatale Kombination von Wüste und Meer inspiriert, ist Balsam für die Seele, wirkt Wunder in Sachen Tiefenentspannung. Inzwischen ist die Zahl der guten Gründe gewachsen. Auch die Schafe auf den Fennen, die geschwungenen Gründeich der Halbinsel Eiderstedt, der kleine Hafen am Siel, die ausgeschlafenen Leute, der Humor an der Küste, die Cafés mit ihrer hohen Kuchenkompetenz, die immerzu gute Luft, der Geschmack von Queller und vieles mehr.

Am liebsten ist mir der Sommer an der Nordsee, und das nicht nur, weil ich gerne schwimme. Ich mag es, wenn sich das Leben wieder nach außen verlagert. Auf die „Tote Tante“ bei Schietwetter pfeife ich. Und der Wind? Manchmal lädt er dich mit Energie auf, manchmal nimmt er sie dir.

Doch der Winter hat mindestens einen unschlagbaren Vorteil: Unser 12 Kilometer langer Hausstrand ist fast menschenleer und wirkt unendlich. Es kostet jetzt keinen Eintritt. Paradiesische Ruhe. Nur das Tosen des Meeres haben wir schon hinter den Dünen gehört.

Text und Fotos: Elke Weiler