Italien à la carte

Manchmal sitzen wir beim Abendessen, hören Radio, und plötzlich bin ich ganz weit weg. Mit einem Reggae-Stück in der Karibik. Mit einer Salsa in Kuba. Mit Punta-Rock an diversen Orten in Mittelamerika, auch an solchen, die ich noch nicht live kenne. Belize etwa. Wenn mich etwas über diese reisefreie Zeit …

Rom im Januar

Einmal im Palazzo wohnen – Werbung – aus Gründen der Transparenz, da das zur Radisson Collection zählende Hotel Palazzo Montemartini zu der Pressereise eingeladen hat. Im Viertel Casalbertone hatte ich eine Wohnung gemietet, vorher und danach an vielen Orten in der ewigen Stadt übernachtet. Nun zum ersten Mal in einem …

Levi und die Höhlen von Matera

Das Land ist von herber, wilder Schönheit: halbkahle Hügel, senkrecht abfallende Schluchten, hier und da grüne Sprenkel mediterraner Macchia. Die Sonne brennt auf den ausgewaschenen, beigegrauen Boden. Kein Wölkchen am Himmel und kaum ein Fahrzeug auf der Straße mitten im Karstgebiet zwischen den süditalienischen Regionen Apulien und Basilikata. Bald erreichen …

Mamma mia, Sicilia!

In 2018 feiere ich ein Jubiläum: 20 Jahre Reisegeschichten. 1998 schrieb ich meine erste Story für die Zeitschrift JOY, sieht man mal von einer Art Glosse über die Abschlussfahrt nach Rom in der Abi-Zeitung ab. Ich habe Sizilien auf einer Diskette wiedergefunden. Dass die Dinger 20 Jahre halten, grenzt schon …

Poesie am Wasser

„Se hai bisognoe non mi trovi,cercami in un sogno.“ Worte, die ich an einer Mauer fand. Ein altes Lied von Vasco Rossi, ein Lied von der Liebe. Gefunden am Ort der Poesie, der Liebesschwüre, an der Punta Faro. Genau dort, wo das geregelte Strandleben von Lignano Sabbiadoro endet, am äußersten …

Hemingway und die Fische

Manchmal gegen Abend wirkt das Wasser der Lagune wie Milch. Immer noch schleichen kleine Boote zum Angeln hinaus, teilweise unbeleuchtet. Heimlich, wenn es dunkel wird, wenn die Lichter auf der anderen Seite glühen, die Lichter des alten Fischerdorfs Marano. Aber die Boote, warum schleichen sie im Dunkeln hinaus? Sie scheinen …

Bacchus im Schatten

Der Canal Grande, Highway Venedigs, ist eine Straße ohne Geschwindigkeit. Eine Straße, die mich in die Vergangenheit versetzt, als wäre ich Teil eines Gemäldes von Canaletto. Eine Straße, die mich gleichzeitig im Hier und Jetzt leben lässt. Sie spricht, sie riecht, sie verändert sich ständig. Eine benutzte, eine lebhafte Straße. …

Im Bauch des Fisches

Früh am Morgen wecken mich die gurrenden, geräuschvoll umherflatternden Tauben und schreiende Möwen. Die offenen Fenster meiner kleinen Wohnung führen auf einen Innenhof, mehr Schacht als Patio. Venedig – die Enge der Stadt, die Ruhe des Wassers, die Gelassenheit des Fisches. Keine Autos, keine Straßenbahnen, ein Leben im plätschernden Rhythmus …

Strandsymmetrie

Als Kind bin ich nie an der Adria gewesen. Unsere Familientrips gingen nach Spanien oder Portugal, erst mit 16 Jahren landete ich zum ersten Mal in Italien, auf Ischia. Und doch habe ich diese Bilder im Kopf: Familien in vollgepackten Vintagecars bei der Überquerung der Alpen. Das Ziel: der Adriastrand …